INHALT:
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Sie
sind die geschicktesten Handarbeiter von der Welt, und jeder Elfe vereinigt
in seiner Person die verschiedenartigsten Fertigkeiten... Gebrüder
Grimm, aus "Irische Elfenmärchen"
Viele
Talente und Fertigkeiten werden den Feen zugeschrieben. Auf den meisten Gebieten
sollen sie uns Menschen weit überlegen sein. Andererseits hört man manchmal
aber auch, dass sie menschliche Künstler und Handwerker entführen sollen,
um ihre Dienste in Anspruch zu nehmen, sollte es am Ende mit ihren Fähigkeiten
doch nicht so gut bestellt sein? KUNST
UND KUNSTHANDWERK
Feen
sind künstlerisch und technisch sehr begabt, und so sollen sich in ihren
Palästen großartige Kunstwerke befinden, die Wände sollen wunderschön
bemalt oder von prunkvollen Wandteppichen bedeckt sein. Ihre Möbel sind so
fein geschreinert, wie kein sterblicher Handwerker sie schaffen könnte. Ihre
Kleidung ist meist wunderbar gearbeitet und bestickt, die Stoffe leuchtend bunt
gefärbt und so fein gewebt und so anschmiegsam, dass wohl nicht einmal unsere
Seide mithalten kann. Einige Feenkünste sollen hier besonders besprochen
werden:

Besonders
interessiert sollen die Feen an Musik und Tanz sein. Kein Wunder ist das bei ihrer
Lebensweise, wo Festivitäten mehr zählen als alles andere. Feenmusikanten
haben ein fast magisches Geschick. Sie können jegliches Instrument spielen,
sollen aber Fiedeln, Lauten, Harfen, Taburine, Zimbeln und Maultrommeln bevorzugen. Feenmusik
klingt wild, wehmütig und ungewöhnlich. Auf Menschen hat sie einen fatalen
Einfluss, wer sie hört, wird niemals ihren Klang vergessen und sich sein
Leben lang danach sehnen, sie wieder hören zu dürfen. Die Melodien selber
sind seltsam unbeständig im Gedächtnis, nicht einmal ausgebildete Musikanten
können sie wieder geben, wenn sie einmal verklungen sind. Troztdem haben
einige ihrer Lieder Einfluss genommen auf unsere Musik. Viele der bekannten Stücke,
wie zum Beispiel "The Londonderry air" sollen feeischen Ursprungs sein. Jemand,
der einmal die Feen beobachtet und noch die letzten Takte ihrer Musik gehört
hatte, konnte sich (glücklicherweise vermutlich!) nur noch an die letzten
Töne erinnern. Er notierte folgende Töne:

(Nach: "Faeries" von Brian Froud/Alan Lee)
Auch
ihre Tänze sind sehr wild und gleichzeitig kunstvoll. Gewöhnlich bevorzugen
sie Rundtänze und Reigen, wobei sie nicht unbedingt einen Partner benötigen.
Sterbliche, die bei Feentänzen mittanzen wollen, sollten sehr vorsichtig
sein. Da sie beim Tanzen im Allgemeinen die Zeit völlig vergessen, überschätzen
sie oft ihre Kräfte und tanzen bis zur völligen Erschöpfung und
darüber hinaus. Es gibt sogar Berichte über menschliche Tänzer,
die dabei tot umgefallen sind.
