Sonnenwende
Was ist das eigentlich? Der
längste Tag Uralte
Sonnenobservatorien und traditonelle Feste zu Mittsommer Die
kürzeste Nacht Sonnenwendfeuer
Zauberbräuche Johanniskräuter
Was in den Johannisbuschen
gehört Holdertag
Hollerkücherl und was
Johanni für Gärtner bedeutet Johannisfest
Ein Fest für Freunde
und Verwandte daheim |
Seitenende
| Bilder Das
Sonnenwendfest oder auch Midsommer wird vor allem in den nördlichen Gegenden
unseres Globus gefeiert. Sonnenwende Das
lateinische Wort "Solstitium" für Sonnenwende bedeutet eigentlich
so viel wie "Stillstand der Sonne". Astronomisch bedeutet die Sonnenwende
die größte nördliche (Wintersolstitium) bzw. südliche (Sommersolstitium)
Deklination der Sonne. Während
die Erde sich um die Sonne bewegt, bleibt die Erdachse die ganze Zeit fast parallel
zu sich selbst, allerdings steht sie in einem Winkel von 23°27' schräg
zu ihrer Bahn. Dadurch werden die Teile der Erde im Laufe eines Jahres unterschiedlich
von der Sonne beleuchtet. Die Sonne "steht" höher oder tiefer über
dem Horizont, ihre Bahn am Himmel beschreibt einen größeren oder kleineren
Bogen, die Helligkeitsperioden sind entsprechend länger oder kürzer.
Dadurch entstehen die Jahreszeiten. 
Die
Sonnenwenden bezeichnen den Tag, an dem sich die Bahn der Sonne "umkehrt",
das heißt, der Bogen wird von diesem Tag an höher und weiter (Sommersonnenwende)
bzw. niedriger und kürzer (Wintersonnenwende). Entsprechend kurz oder lang
ist dann der Tag. Am Tage der Sommersonnenwende ist der Sonnenbogen für uns
Menschen auf der Nordhalbkugel am höchsten und am weitesten, dieser Tag ist
der längste im Jahr, von nun an werden die Nächte also leider wieder
länger.
| Frühlingsanfang | 21.
März | Tag-
und Nachtgleiche (Frühlings-Equinoktium) | | Sommeranfang | 21.
Juni | längster
Tag (Sommersoltitie) | | Herbstanfang | 23.
September | Tag-
und Nachtgleiche (Herbst-Equinoktium) | | Winteranfang | 21.
Dezember | längste
Nacht (Wintersoltitie) | Dieses
Jahr (2010) findet die Sommersonnenwende am 21. Juni genau um 13:24 Uhr (MESZ)
statt. Seitenanfang 
Der
längste Tag In
den nördlichsten Gegenden geht um diese Zeit die Sonne gar nicht mehr unter,
und auch bei uns ist es die kürzeste Nacht des Jahres. Überall feiert
man um diese Zeit das Fest der Sonnenwende oder Mittsommer. Niemand denkt daran,
dass die Tage von nun an wieder kürzer werden, denn die schönsten Tage
des Sommers liegen ja noch vor uns. Seit
wann die Menschen den genauen Zeitpunkt der Sonnenwende erkennen konnten, ist
nicht genau zu ermitteln. Jedenfalls war astronomisches Wissen schon in den alten
Zeiten erstaunlich groß. Die großen Hochkulturen haben uns Beweise
für ihren Wissenstand hinterlassen, zum Beispiel die ägyptischen Pyramiden,
die nach den Sternen ausgerichtet worden sind und deren Rätsel man immer
noch nicht vollständig lösen konnte. Umfangreiche astronomische Kenntnisse
hatten auch die Sumerer und die Babylonier, aber auch in Europa existieren Bauwerke
aus uralter Zeit, die in irgend einer Weise auf die Soltitien oder Equinoxien
(Tag-und-Nachtgleichen - Tag und Nacht sind gleich lang) ausgerichtet sind
und als Sonnenobservatorium dienen können, nämlich die Hinterlassenschaften
der Megalith-Kultur, man denke nur an das weltbekannte Stonehenge in England oder
an Newgrange in Irland. Das
beweist jedenfalls, dass die Wendepunkte des Jahres für die Menschen schon
damals von großer Wichtigkeit waren, schließlich waren sie Ackerbauern
und somit abhängig vom Zyklus des Jahres. Auch wenn nur wenig Konkretes von
ihren Bräuchen und ihrer Glaubenswelt überliefert ist, und das meiste,
was darüber berichtet wird, eher esoterische Spekulation ist als echtes Wissen,
kann man wohl vermuten, dass zu den Sonnenwenden und zu den Tag- und Nachtgleichen
besondere Feste gefeiert worden sind. Wie
so viele heidnische Feste hat die Kirche auch dass Mittsommerfest "übernommen",
