Die dunkle Jahreszeit - Saisonabhängige Depression

Viele Menschen leiden unter der in dieser Jahreszeit zunehmenden Dunkelheit und bekommen eine sogenannte "Saisonabhängige Depression" , doch dagegen kann man einiges tun!

 
Inhalt:
 

Schon seit der Sommersonnenwende (21. Juni) sind die Tage wieder kürzer geworden. Nach der Herbst-Tag-und-Nachtgleiche (zwischen dem 22. und 23. September)sind die Nächte nun sogar wieder länger als die Tage. Oft ist die Sonne zudem von Wolken verhüllt. Die dunkle Jahreszeit hat begonnen.

Viele Menschen reagieren auf die zunehmende Dunkelheit mit depressiven Verstimmungen. Weihnachten mit seinen Annehmlichkeiten ist schließlich noch weit weg, wir bemerken nur, dass das Wetter schlechter wird, die Tage kürzer sind, und die Sonne sich rar macht.

Warum wir überhaupt Jahreszeiten haben, kann man hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Jahreszeiten

Traurige Zeiten?

Ausschnitt aus "Madeleine repentente"  von Georges de la Tour

Viele Menschen kommen mit der zunehmenden Dunkelheit nur schwer zurecht. Im schlimmsten Fall kann das bis zu einer echten Depression gehen. Saisonale Depression nennt man das. In den meisten Fällen handelt es sich aber einfach um eine Dysthyme Störung, was der medizinische Fachausdruck für "nicht gut drauf sein" ist. Die Symptome dafür sind:

  • Energielosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Heißhunger auf Süßes
  • erhöhte Reizbarkeit und Nervosität, schlechte Laune

Die Ursache dafür ist ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Hormonen, der durch das fehlende Licht ausgelöst wird:

  • Vitamin D
    Durch die verminderte Sonneneinstrahlung wird im menschlichen Körper weniger Vitamin D gebildet. Ein Mengel davon führt unter anderem zu erhöhter Reizbarkeit und Nervosität.
  • Melantonin
    ist verantwortlich für Müdigkeit und guten Schlaf. Normalerweise wird es im Körper nachts produziert, wenn es dunkel ist und wir schlafen. In den Zeiten geringer Sonneneinstrahlung wird es aber auch tagsüber hergestellt, es entsteht ein Überangebot und wir sind ständig müde und schlecht gelaunt.

 

Was man dagegen tun kann

Im Falle einer echten Depression muss man natürlich zum Arzt gehen. Aber wenn es nicht so schlimm ist, kann man auch selber dagegen vorgehen.

Natürlich ist es in dieser Jahreszeit besonders wichtig, genügend Licht aufzunehmen. Man könnte sich zum Beispiel einer Lichttherapie unterziehen. Dabei setzt man sich jeden Tag eine gewisse Zeit dem Licht bestimmter, sehr starker Lampen aus, deren Licht dem Tageslicht sehr ähnlich ist. Die Therapie ist einigermaßen aufwändig, und die Lampen kann sich nicht jeder leisten, obwohl man sie sogar schon in einem gewissen Kaffeeladen kaufen konnte. Im Normalfall kann man sich aber auch anders helfen.

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Mehr Licht!

"Paris Street- Rainy Weather"

Sorge dafür, dass du möglichst viel Tageslicht bekommst. In der Wohnung sollten die Vorhänge zurück gezogen werden, und auch, wenn es schwer fällt, solltest du in dieser Jahreszeit auf keinen Fall bis mittags im Bett liegen bleiben.

Manche Leute schwören darauf, dass es ihnen hilft, wenn sie öfter ins Solarium gehen.

Ein täglicher Spaziergang von ungefähr einer halben Stunde sorgt aber auch dafür, dass dein Körper mehr Licht aufnehmen kann. Und zwar sollte das bei jedem Wetter passieren, denn auch an Regentagen strahlt der Himmel noch etwa 1500 Lux ab, das ist vermutlich immer noch das Dreifache der Lichtmenge, die in deiner Wohnung vorhanden ist (durchschnittlich 500 Lux). Vielleicht gehst du einfach mal jeden Tag zu Fuß zur Arbeit, statt mit dem Bus oder mit dem Auto zu fahren.


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Phytotherapie

Mit Johanniskraut kann die Fähigkeit des Körpers zur Lichtaufnahme gesteigert werden. Es gibt Johanniskraut in Form von Tee, Dragees und Tropfen in der Apotheke. Dort erfährst du auch, wie es dosiert werden muss.

Achtung: Wenn du Johanniskraut nimmst, verzichte auf den Besuch
im Solarium! Die Haut wird lichtempfindlicher, und es kann
zu Sonnenbrand und schweren Pigmentstörungen kommen.

