Strange Ways

Die Lebensweise der Feen unterscheidet sich in vielen Dingen kaum von der menschlichen.

 

INHALT:

Lebensweise und Organisation

Zum Zeitvertreib

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- die Lebensweise der Feen

Empty your heart of its mortal dream.
The winds awaken, the leaves whirl round...

William Buttler Yeats, aus: "The Hosting of the Sidhe"

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LEBENSWEISE UND ORGANISATION

Manches Seltsame ist zu berichten über die Lebensweise der Elfen und Feen, anderes unterscheidet sich nicht wesentlich von unserer menschlichen Art zu leben. Insgesamt scheinen die Feen ihr Leben auf eine irgendwie altmodische Weise zu führen.

  • Stämme und Monarchen

Abgesehen von einigen Einzelgängern und Einsiedlern leben Feen in Clans und Stämmen zusammen. Unter ihnen gibt es, wie bei uns, Personen jeglichen Alters und beiderlei Geschlechts. Die Stämme werden angeführt von einem König und/oder einer Königin, die ihre Untertanen stets klug und weise regieren und, ganz nebenbei, auch große Krieger sind. Ab und zu hört man, dass sie auch einen Hochkönig haben sollen, der allen Feenstämmen vorsteht.Im Großen und Ganzen scheinen Feen sich eher dem Nichtstun und Feiern zu widmen, als ein ernsthaftes Leben zu führen.

Es gibt aber auch Berichte über hart arbeitende Feen, die sogar den Menschen ihre Dienste anbieten sollen und zum Beispiel als Knechte und Mägde schaffen. Diese arbeiten wirklich gut für ihre Dienstherren, aber man darf sich erst bedanken oder sie erst bezahlen, wenn die Arbeit getan ist, weil sie sonst sofort alles hin werfen und sich davon machen. Feen sollen ein hochmütiges Volk sein und sich uns Menschen haushoch überlegen fühlen. In manchen Teilen stimmt das wohl auch, doch gibt es auch so manche Erzählung darüber, wie sie von einem Menschen über's Ohr gehauen wurden.

  • Paläste oder ärmliche Wohnstätten?

Feen sollen in riesigen Palästen leben, in denen ganze Völkerscharen Platz haben sollen. Andererseits gibt es auch Berichte über einzelne Feen, die unter Baumwurzeln oder in ärmlichen Hütten hausen.
Manchmal heißt es seltsamerweise auch, Feen würden über ihre Wohnorte einen Glanz legen, so dass man nur glaubt, es seien Paläste, während in Wirklichkeit eher armselige Unterkünfte sind. Mehr darüber, wo Feen leben, kannst du erfahren auf unserer Seite Anderland
  • Feennahrung

Oftmals wird den Feen nachgesagt, dass sie keiner Nahrung, wie wir sie kennen, bedürften. Irische Feen sollen zum Beispiel von Tautropfen leben. Andererseits gibt es Berichte über feeische Festgelage, bei denen die Tafel sich bog von feinsten Speisen und Gerichten.

Manche Feen sollen ab und zu einen Schluck Milch lieben, in Schweden möchten die Nisse ihren Kornbrei, und mancherorts verschmähen die Feen wohl auch Bier und Brot, Käse und Wein nicht oder trinken gar Whisky, oder sie laben sich an frischem Obst, das ihnen hin gestellt wird. Allerdings sollen manche Feen keine gesalzenen Speisen mögen.

Oft scheinen die Feen die hingestellten Speisen gar nicht zu berühren, das soll aber kein Indiz dafür sein, dass sie nichts davon genommen haben. Es heißt nämlich, die Feen würden nur die Essenz der Nahrung zu sich nehmen, so dass anschließend sozusagen eine leere Hülle zurück bliebe. Die Nahrung sieht dann zwar äußerlich unverändert aus, soll aber für Menschen nicht mehr sehr verträglich sein und eventuell krank machen.

Für sterbliche Menschen, so sagt man, sei Feennahrung nicht unproblematisch. Im besten Falle soll sie nicht satt machen, egal, wie viel man davon isst. Es heißt aber auch, sie sei ganz und gar nicht verträglich, man könne krank davon werden oder sogar sterben. Und manchmal, so erzählt man, muss derjenige, der mit den Feen gegessen oder getrunken hat, für immer im Feenreich bleiben.

  • Feensprache und Feenschrift

Mit Feen werden immer die alten, keltischen Sprachen assoziiert, die so geheimnisvoll aussehen, wenn man sie niederschreibt. In der Edda steht aber, die Feen hätten eine eigene Sprache, verschieden von der der Götter, Menschen und Riesen. Bemerkenswert dazu ist, dass man das Echo im nordischen Sprachraum auch Zwergensprache nennt.

