Zu Hülfe - Schutz und Rettung vor den Feen

Eisen, Feuer und Salz sind bekannte Hilfsmittel gegen Feen, doch es gibt noch anderes, und man kann meistens auch noch einiges unternehmen, um jemanden vor den Feen zu retten.

 

INHALT:

  • Tipps und Vorsorge:
    Eisen soll eines der besten Hilfsmittel gegen Feenstreiche und Schlimmeres sein.

  • Rettungsmaßnahmen:
    Auch, wenn jemand von den Feen entführt worden ist, kann man noch etwas zu seiner Rettung unternehmen.


  • Alles zu spät:
    Manchmal kann man allerdings gar nichts tun, wenn jemand unter die Feen gefallen ist.

Seitenende | Übersetzung | Originaltext | Bilder

 

It is on Fridays that the fairies have
the most power to work evil.

Francesca Speranza Lady Wilde, aus: "Ancient Legents of Ireland"

Übersetzung

TIPPS UND VORSORGE

Heutzutage hört man eigentlich kaum noch von wirklich schlimmen Dingen, die Feen begangen haben sollen. Feen sind jetzt sehr selten geworden, und falls man ihnen begegnet oder gar Umgang mit ihnen hat, dürfte es im Allgemeinen ausreichen, wenn man gewisse Umgangsregeln beachtet. Du findest sie auf unserer Seite Gute Nachbarn.

Wenn du dich aber wirklich vor den Feen fürchtest, weil du sie vielleicht verärgert hast, gibt es ein paar Schutzmaßnahmen, die du ergreifen kannst:

 

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Außerdem gibt es noch einige überlieferte Dinge, die gegen Feen und ihre Untaten helfen sollen. Ich habe hier einiges aufgelistet, was helfen soll. Weitere Hilfsmittel gegen besonders gefährliche Feen findest du im Album der Unholde und Galgenvögel.

Talismane und Amulette

Eisen:

Eisen und Stahl soll den besten Schutz bieten vor den Feen. Dabei muss es keine bestimmte Form haben, man kann Schwerter, Messer, Nadeln, Nägel, Scheren, eine Ritterrüstung, Ringe, Eisenstangen, Hufeisen oder sogar Angelhaken verwenden.Angeblich können es Feen nicht einmal anfassen. Deswegen sollen sie es sehr fürchten.

Tipps:

Wenn man einen Feenhügel betritt, so stecke ein Stück Eisen in die Tür, vielleicht dein Messer. Dann muss die Tür offen gehalten werden, und du kannst den Hügel unbeschadet wieder verlassen.

Wenn du als Jäger einen Hirsch erlegt hast, so stecke, bevor du das Tier nach Haus trägst, ein Messer in das Tier. Dann werden die Feen sich nicht, was sie gerne tun, auf die Beute setzen, und du kannst sie leichter heim transportieren.

Wenn du oft nachts unterwegs bist, solltest du immer einen Nagel oder ein Messer in der Tasche haben, dann können die Feen dich nicht entführen.

Nägel sind auch gut dafür, um Frauen im Kindbett und das Baby vor den Feen zu schützen. Man schlägt sie in das Fußende des Bettes. Noch besser ist es, wenn man zusätzlich den Schürhaken unter das Bett legt und einen eisernen Rechen vor das Fenster stellt.

Gegen die Entführung von Babys kann man auch vorsorgen, indem man eine offene Schere an die Wiege befestigt.

Ein Hufeisen über der Eingangstür hält Feen davon ab, das Haus zu betreten.

Wenn du Jäger bist und ein Tier geschossen hast, solltest du ein Messer in dem Kadaver stecken. Dann können Feen kein Gewicht drauf legen, so dass du das Tier leichter nach Hause transportieren kannst.

Feuer:

Auch Feuer soll einen gewissen Schutz vor Feen und ihren Streichen bieten.

Tipps:

Wenn man Feuer rund um das Bett von Müttern und ihren neugeborenen Babys trägt, so soll das die Feen davon abhalten, beide zu entführen.

Feen, die man dabei ertappt, wie sie sich gerade ins Haus schleichen, kann man vertreiben, wenn man mit glühenden Kohlen nach ihnen wirft.

Sauerteig kann man davor bewahren, von den Feen verdorben zu werden, wenn man ein kleines Stück glühenden Torf hinein gibt.

Salz:

Kann als Schutzmittel gegen Feen verwendet werden.

Tipps:

Wenn du nachts in einsamen Gegenden unterwegs bist und Nahrungsmittel mit dir herum trägst, so solltest du etwas Salz darüber streuen. Feen vertragen angeblich keine gesalzenen Speisen, so werden die Nahrungsmittel uninteressant für sie.

Gülle:

Feen sollen den Geruch überhaupt nicht schätzen (wer tut das denn schon?)

Tipp:

In manchen Gegenden war es üblich, die Stalltür mit Gülle zu bestreichen, dann soll das Vieh sicher sein vor feeischen Untaten.