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Bewegung und Ernährung

Immer noch verhält sich unser Körper um diese Jahreszeit so, als würden wir, wie die Bären, einen Winterschlaf halten. Der innere Schweinehund, der uns daran hindern will, sportlich tätig zu werden, wächst ins Gigantische und ist momentan eher ein Schweinemammut. Wir sind träge und möchten uns am liebsten den ganzen Tag im Bett verkriechen.

Unser Körper will, dass wir uns Winterspeck anfuttern, und deswegen haben die meisten Menschen jetzt vermehrt Appetit auf Süßigkeiten. Da wir aber keinen Winterschlaf halten (können?), sollten wir diesem Trieb nicht nachgeben, sondern vermehrt Obst und Gemüse essen, um Vitamine aufzunehmen und den Stoffwechsel auf Trab zu bringen. Wenn wir es dazu noch schaffen, den Schweinehund zu überwinden und Ausdauersport zu treiben, so belohnt uns unser Körper mit der Ausschüttung von Endorphinen, die man auch Glückshormone nennt.

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Die Einstellung ändern

  • Goldener Herbst
    Altweibersommer nennt man die Zeit, wenn die Tage noch warm sind, aber die Hitze des Sommers vorüber ist. Noch einmal zieht die Natur ein Festgewand an, die Blätter der Bäume erstrahlen in warmen Farben, in der Küche riecht es nach Apfelmus und zum Kaffee gibt es Pflaumenkuchen.Diese Tage sind um so kostbarer, als wir wissen, sie sind endlich. Die immer früher hereinbrechende Dunkelheit, die abendliche Kühle, sie sind bereits die Vorboten der kalten Jahreszeit. Man sollte diese Tage besonders genießen, vielleicht eine Radtour machen, ein Picknick am Rande eines Stoppelackers, Drachen steigen lassen. Aber auch ein Stadtbummel ist schön um diese Jahreszeit, nach der großen Hitze des Sommers kann man aufatmen.
  • My home is my castle...

My home is my castle

...Mein Heim ist meine Burg! Auch trübe Regentage haben ihre guten Seiten, wenn man sich darauf einlässt und nicht einfach der Sonne nachtrauert. Jetzt ist die Zeit dafür, Höhlen zu bauen, es dir daheim kuschelig warm (ein Lob auf die Heizung!) und gemütlich zu machen! "Cocooning" nennt man das neuerdings auf neudeutsch.

Räum deine Wohnung auf und um, hänge vielleicht ein neues Bild auf, gönne dir neue Sofakissen oder schöne Vorhänge. Warme Farben sind jetzt angesagt, die das Grau vergessen lassen. Wenn das Grün draußen verschwindet, hole es dir ins Haus, in Form von Grünpflanzen auf der Fensterbank oder bunten Asternsträußen in braunen Tonkrügen für den Tisch!

Mach dir einen schönen Tee (oder auch einen Glühwein!), gibt deinen Lieblingsduft in die Duftlampe. Zünde den Ofen oder Karmin an, wenn du einen besitzt, oder wie ich, in Ermangelung eines solchen, Kerzen. Stelle Tischlampen auf in den dunklen Ecken deiner Wohnung und am Fenster. Salzlampen geben gemütliches Schummerlicht und sollen auch die Atmosphäre eines Raumes positiv beeinflussen. Mach es dir einfach gemütlich, du sollst dich wohl fühlen in deiner Höhle!

Ausschnitt aus "Girl reading" von Joseph Wright

Vielleicht findest du jetzt endlich mal die Zeit, an all die Freunde zu schreiben, denen du schon längst einmal einen Brief schicken wolltest, du könntest dich in die Sofaecke kuscheln, ein Video angucken, dass du schon lange sehen wolltest, oder vielleicht den SuB (=Stapel ungelesener Bücher) abzubauen. Oder du fängst an, einen Roman zu schreiben, zu Malen, einen kilometerlangen Schal zu stricken, oder du "bastelst" dir eine Homepage...

Mehr Ideen gegen Langeweile findest du auf meiner Seite Rabenideen
  • Zeit für Freunde

Ausschnitt aus "Experiment with an air pump" von Joseph Wright

Und: Du musst in deiner Höhle äh, in deiner Wohnung ja nicht allein bleiben! Lade deine Freunde oder Nachbarn ein, zu gemütlichen Teestunden oder neuem Wein mit Zwiebelkuchen, zum Geschichten erzählen, zum Spielenb, um die Urlaubsbilder oder einen Film zu gucken oder einfach zum Schwatzen, denn:

...de Nåvers sünd disse Tiet
ok nich geern alleen,
un de Teepunsch an´t Füer
mååkt de Waeder wedder schöön. ( Übersetzung)

Das singt Knut Kiesewetter in seinem Lied "Freesenhoff. Dieses schöne Herbstlied, was für mich die Stimmung dieser Jahreszeit schön ausdrückt, findest du hier:http://private.addcom.de/plattgaarn/fresenho.htm

Infos über Feste im Jahreskreis findest du im Rabenkalender. Anregungen für Feste zu Hause gibt es auf der Seite Hausfeste.