Oft hört man, dass Feen die Hochsprache des Landes sprechen, in dem sie sich aufhalten. Das heißt, sie sollen nicht den Dialekt des Volkes (z. B. bayrisch oder vielleicht plattdeutsch) sprechen sondern die Sprache der herrschenden Klassen. Andererseits soll aber jedermann, der sich mit ihnen unterhält, sie auch verstehen können, auch der einfachste Bürger. Vielleicht können sie also doch in der Volkssprache reden, wenn es nötig ist, oder sie machen sich mit einem Zauber verständlich. Für letzteres spricht, dass sich die Feen angeblich auch mit Tieren unterhalten können, und zwar mit jedem Tier in seiner eigenen Sprache.

Eine echte Feenschrift hat wohl erst Tolkien für seine mittelirdischen Elben ausgedacht, denn eigentlich sagt man von ihnen, dass sie die druidischen Runen benutzen.

ZUM ZEITVERTREIB

Viele der Vorlieben, die die Feen hegen sollen, kommen uns sehr bekannt vor. Sie sind auch bei uns sehr verbreitet, mit dem Unterschied, dass Feen wohl mehr Zeit dafür aufwenden können, weil sie anscheinend nicht, wie wir, so viel Zeit mit Arbeiten zubringen müssen, zudem scheinen sie ja auch überhaupt mehr Lebenszeit zur Verfügung haben als wir, denn sie werden sehr alt, wenn sie nicht sogar unsterblich sind.

  • Feste und Feiern

Feen und Elfen sind dafür bekannt, gerne und oft rauschende Feste zu feiern. Besonders wichtig sind die saisonalen Festivitäten, die besonders in den größeren Feensiedlungen mit großem Prunk begangen werden sollen. Sie sollen immer in der letzten Nacht des Jahresviertels begangen werden und stimmen mit den alten keltischen Festbräuchen überein:
  • Samhain - 1. November, für die Feen Winteranfang und Beginn des neuen Jahres. An diesem Tag sollen die Vorhänge zwischen den Welten besonders durchlässig sein.
  • Imbolc - 1. Februar, für die Feen begann langsam der Frühling
  • Beltane - 1. Mai, für die Feen der Beginn des Sommers. Auch an diesem Tage sollen die Tore zur Anderwelt offen stehen.
  • Lughnasad - 1. August, ein Erntefest, oft werden an diesem Tage traditionell Ehen geschlossen. Deswegen sollen jetzt schöne, junge Menschen in besonders großer Gefahr sein, von Feen entführt zu werden.
Aber auch außerhalb dieser Zeiten scheint es oft Feste bei den Feen zu geben. Die Paläste sind in diesen Nächten prunkvoll geschmückt und hell erleuchtet, die Tische biegen sich unter den reichhaltigen Speisen, alle Türen stehen offen. Menschen, die jetzt den Feenhügel betreten, werden oft herzlich aufgenommen. Falls dir so etwas geschieht, solltest du aber sehr vorsichtig sein, denn oft vergessen die menschichen Gäste vor lauter Begeisterung und Feierei Zeit und alles andere und können nicht mehr in die Menschenwelt zurück kehren.
  • Musik und Tanz

Wo immer man auf Elfen trifft, die Feste feiern, wird man auch auf ihre Musik stoßen, auch bei ihren großen Jagden und Umzügen ist sie dabei. Sie ist zauberhaft, und auch Menschen können sich ihrem Klang nicht entziehen und fangen an zu träumen oder werden zum Tanzen animiert. Oft müssen selbst leblose Dinge mit tanzen, wenn Feenmusik ertönt. Sie lieben die alten Musikinstrumente wie Laute, Horn, Flöte und Sackpfeife, aber vor allem lieben sie die Harfe.

Ab und zu soll man auch hören, dass jemand unter ihnen meisterhaft auf der Fiedel spielt, aber oft ist der Tonkünstler dann ein Mensch, denn es gibt viele Erzählungen über menschliche Musikanten, die zu den Elfenfesten geladen oder manchmal auch entführt wurden, oder manchmal auch für immer mit den Feen leben. Denn diese mögen auch die Musik von uns Sterblichen sehr gerne, vorausgesetzt, sie ist gut gemacht. So lieben sie auch menschliche Gesänge.

Deswegen kann es für ein junges Mädchen unter Umständen sehr gefährlich sein, zu singen, wenn es sich allein am Ufer eines Gewässers befindet. Die Feen könnten es hinein locken, damit es für sie in ihrem unterseeischen Palast singe. Es heißt, man soll manchmal Am Ufer gewisser Seen die Stimmen solcher jungen Frauen hören, wenn man dort entlang wandert.

Die Lieder der Feen sind indessen einzigartig, und keiner der sie einmal gehört hat, wird das jemals wieder vergessen. Allerdings soll sich niemand die komplizierten Melodien merken können. Ssobald sie einmal verklungen sind, bleibt einem nur noch in Erinnerung, wie schön es war.

Wo Musik ertönt, gibt es natürlich auch Tänze. Feen lieben es zu tanzen. Feentänze sind anscheinend vorwiegend Kreistänze, denn die sogenannten Feenringe im Rasen sollen auf tanzende Feen zurückzuführen sein.

