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Ein Männlein steht im Walde... Ganze Generationen sind in die Falle getappt! Was in diesem Rätsellied still und stumm im purpurroten Mäntelein im Walde herum steht, ist nicht, wie meistens vermutet, der giftige Fliegenpilz. Heinrich Hoffmann von Fallersleben meinte nämlich damit die Hagebutte. Das wird in der letzten Strophe verraten:
Nachdem die zarten Blüten sich verabschiedet haben, verwandeln sich viele Rosen in rote, orange, schwarze oder auch grünliche Bällchen, die Hagebutten. Es gibt sie in dick und kugelig, elegant flaschenförmig, klein und rund, in glatt oder behaart. Obwohl es auch einige gefüllte und öfter blühende Rosensorten gibt, die Hagebutten ausbilden, sind es doch eher ungefüllte oder leicht gefüllte Wildrosen, die sich mit ihnen schmücken:
Wiepeldorn und Dornapfel: Die Heckenrose hat über 100 volkstümliche Namen, z. B. Hahnpoten, Hageroos, Heckenroos, Hundsroos, Wildrose, Buttelrose, Buttlenstrauch, Dornröschen, Egeltieren, Frauenrose, Häglidorn, Hagbuttenstrauch, Hagenbutte, Hagenbutze, Hagerose, Hainbutten, Hambutten, Heckenrose, Hetschipetsch, Heideröslein, Hiefalter, Hiefe, Hundsdorn, Hundsrose, Jemkerdorn, Judendorn, Kippendorn, Kleidorn, Lausbusch, Mariendorn, Rosendorn, Weichagen, Weicheldorn, Weichdorn, Wepeldorn, Wiepeldorn, Wiepdorn, Wildrose, Wipken, Zaunrose (eine holsteinische Hahnpotensuppe hat also nichts mit Hühnerbeinen zu tun, sondern ist eine Hagebuttensuppe!) Alle Namen mit "Hage" wie Hagedorn, Hagebutte und so weiter haben etwas zu tun mit "Hac" (= mittelhochdeutsch "dichtes Gebüsch, Dornengestrüpp). "Butte" kommt von "Butzen" (= Klumpen, hier: Frucht). die vielen Namen beweisen schon die hohe Bedeutung, die die Wildrosen auch schon in alter Zeit für die Menschen hatten. Schon in der Steinzeit war sie wohl eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan, wie Funde aus alten Pfahlbau-Ausgrabungen beweisen. Verwendung:
Hagebutten-Marmelade (Marmelade déglantines) Man nimmt recht reife Hagebutten, macht die Kerne heraus, thut sie in eine Schüssel und läßt sie unter öfterem Umrühren mehrere Tage, bis sie völlig weich sind, stehen. Sie werden sodann durch ein Haarsieb gestrichen und zu 560 Gramm Mark 560 Gramm Zucker genommen, welchen man zum Flug kocht, die Marmelade dazu rührt und einigemal mit aufkochen läßt. Diese Marmelade wird gleich in Gläser gefüllt, mit Papier zugedeckt und wenn sie kalt ist, zugebunden aufbewahrt. (J. Rottenhöfer in: Neue vollständige theoretisch-praktische Anweisung in der feinern Kochkunst.von 1858) Mehr Hagebutenrezepte (externe Links): http://www.seitenzahl.de/kueche/hagebutten.htm http://www.garten-literatur.de/Pflanzen/Rezepte/rosen_rezepte.htm
Inhaltsstoffe: Wie man heute weiß, sind für das leuchtende Rot sind Karotinoide und Lycopin verantwortlich, außerdem enthalten sie jede Menge Vitamin C (ein Löffel Hagebuttenmus deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen!), Gerbstoffe, Eisen und Saccharose, Flavonide, Pektine und Mineralstoffe.
In der Heilkunst Obwohl die Ärzte im Mittelalter ja noch gar nichts vom Vitamin C wussten, verordneten sie Hagebutten schon gegen "feiicht zanfleysch". In der Heilkunst gelten die Hagebuttennüsschen als wassertreibend und wird daher bei Blasen- und Nierenleiden verwendet. Durch den hohen Vitamin-C-Gehalt eignen sich die Hagebuttenschalen natürlich auch als Erkältungstee. Vor kurzem haben drei Schüler aus Hessen im Rahmen des Wettbewerbs "Jugend forscht" außerdem einen Hagebuttentee entwickelt, der gegen Herpesviren hilft.
Zauberpflanze:
Schon immer waren die Menschen bezaubert von den schönen Blüten und dem Duft. Maria, so heißt es, habe einst die Windeln des Jesuskindes an diesem Dornenstrauch aufgehängt, woraufhin er nun die rosigen Blüten hervorbringt. Aber auch die Dornenkrone Jesu war aus Rosenzweigen geflochten. so stand der Strauch in so hohem Ansehen, dass so manches Bäuerlein seinen Hut zog vor einer "Butteleshecke". In den Dornen einer slchen Wildrosenhecke konnten man aber auch leicht hängen bleiben, und so pflanzte man Zaunrosen als Schutzhecken um die Höfe. Wo aber Menschen und Tiere nicht hindurch kommen, so dachte man früher, würden wohl auch Hexen und allerlei Geistervolk stecken bleiben, und die Hecken galten sogar auch als Schutz gegen angehexte Krankheiten. Der Verzehr der ersten Hagebutte im Jahr sollte schützen gegen Gürtelrose. Wenn man an Silvester oder Weihnachten (natürlich unter volkommenem Schweigen!)3 Hagebutten aß, war man im neuen Jahr weitgehend geschützt vor Unfall und Krankheit. Bei uns in Schwaben galt das vor allem für Halsweh, Seitenstechen und Magenleiden. Hagebutten unter dem Kopfkissen sollten einen guten Schlaf bescheren. "Rosenäpfel" oder "Schlafäpfel", merkwürdige Wucherungen die, wie man heute weiß, durch Rosengallwespen hervorgerufen werden, sollten bei Hundebissen gegen Tollwut helfen (daher der Name "Hundsrose" oder "Rosa canina") und unter dem Kopfkissen ebenfalls für einen guten Schlaf sorgen. Das erste Badewasser eines Kindes sollte unbedingt unter einem Rosenbusch ausgekippt werden, das Kind sollte dann besonders gut gedeien und rote Backen bekommen. Auch gegen Blitz und Unwetter, so hieß es, sollten die Früchte schützen. Man benutzte die Sträucher auch zur Wettervoraussage: Trugen die Sträucher im Herbst viele Hagebutten, so galt das als Hinweis auf einen harten Winter mit viel Sturm und Regen. Für Kinder: | ||||||||||||
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