Obwohl
den Feen eine Abneigung gegen oder sogar eine Furcht vor Metallen, insbesondere
Eisen (Allergie?) nachgesagt wird, haben sie doch geschickte Metallarbeiter. Elfenschmiede,
von denen die meisten zu den Zwergen gehören, sind sehr bekannt für
ihre kunstvollen Werke. Oftmals haben die Erzeugnisse aus den unterirdischen Schmieden
zauberische Eigenschaften, man kann beispielsweise die Sprache der Tier verstehen,
wenn man einen bestimmten Ring trägt, oder ein Schwert kann andere Schwerter
zerschneiden und die Schneide wird niemals stumpf. Unter
anderem sollen Brisingamen, das Halsband der Göttin Freya, und auch der Hammer
des Thor aus ihrer Werkstatt stammen. Viele der Schwerter aus unseren alten Sagen
sollen von Zwergen hergestellt worden sein, oder die Feen waren dem menschlichen
Schmied doch wenigstens bei der Herstellung behilflich. Mehr
über Elfenschwerter

Als
Baumeister haben sie nicht ihresgleichen; das beweisen schon ihre eigenen
Wohnungen... Gebrüder
Grimm, aus "Irische Elfenmärchen" Sie
bauen zweckmäßig, kunstvoll, und vor allem überdauern ihre Gebäude
die Zeiten und sollen höchstens einmal an Verstopfungen des Rauchfanges leiden.
Fast alle Feenbauten stehen an Orten, von denen man sich überhaupt nicht
vorstellen kann, dass sich dort ein Gebäude befindet, zum Beispiel soll es
Schlösser geben, die über Wasserfällen oder an steilen Abhängen
errichtet worden sind. Die
Gebäude enthüllen sich nicht einfach jedem Betrachter, sondern sind
so perfekt der Landschaft angepasst, dass sie nur schwer entdeckt werden können.
Es heißt ab und zu auch, die Feenschlösser würden auf eine Art
Wolken stehen und mit diesen umher ziehen. Wie die Häuser von Hexen, so sollen
manchmal auch Feenhäuser auf Gänse- oder Entenfüßen stehen. Ab
und zu sind Feen wohl auch mal menschlichen Architekten behilflich, und dann sollen
Gebäude von wunderlichen Ausmaßen und großer Schönheit entstehen.So
erzählt man sich, dass der Baumeister Michael Scott (um 1290, Ahne des Dichters
Walter Scott) mit Feenhilfe in unglaublich kurzer Zeit Brücken bauen konnte,
einige davon sollen noch heute einige erhalten sein und ihren Dienst tun.
Die
Schiffsbauer der Feen sind sehr geschickt. Ihre Boote und Schiffe sehen oft gar
nicht besonders aus, doch wie in viele andere Dinge, werden auch in Feenschiffe
offenbar oft kunstvolle Zauber eingearbeitet, so dass sie zum Beispiel jeden Sturm
überstehen können, immer wieder in den Heimathafen zurückfinden,
geradewegs den vom Schiffer gewünschten Hafen anlaufen, gegen den Wind segeln
können, unsinkbar sind oder Ähnliches. Das
nordische Skidbladnir, ein Schiff, das wie ein Tuch zusammen gefaltet werden kann,
soll aus der Werkstatt der Feen stammen. Prydwen, das Zauberschiff König
Arthurs, soll mit tatkräftiger Hilfe von Feen gebaut worden sein.
Heilkunst Die
Heilkunst der Feen gehört eigentlich schon zu den Zauberkräften. Die
Heiler der Feen sind nämlich unübertroffen darin, ihre Patienten zu
heilen, sie kennen die geheimen Kräfte der Pflanzen und wissen sie wohl einzusetzen.
Ihre Zaubertränke können nicht nur Wunden und Krankheiten heilen, sondern
auch Liebe hervorrufen und beenden, Kraft und Stärke verleihen, ja sogar
unsichtbar machen.
Es heißt, dass menschliche Heiler in früheren
Zeiten so einiges von den Feen gelernt haben. Sogenannte "Feenheiler"
waren Männer und Frauen, von denen man meistens annahm, dass sie einige Zeit
im Feenland gelebt hätten. Man rief sie, wenn Mensch oder Vieh von irgend
etwas befallen war, was man den Feen zu schrieb.
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ZAUBERKÜNSTE 
Unter
den Künsten und Fertigkeiten der Feen sind so manche die uns sehr geheimnisvoll
und fremd anmuten! Unsichtbarkeit Viele
Feen sollen unsichtbar sein, oder sich zumindest unsichtbar machen können.