sie hat es auf Johannes den Täufer umgemünzt und um ein paar Tage verschoben
auf den 24. Juni. Viele der alten Bräuche wurden ebenfalls übernommen
und "christianisiert", so werden auch jetzt noch große Feuer entzündet,
aber nun sind es die Johannisfeuer, die schon von der bevorstehenden (von Johannes
angekündigten) Geburt Jesu künden sollen. Den
Nazis kamen diese Festivitäten mit den vermeindlich "germanischen"
Ursprüngen gerade recht: Sie verordneten das Feiern der Sonnenwende zum astronomischen
Datum mit Liedern und Tänzen um das große Feuer. Nach dem 2. Weltkrieg
ebbte die germanische Feierlust an diesem Tage in weiten Teilen Deutschlands dann
wieder ab. Die Johannisfeiern der Kirche aber haben vielerorts überlebt. Seitenanfang 
Die
kürzeste Nacht Aus
vorchristlichen Zeiten haben sich viele merkwürdige Bräuche erhalten,
die auf die langen Traditionen hinweisen, die Feiern zur Sommersonnenwende haben. Sonnenwendfeuer 
Ursprünglich
wurden sie wohl entzündet, um die Sonne zu ehren und anzuspornen, denn es
war die Nacht vor dem Tage, an dem diese das Dunkel besiegen und ihren himmlischen
Thron besteigen wird. Später
wurde Jesus mit der Sonne verglichen, und man unterlegte die Feuer mit der Bedeutung
der Vorbereitung seiner Ankunft durch Johannes den Täufer. Bis
in unsere Zeit haben sich allerding manche der alten Feuerbräuche erhalten,
es gehört immer Musik dazu und auch Tanz. In den Bergen werden auch Feuerräder
zu Tal gerollt, man schwingt Fackeln im Kreis, alte Symbole für den Lauf
der Sonne. Man fasst sich an den Händen und tanzt um die Feuer. Der Sprung
durch das Feuer lässt Unheil überwinden und reinigt von Krankheiten.
Liebespaare springen auch darüber, um im nächsten Jahr Glück zu
haben und als Paar zusammen zu bleiben. Diverse Kräuter wie Beifuss oder
Rittersport werden im Feuer verbrannt, und mit ihnen sollen Krankheiten und Gebrechen
verbrennen. Mittsommerbräuche Man
sagt , dass um diese Zeit der Vorhang zwischen den Welten durchlässig sei,
so sollten die Götter herab steigen auf die Erde, Toten unterwegs sein, aber
auch die Elfen sollten umher ziehen. Diese soll man bei ihren Umzügen beobachten
können, wenn man sich unter einen Holunderbusch legt. Man muss aber sehr
aufpassen, denn gerne spielen sie einem übel mit, wie man an Shakespeares
Sommernachtstraum sehen kann! Früher
schützte man die Häuser mit Girlanden aus Efeu, Johanniskraut, Schafgabe,
Wegerich und gelben Margaritten gegen Unheil und umherstreifende Unholde, wie
tote Wiedergänger oder auch Elfen. 
In dieser Nacht, so hieß es früher, soll der Farn Blüten
treiben und sich auch gleich aussamen, und mit Hilfe der Samen kann man verborgene
Schätze ausfindig machen, stich- und kugelfest werden und allerhand Liebeszauber
bewirken. Am
Mittag des Johannistages können verwunschene Jungfrauen erlöst werden,
und man hört in Seen oder auch im Meer versunkene Glocken läuten. Es
heißt, in dieser Nacht könne man die Sprache der Tiere verstehen, und
Rutengänger schneiden die Zweige für ihre Wünschelruten, denn so
sollten sie besonders wirkungsvoll sein. 
Mancherorts
spricht man davon, dass um Mitternacht der heilige Johannes (oftmals dargestellt
als eine Art "Wilder Mann" und damit in der Nachfolge von Silvanus (römisch)
und Cernunnos (keltisch), den Göttern der Wälder) höchstperselblich
auf einer unsichtbaren Leiter vom Himmel herabkäme, um das Korn und den Wein
zu segnen, und oft werden auch alle Blüten gesegnet, damit sie zur Frucht
werden können. Seitenanfang 
Johanniskräuter 
"Zu
binden Kreuther zur Sonnenwend...", das ist ein sehr alter Brauch, den die
Nordleute, aber auch ein paar keltische Stämme kannten. Die alte Kräutermagie
wurde, wie so vieles, von der Kirche übernommen, und wird, zum Teil zeitlich
verschoben (Mariä Himmelfahrt 15. August), und manchmal nur für Gebäude
oder Tiere geltend, heute vor allem in katholischen Gegenden (vor allem in Bayern)
noch gepflegt.