Bestimmte Steine:

So, wie es Steine gibt, die Feen anlocken sollen, soll es auch welche geben, die sie vertreiben, bzw. davon abhalten, üble Streiche zu begehen.

Tipps:

Von den sogenannten Sternsteinen glaubte man früher sie seien von den Sternen gefallen. Heute weiß man allerdings, dass sie versteinerte Seeigel sind. Jedenfalls sollen sie, wenn man sie in der Milchküche in das Milchsieb legt, die Feen davon abhalten, die Milch zu behexen.

Steine mit einem natürlichen Loch in der Mitte sollen, an das Zaumzeug von Pferden gehängt, diese vor den Feen schützen.

Steine mit einem natürlichen Kreuz (z. B. Staurolith) sollen ganz allgemein vor Unheil und bösen Geistern schützen.

Pflanzen:

Einige Pflanzen sollen gegen Feen verwendet werden können.

Tipps:

Die Samen von Pfingstrosen, als Kette um den Hals getragen oder unter das Kissen in der Wiege gelegt, sollen Kinder davor bewahren, von den Feen geraubt zu werden.

Dasselbe wird auch einem Sträußchen Schafgarbe zugeschrieben, die man mit einem roten Band zusammen bindet und an die Wiege hängt.

Schafgarbensträuße und -kränze im Viehstall schützen das Vieh vor Feen und ihrem Zauber.

Johanniskraut soll ein wahres Anti-Feenkraut sein.

Ketten und Kränze von Gänseblümchen, die man in gewissen Nächten um das Haus hängt, sollen dieses davor bewahren, dass Feen es betreten und Unheil anrichten.

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Sonstiges:

Wie man verhindern kann, dass Feen ein Pferd "ausleihen":

Ein Farmer, der bemerkt, wie sein Tier fortgeführt wird, kann das verhindern, indem er ruft: " Your saddle and your pillion be upon you - Dein Sattel und dein Sattelkissen sollen auf dir liegen!", dann wird die Fee vom Pferd herunter fallen und das Tier kann wieder eingefangen werden.

Wie man Feen daran hindert einen in die Irre zu führen:

Man muss seinenMantel mit der Innenseite nach außen anziehen, dann lassen die Feen einen in Ruhe.

Mit einem roten Band:

Damit kann man sich vor den Machenschaften der Feen schützen. Man kann es um den Bettpfosten winden, Babys bekommen es ums Handgelenk, Kühen bindet man es an die Hörner.

Um gut zu schlafen:

Wenn man abends die Schuhe vor dem Bett aufstellt, sollen die Spitzen vom Bett weg zeigen. Das verhindert, dass Feen einem den Schlaf rauben.

Eine Socke unter dem Bett verhindert, dass Feen einem schlechte Träume schicken.

 

Ansonsten:

Lady Wilde, eine irische Dichterin und Feenkennerin (sie war die Mutter von Oska Wilde) meint, freitags hätten die Feen die meiste Macht, Übles zu bewirken. Deswegen sei Freitag ein unglücklicher Tag, eine Arbeit zu beginnen, auf eine Reise zu gehen oder auch für eine Hochzeit. An Freitagen seien die Geister überall präsent, sie bekämen alles mit, was geschieht, und sie verdürben und beschädigten alles, was sie könnten, nur, weil sie auf die menschliche Rasse allgemein böse seien und uns beneideten. So verhexten sie das Vieh, bewirkten, dass das Pferd lahmt, klauten Milch und stählen Kinder, um dabei ihre hässlichen, gefräßigen Wechselbälger zurück zu lassen.

Originaltext von Lady Wilde

Sei also an Freitagen besonders auf der Hut, fange keine Arbeit an, heirate nicht am Freitag und gehe freitags nicht auf die Reise!

 

 

RETTUNGSMASSNAMEN

Wie man jemanden rettet, der in einem Feenkreis gefangen ist:

Versammele einige Freunde und kehre mit ihnen genau nach Jahr und Tag an die Stelle zurück, wo sich der Feenkreis befindet. Es ist gut, wenn jeder von euch ein Stück Eisen oder Stahl in der Tasche trägt. Nun sollen deine Freunde dich ganz fest am Rockzipfel packen, und du setzt vorsichtig einen Fuß in den Feenkreis (aber um Himmels Willen wirklich nur einen Fuß, denn sonst wirst du selbst auch gefangen sein!). Sofort wirst du die Feenmusik hören und deinen Freund sehen, wie er mit den Feen herum tanzt. Ergreife ihn fest am Arm und rufe seinen Namen. Er wird "nur noch eben diesen einen Tanz zuende" tanzen wollen und dir nicht folgen wollen. Nun müssen die Freunde außerhalb des Kreises dich auf ein vorher verabredetes Zeichen hin am Rockzipfel aus dem Kreis zerren, und du darfst den Feentänzer nicht los lassen, so dass ermit dir aus dem Kreis stolpert. Nun musst du ihn davor bewahren, dass er sofort zurück will. Das ist gar nicht so einfach, denn er wird dir kaum glauben, dass schon so viel Zeit vergangen ist.