Mehr über Spiele und kleine Basteleien nicht nur im Herbst im Herbst gibt es hier:
http://www.labbe.de/zzzebra/index.asp?themaid=230&titelid=666


Sicherheit im Straßenverkehr

Dunkel ist es, wenn man in der Früh zur Arbeit oder in die Schule geht. Dunkel ist es schon wieder, wenn man sich abends auf den Heimweg macht. Die Tage im Herbst werden immer kürzer und oft kommt zur Dunkelheit auch noch Nebel, kurz: Es herrschen jetzt oft schlechte Sichtverhältnisse. Besonders für Fußgänger und Radfahrer bedeutet das erhöhte Gefahr, weil sie oft zu spät bemerkt werden.

Ein dunkel gekleideter Fußgänger, der am Straßenrand geht, wird von einem Autofahrer, der mit Abblendlicht unterwegs ist, erst auf eine Entfernung von 20-30 Metern bemerkt. Trägt er helle Kleidung, ist er schon in 90 m Entfernung zu erkennen, trägt er Kleidung mit reflektierendem Material, dann kann man ihn sogar bereits aus 150 Metern Entfernung erkennen.

Das bedeutet, Fußgänger müssen sich auffälliger kleiden und besonders vorsichtig verhalten. Black ist zwar beautiful, aber für Jacken und Mäntel in dieser Jahreszeit nicht unbedingt zu empfehlen. Falls du darauf nicht verzichten willst, trage helle Mützen, Schals, Taschen und Handschuhe. Positiv zu bewerten sind auch Reflektoren auf Taschen oder Kleidung, zum Beispiel werden diverse "Blinkis", die man an der Kleidung befestigen kann, (einer ist oben abgebildet!) empfohlen. Allerdings gibt es da sehr große Qualitätsunterschiede!

Radfahrer sollten unbedingt dafür sorgen, dass ihre Lichtanlage in Ordnung ist. Außerdem sollten an Pedalen und Speichen sowie nach vorne und hinten gerichtete Reflektoren am Fahrrad befestig werden. Reflektierende Kleidung kann natürlich auch bei Radlern nichts schaden.

Als Fußgänger unbedingt Schutzwege benützen und beim Überqueren der Straße jetzt besonders aufpassen. Egal, ob man zu Fuß unterwegs ist, oder mit dem Fahrrad. Für die eigene Sicherheit sollte man im Zweifelsfall nicht auf seinem Recht beharren und gegebenenfalls auf den Vorrang gegenüber einem Kraftfahrzeug verzichten.

http://www.wdr.de/tv/service/verkehr/inhalt/20051108/b_5.phtml - Hier gibt es zu diesem Thema interessante Informationen, die in der Sendung "Der 7. Sinn" im Fernsehen gezeigt wurden. (links auf "Archiv" klicken, dann auf "Stichwortverzeichnis", im erscheinenden Stichwort-Fenster "Dunkelheit" anklicken. Dann erscheinen im rechten Fenster die entsprechenden Beiträge zum Anklicken.

 

Bilder:

Titelbild: Ausschnitt aus: "St. Joseph erscheint ein Engel" (gespiegelt)
von Georges de la Tour (1848-1894), der besonders bekannt ist für seine "Licht-Bilder"

Kerze: Ausschnitt aus "Madeleine repentente"
von Georges de la Tour (1848-1894)

Traurige Zeiten: Ausschnitt aus "Madeleine repentente"
von Georges de la Tour (1848-1894)

Mehr Licht : "Aprilschauer"
von Frederick Childe Hassam (1859-1935)

My home is my castle: Ausschnitt aus "När barnen lagt sig"
von Carl Larsson (1853-1919)

Ausschnitt aus " Girl reading by candlelight"
von Joseph Wright (1734-1797)

Zeit für Freunde: Ausschnitt aus "Experiment with an air pump"
von Joseph Wright (1734-1797)

Sicherheit im Straßenverkehr: Grafik von der Rabenfrau

Schluss: Ausschnitt aus "Boy blowing at Lamp"
von Georges de la Tour (1848-1894)

Übersetzung:

...die Nachbarn sind jetzt auch nicht gern allein,
und der Teepunsch am Feuer macht das Wetter wieder schön.

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Ausschnitt aus "Boy blowing out lamp" von Georges de la Tour