Ungesehen können sie Wohnungen und Ställe der Menschen betreten, und
man bemerkt nicht, dass sie überhaupt da sind. Es heißt, Feen benutzten
zu diesem Zweck besondere Hüte, die Tarnkappen. Wenn es gelingt, einer Fee
diese Tarnkappe zu entreißen, so wird sie sichtbar. Wenn die Kappe passt,
so kann der Mensch, der sie erbeutet hat, sie von nun an benutzen. Allerdings
wird die Kappe einer der kleinen und winzigen Feen ihm kaum mehr als den kleinen
Finger unsichtbar machen ;o).
Die
Legende von der Unsichtbarkeit könnte aber auch daraus resultieren, dass
sich Feen von Natur aus sehr leise bewegen. Man wird eine Fee nicht hören,
wenn sie es nicht will, nicht einmal, wenn sie über trockene Äste geht
oder durch trockenes Stroh. Manchmal soll man allerdings doch etwas venehmen,
Geräusche wie das Rauschen von Seide, vielleicht auch ein metallisches Zischen,
ein Geräusch, wie ein Schwert es macht, wenn es rasch aus der Scheide gezogen
wird. Zudem
können sich Feen sehr gut verstecken und tarnen.
Unsterblichkeit
Feen
erreichen auf jeden Fall ein sehr hohes Alter. Manchmal wird ihnen sogar Unsterblichkeit
zugeschrieben. Ganze Generationen von Menschenfamilien standen anscheinend schon
in enger Verbindung mit Feen und haben immer wieder mit denselben Individuen verhandelt.
Zwar
ist überliefert, dass einige der eng mit Menschen verbundenen Brownie-Familien
Begräbnisse abhalten, doch sollen diese nicht "echt" sein, sondern
nur eine Nachahmung unserer Sitten. Unter Umständen hängt diese scheinbare
Unsterblichkeit aber auch mit dem Zeitphänomen zusammen.
Immer
wieder wird erzählt, dass die Zeit in Feenhügeln und Feenpalästen
anders läuft als bei uns. Ein Zeitabschnitt, der bei uns Jahre oder gar Jahrhunderte
dauert, dauert dort nur Stunden oder Minuten. Helden, die das Feenland besucht
haben, kehren oft erst in unsere Welt zurück, wenn ihre Lebensspanne längst
überschritten ist, so dass sie sofort zu Staub zerfallen, wenn sie unsere
Erde berühren oder unsere Nahrung essen. Vielleicht ist ja diese Tatsache
die Erklärung dafür, dass Feen bei uns als unsterblich gelten, denn
die Zeit, wie wir sie kennen, wirkt ja nur auf sie, wenn sie sich in unserer Welt
befinden. Andererseits
gibt es aber auch Erzählungen darüber , dass Besucher bei den Feen mehrere
Jahre zubrachten, und, wenn sie zurück kamen, war bei uns gerade mal ein
Augenblick verstrichen. Ob
das nun eine aber natürliche Eigenschaft der Feenbehausungen bzw. der Feenwelt
ist, oder ob die Feen selber die Zeit willentlich beeinflussen, konnten wir nicht
klären.
Fliegen Viele
Feen können fliegen. Es gibt einige, die eigentlich zu groß sind für
ihre Flügel und nach Aussagen von Wissenschaftlern gar nicht fliegen könnten
(die meist sehr zierlichen Flügel könnten sie nicht tragen). Andere
besitzen gar keine Flügel. Trotzdem wurden sie offenbar dabei beobachtet,
wie sich sich durch die Luft bewegt haben. Eventuell benutzen sie dabei Telekinese.
Manchmal benutzen Feen auch Hilfsmittel zur Fortbewegung, wie zum Beispiel 7-Meilen-Stiefel,
oder auch verzauberte Gegenstände, die sich dann in die Luft erheben.