Einen Feentanz zu beobachten, muss auf jeden Fall ein unvergleichlich schönes Erlebnis sein! Für uns Sterbliche ist es aber gefährlich, selbst an einem Elfentanz teilzunehmen, denn auch hier scheint die Zeit sich zu verändern. Man glaubt, man habe bloß ein paar Minuten getanzt, und wenn es einem gelingt, den Kreis zu verlassen, sind vielleicht schon ein paar Jahre oder gar Jahrhunderte vergangen. Oder man tanzt und tanzt, bis man am Ende aus schierer Erschöpfung tot umfällt! Noch mehr über Feenmusik erfährst du auf unserer Seite Talente und Fertigkeiten

  • Wettkämpfe

Obwohl man doch eigentlich von den Feen sagt, sie seien sehr friedliebendes Volk, so habe ich doch auch gelesen, dass sie es lieben, sich in Wettkämpfen zu messen. Dabei treten sie wohl auch auch gerne mal gegen Menschen an, die leider meistens den Kürzeren ziehen!
  • Schachspiel: Feen sind Meister im Schachspiel, besonders ihrem König Finvarra sind nur wenige Gegner wirklich gewachsen, im Gegenteil, manche haben wirklich alles verloren, als sie versucht haben, ihn dabei zu besiegen.
  • Jagen: Feen lieben es, auf die Jagd zu gehen. Bekannt sind Geschichten über die "Wilde Jagd", die alljährlich im Harz unterwegs sein soll.
  • Hurling: Das ist eine Art Hockeyspiel mit gebogenen Stöcken, was man in Irland seit 2000 Jahren spielt. Mehr über Hurling gibt es hier, allerdings auf Englisch: http://www.gaa.ie/sports/hurling/ (externer Link)
  • Kampf mit Waffen: Besonders die Daoine Sidhe sind als große Kämpfer bekannt. Gründe für einen guten Kampf finden sich immer, sei es das Vorrecht um einen besonderen Tanzplatz oder sei es, dass ein Clan die Kinder des anderen entführt, sei es. dass sie sich gegenseitig verfluchen, oder dass sie für ihre menschlichen Freunde gegen einen ihm feindlich gesonnenen Feenclan kämpfen. Auch hierbei scheinen sie manchmal menschliche Hilfe zu brauchen.

So kam einmal ein Feenprinz zu Kirwan of Castle Hacket, einem der großen Häuptlinge von Connaught, und bat um Beistand gegen einen feindlichen Stamm, der in sein Territorium eingefallen war. Er erhielt die erbetene Hilfe auch, und den Feen und ihren menschlichen Helfern gelang es, die Feinde zu besiegen. Die Kämpfer von Connaught kamen reich beschenkt zu ihren Familien zurück, sie brachten Gold und Silber und kristallene Weinkrüge mit, die zum Teil heute noch im Besitz ihrer Familien sein sollen. Es heißt, Kirwan habe bei dieser Gelegenheit eine wunderschöne Braut mit heim gebracht, und tatsächlich sind die weiblichen Nachkommen der Familie seitdem bekannt für außergewöhnliche Schönheit, Anmut und schönen Stimmen.Etwas über Feenwaffen findet ihr auf unserer Seite Die Waffen der Feen.

 

TRICKS UND KRIMINELLE AKTIVITÄTEN

Feen spielen uns Menschen gerne mal einen Streich. Tatsächlich können diese Streiche sehr gemein sein, und manchmal wird es für das Opfer auch richtig gefährlich. Zudem heißt es, Feen seien geschickte Diebe und würden sich des Öfteren an menschlichem Eigentum vergreifen. Mehr darüber erfährst du auf unser Seite Die dunkle Seite.

 

Bilder:

Das Titelbild ist ein Ausschnitt aus einem Gemälde von Charles Sims (1873-1928). Es heißt "Titania"

Von Walter Crane (1845-1915) ist das Bild in "Lebensweise und Organisation" (Ausschnitt aus "King Neptune")

Das Schloss auf dem Bild zu "Feenpaläste" stammt aus dem Monatsbild für
September aus dem berühmten Stundenbuch des Duc de Berry.
Die Brüder Limbourg sollen es gemalt haben (14. Jahrhundert).
Die Kalenderbilder aus diesem Buch findest du übrigens auch auf unserer Seite Bäuerliche Wetterregeln

Das Bild in "Feennahrung" ist ein Ausschnitt aus dem Gemälde
"The Queen was in the Palour eating Bread and Honey"
von Valentine Cameron Prinsep (1838-1904)

Die Schrift in "Feensprache" stammt von einer Einladung
zu einer Hochzeit in einer Feenschrift nach J. R. R. Tolkien.

Das Bild in "Feste und Feiern" ist ein Ausschnitt aus "The May Ball,Florence"
von Jacques Clément Wagrez (1846-1908)

Das Bild in "Musik und Tanz" hat John Melhuish Strudwick gemalt.
Es heißt: " The music faintly falling, dies away".

Die kämpfenden Ritter in "Wettkämpfe" stammen aus einem alten Kinderbuch.

Übersetzung:

Entleere dein Herz von seinem sterblichen Traum,
die Winde erwachen, und die Blätter wirbeln herum.

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