Eine andere, wohl einfachere Methode ist, dass man einen Handschuh mit dem Futter nach außen dreht und ihn in den Kreis wirft. Dann müssen die Feen angeblich ihren Gefangenen frei lassen.

Wie man ein gegen einen Wechselbalg ausgetauschtes Kind zurück bekommt:

Aus früheren Zeiten sind viele gefährliche Rezepte überliefert, die eher dazu geeignet scheinen, ein unerwünschtes Kind los zu werden! Da die Feen dein Kind gut behandeln werden, solltest du das auch mit dem Feenkind tun. Aber es gibt auch besseren Rat:

Tue einfach irgend etwas völlig Unorthodoxes, Irrationales, was den Wechselbalg zum Reden bringt. Dann muss er nämlich zu seinem Volk zurück kehren, und du wirst dein eigenes Kind zurück bekommen.

Eine Frau gab zum Beispiel vor, aus Eierschalen Bier brauen zu wollen. Der Wechselbalg konnte sich nicht enthalten, auszurufen: "So etwas habe ich ja noch niemals gesehen!" dann fuhr er durch den Karmin davon und man fand das Kind unversehrt im Garten vor.

Eine andere Möglichkeit ist es, den Feen mit bestimmten Dingen zu drohen. Ein junges Paar in Irland musste eines Morgens feststellen, dass Feen das Baby entführt und durch einen Wechselbalg ersetzt hatten. Kurz darauf bekamen sie Besuch von einer Feenfrau, die überglücklich war, den Changeling, wie man im Englischen sagt, unversehrt vorzufinden. "Das ist mein Kind", erzählte sie dem jungen Paar, "meine Leute haben es mit eurem Baby vertauscht. Ich möchte aber lieber unser Kind behalten!" Die beiden gaben ihr den Wechselbalg zurück, und die Feenfrau verriet den beiden, wie sie den Feen drohen sollten, die Weißdornbüsche zu verbrennen, die auf ihrem Feenhügel wuchsen. Das taten sie, und kurz darauf erhielten sie das eigene Kind heil und gesund zurück.

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Wie man entführte Erwachsene retten kann:

Die Methode mit den Weißdornbüschen soll auch funktionieren, wenn erwachsene Menschen geraubt wurden.

Ferner soll es helfen, wenn man den Entführten in einem Kreis von Feen erkennt. Das soll merkwürdigerweise gar nicht so einfach sein. König Edain hat auf diese Weise jedenfalls seine Frau befreien können.

Jennet musste ihren Tam Lin ebenfalls aus einem Zug von Feen heraus erkennen, er ritt mit ihnen als einer der ihren. Sie zog ihn vom Pferd und hielt ihn ganz fest, obwohl die Feenkönigin ihn in eine Reihe wilder Tiere und zuletzt sogar in eine glühende Eisenstange verwandelte. Zum Schluss warf sie ihren Mantel über den Ritter, womit er dem Einfluss der Feen entronnen war.

 

 

ALLES ZU SPÄT?

Manchmal kann man allerdings überhaupt nichts tun, wenn jemand unter die Feen gefallen ist. Dann nämlich, wenn jemand ihren Verlockungen ihrer Schätze und ihres vermeintlich leichten Lebens erlegen ist und es vorzieht, jenseits des Zaubervorhangs bei ihnen zu bleiben. Wenn man solche Menschen gegen ihren Willen zurück bringt, werden sie sich immer nach ihrer Feenheimat zurücksehnen und in unserer Welt totunglücklich sein. Im schlimmsten Fall sterben sie bald an gebrochenem Herzen, im besten Fall sind sie zeitlebens "nicht ganz bei sich", melancholisch und voller Sehnsucht.

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Übersetzung:

Es ist an Freitagen, wo die Feen die meiste
Macht haben, Übles zu bewirken.

Bilder:

Das Titelbild ist ein Auschnitt aus "The old Hall by Moonlight Spectres
and Shades, Brownies and Banshees"
von John Anster Fitzgerald (1819-1906)

Den "Fairyring" in Rettungsmaßnahmen hat
Georges Cruikshank (1792-1878) gemalt.

Vom schwedischen Feenmaler John Bauer stammen
das Bild in "Wechselbalg" und die marschierenden Trolle.

Die verträumte Dame in "Alles zu spät" ist Mrs. Morris
als "Aurea catana" von Dante Gebriel Rosetti (1828-1882)

Originaltext:

It is on Fridays that the fairies have the most power to work evil;therefore Friday is an unlucky day to begin work, or to go on a journey, or to have a wedding; for the spirits are then present everywhere, and hear and see everything that is going on, and will mar and spoil all they can, just out of malice and jealousy of the mortal race.

It is then they strike cattle with their elfin sorrows, lame a horse, steal the milk, and carry off the handsome children, an ugly changeling in exchange, who is soon known to fairy sprite by its voracious appetite, without any natural increase in growth.

Francesca Speranza Lady Wilde, irische Dichterin (um 1823 - 1896)

 

 

Weiterlesen: Die Feen von Cottingley

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