Feen
sollen das Wetter beeinflussen können. Deswegen werden sie oft für Stürme
oder Landregen oder ähnliche Unbill verantwortlich gemacht. Vielleicht haben
sie aber auch nur sehr gute Kenntnisse über Wetterphänomene, so dass
sie, im Gegensatz zu unseren Wetterpropheten
;o), richtige Voraussagen treffen können. Einige
Feen sollen Wirbelstürme (Eddywinds im Englischen) oder Windhosen benutzen,
um zu reisen. Angeblich haben sie auf diesem Wege auch schon Sterbliche mit genommen,
die sich dann in unglaublich kurzer Zeit über Entfernungen versetzt sahen,
die sie normalerweise kaum zurücklegen hätten können.
Weissagen Vielen
Elfen wird nachgesagt, dass sie die Zukunft erkennen können, ebenso sollen
sie sehen können, was in großer Entfernung geschieht. Oftmals teilen
sie ihr Wissen auch mit Menschen, indem sie diese vor bevorstehenden Unglücken
warnen.
Viele
der Gegenstände, die von Feen hergestellt werden, haben wunderbare Eigenschaften.
Angefangen von ihren Feenpalästen, die auf merkwürdige Art der Umgebung
so angepasst sind, dass kein menschliches Auge sie entdecken kann, über Waffen,
die ihre Eigentümer aktiv im Kampf unterstützen, bis zu ganz alltäglichen
Gegenständen wie Weinkrüge oder Saatsäcke, die aber niemals leer
werden. Manchmal sollen sie menschlichen Freunden diese Dinge leihweise oder als
Geschenk überlassen. Einige
Leute warnen allerdings vor dem Gebrauch dieser Gegenstände, sie sollen sich
ab und zu gegen den Benutzer kehren, oder ihm sonst irgend einen Schaden zufügen. Nicht
unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang die Feensalbe:
Das
soll eine Salbe oder ein Öl sein, die jemanden befähigt, hinter dem
Glanz, den die Feen auf viele Dinge legen, die Wahrheit zu sehen. Ihren Hauptbestandteil
sollen vierblättrige Kleeblätter bilden, und die Salbe muss auf die
Augenlider gestrichen werden. Es
gibt Geschichten darüber, wie menschliche Ammen, die von den Feen geraubt
wurden, diese Salbe auf die Augenlider ihrer Feenschützlinge streichen mussten
und dabei neugierig oder versehentlich auch etwas auf ihr eigenes Lid bekamen.
Nun konnten sie erkennen, dass sie sich nicht in einem Palast, sondern in einer
finsteren Höhle oder alten Hütte befanden. Die Kleider ihrer "Gastgeber"
waren nicht aus Gold und Seide, sondern bestanden aus schäbigen Fetzen. Wobei
mir aber irgendwie unklar ist, warum Feen lieber sehen sollten, dass sie in schäbigen,
dreckigen Hütten wohnen und Lumpenkleider tragen. Wenn sie denn schon so
elend leben müssten, dann wäre es doch viel angenehmer für sie,
selbst auch der Illusion eines angenehmeren Lebens zu erliegen. Also entweder
wirkt die Salbe bei den Feen selber ganz anders, oder die klare Sicht auf die
Realität ist vielleicht eine unerwünschte Nebenwirkung. Die Sache bleibt
jedenfalls irgendwie merkwürdig.
Seitenanfang Übersetzung Die
kleinen Leute...typisch für die komplexe Feennatur, sind trotz ihrer
Furcht vor kaltem Eisen als begabte Metallarbeiter bekannt. Bilder: Das
Titelbild ist im Original von Edmund Blair Leighton (1853-1922) gemalt
worden. Es heißt "Stitching the Standard" Das
Bild in "Musik und Tanz" ist von Franz von Stuck (1863-1928),
es heißt "Pan". Das
Bild in "Schmieden" zeigt die "Schmiede des Vulkan" und
ist von Luca Giordano (1632-1705) Das
Baukunst-Schloss ist im Original ein Bild von Gustave Doré (1832-1883)
und heißt "Castle". Ds
Schiff hat Arkhip Kuinji (1842 - 1910) gemalt. Der
Zauberstab stammt von der Rabenfrau. Die
"Feensalbe" befindet sich in einem antiken Parfumfläschen mit
Spatel. 
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