Die Kräuter wurden geweiht oder auch ins Johannisfeuer geworfen, das sollte
Glück bringen. Aus Beifuß wurden auch Gürtel gewunden, die beim
Sprung durch das Feuer getragen, und anschließend im Feuer verbrannt wurden.
Damit sollten die eventuell auftretenden Krankheiten gleich mit verbrannt werden.
Mancherorts legen die Mädchen das Sträußchen nachts unter das
Kopfkissen , das soll nämlich Glück in der Liebe bringen. Heute
werden die Buschen in der Kirche geweiht und mit den Köpfen nach unten zum
Trocknen aufgehängt. Sind die Kräuter trocken, werden sie manchmal mit
Weihrauch zusammen geräuchert. Sie sollen zu Eheglück, Kindersegen,
gutem Wetter und Reichtum verhelfen. Aber
nicht irgendwelche Pflanzen dürfen verwendet werden, sondern es gibt für
die Johannisbuschen genaue Vorschriften. Auffällig ist, dass es sich dabei
häufig um alte "Zauberpflanzen" handelt, von denen viele zum Wettermachen
oder als Gegenzauber verwendet wurden. Die
traditionell als Johannis- oder Marienkräuter gesammelten Kräuter sind
von Gegend zu Gegend verschieden, zum Teil sind es 7 Kräuter, manchmal aber
auch 9, 10, 15, 19, ja sogar 77 verschiedene Kräuter (aber immer eine magische
Zahl), die man auf bestimmte Weise zu einem Strauß (Buschen) zusammenfassen
muss, wobei eine Königskerze, die man auch Marienkerze nennt, immer den Mittelpunkt
bildet. Seitenanfang
| Kräuter
für den Kräuterbuschen | |
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Johanniskraut
Hypericum perforatum
(Hartheu, Teufelsflucht, Wildgartenheu, Tausendlochkraut)
Wirkt nervenberuhigend und stimmungsaufhellend. Wenn man es als Amulett am Hals
trägt, soll es helfen, verborgene Schätze zu finden. Es soll gegen angezauberte
Liebe helfen, wenn man ein Bad mit Johanniskraut, Löwenmaul, und Dost nimmt.. |
| Kamille
Matricaria chamomilla Mutterkraut, Mägdeblümle,
Kummerblume
wirkt krampflösend, entzündungshemmend, leicht desinfizierend und beruhigend.
Man hat es bei Wochenbettbeschwerden eingesetzt. |
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Quendel
Thymus serpyllum Feldthymian, Bienenkraut,
Hustenkraut, Duftholz verdauungsfördernd,
Schleimlösend, wirkt gegen Erkältungen. Früher kam Quendel in ein
Kissen ins Wochenbett. Die römischen Legionären nahmen vor einer Schlacht
gerne ein Bad mit Thymian, es wurde auch als Aphrodisiakum angewendet. Mit Sicherheit
zieht die Pflanze Bienen "magisch" an. | |
Bärlapp
Lycopodium Drudenkraut, Gürtelkraut, Hexenkraut in
der Volksmedizin gegen Rheuma, Hexenschuss, Durchfälle, Krämpfe, Harn-
und Geschlechtskrankheiten. Bärlapp ist eines der alten Zauberkräuter,
der reichlich vorhandene gelbe Sporenstaub, den man auch Hexenmehl, Blitzpulver
oder Drudenmehl nannte, ist ölig und explodiert im Feuer mit Blitzen und
Knallen, was sich die Magier (und später Theaterdirektoren!) zu Nutze machten.
Die grünen Wedel wurden in Johannisgürtel gewunden oder im Sonnenwendfeuer
verbrannt. Man stellte auch Schutzamulette her, noch im Mittelalter benutzten
die weisen Frauen es gegen den bösen Blick und andere Verhexungen. Das Kraut
ist sehr giftig. |
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Beifuß
Artemisia vulgaris Jungfernkraut, Gänsekraut Neben
dem Frauenmantel eines der wichtigsten Frauenkräuter. Sitzbäder und
Tees, aber auch einzelne Zweige auf den Leib einer Gebährenden gelegt, sollen
die ausbleibende Mensis anregen, die Geburt beschleunigen, oder sogar einen toten
Fötus abtreiben. Wanderer banden sich die Pflanze früher ans Bein, weil
sie dann nicht so schnell ermüdeten. Die Schamanen benutzten es als Räuchermitte,
seine Wurzeln, über der Eingangstür aufgehängt, sollen das Haus
vor Dämonen und Feuer beschützen und Geister verjagen, die Eheleuten
schaden wollen. Weiters sollte es gegen Zauber wirken, und man hängte es
in die Fenster, um Ungeziefer fern zu halten. | |
Nachtkerze
Oenothera biennis Stolzer
Heinrich, Schinkenwurz In
der Volksmedizin gegen Hautausschläge und Erkältungen. Heute wird das
Nachtkerzenöl bei PMS, Diabetis und Neurodermitis und neuerdings auch bei
virusinfektionen eingesetzt, um Symptome zu lindern. |
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Königskerze
Verbscum densiflorum, Verbascum phlomoides
Wollkraut, Fackelblume, Frauenkerze
Wirkt bei Bronchialerkrankungen, Husten, Erkältungen, äußerlich
wird sie zur Wundheilung eingesetzt. Amulette aus der Pflanze sollten vor Unholden
schützen, zahnenden Kindern wurde ein Säckchen mit Samen um den Hals
gehängt. Eine Pflanze, die sich von selbst am Haus ansiedelte, sollte vor
Blitzschlag schützen und durfte nicht entfernt werden. |
| Blutwurz
Tormentilla officinalis
Fünffingerkraut, Herztrösterli, Teufelsabbiss Als
Spülung bei Entzündungen der Mundschleimhaut (auch Protesendruckstellen),
äußerlich zu Umschlägen bei schlecht heilenden Wunden und leichten
Verbrennungen (Sonnenbrand, Erfrierungen), als Tee gegen Durchfallerkrankungen.
Früher glaubte man, es schütze vor Furcht, neidischen Blick und böse
Dämonen. |
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Nelkenwurz
Geum urbanum Märzwurz,
Mannskraftwurz, wilder Sanikel
Gegen Durchfall, zur Vitalisierung nach Krankheiten, Depression und vitale Unlust.
Die Pflanze sollte auch aphrodisierend auf Männer wirken. Früher wurde
Nelkenwurz in Schutzzaubern gegen Dämonen und Gifte verwendet. |
| Fieberklee
Menyanthes trifoliata
Bitterklee, Biberklee
Fieberklee findet Anwendung als magenstärkendes und appetitanregendes Mittel
(Früher Bestandteil des Magenbitters). Auch bei Fieber und Migräne wird
Fieberklee in der Volksheilkunde verwendet. Früher glaubte man, wie von allen
Bitterpflanzen, die Pflanze würde bei Fieber helfen. |
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Besenginster
- Sarothamnus scoparius Deutscher
Ginster - Genista germanica Färberginster
- Genista tinctoria Europäischer
Ginster - Ulex europaeus
wurde früher als Heilpflanze z. B. gegen Angina und Hüftleiden verwendet,
ist aber stark giftig. | |
Rainfarn
Tanacetum vulgare Wurmkraut,
Milchkraut, Regenfarn, Donars Kraut
Früher wurde der Rainfarn wegen seines Thujongehaltes als Wurmmittel verwendet.
Äußerlich wurde er auch gegen Krätze, Flöhe und Läuse
eingesetzt. Allerdings wird die Pflanze heutzutage wegen der großen Vergiftungsgefahr
(auch bei bloßem Hautkontakt) kaum noch verwendet. Rainfarn sollte Dämonen
und Blitze abwehren, Kinder wurden über den Rauch gehalten, um sie gesund
zu erhalten, oder man legte ihnen Rainfarn unter das Kopfkissen. |
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Andere Überlieferungen
schreiben zum Beispiel vor: Der
9er Buschen besteht z. B. aus Johanniskraut, Schafgarbe, Baldrian, Arnika,
Königskerze (immer in die Mitte binden), Kamille, Wermut, Pfefferminze und
Tausendgüldenkraut. Der
15er Buschen besteht z.B. aus Fünffingerkraut, Glockenblume, Kümmel,
Margerite, Eberwurz, Bibernelle, Wermut, Königskerze (immer in die Mitte
binden), Pfefferminze, Weinraute, Liebstöckel, Teufelsabbiß (Tormentil),
Mooskolben, Bittersüßer Nachtschatten und Johanniskraut. Seitenanfang 
Holdertag 
Der
Johannistag wird auch manchmal als "Holdertag" bezeichnet, an diesem
Tage werden nämlich traditionell die sogenannten Hollerküchel gebacken
, das sind ausgebackene Holunderblüten in Backteig. Wenn man diese direkt
an der Esse, dem Sitz der guten Hausgeister (heute wohl eher der Elektroherd...),
verspeist, so soll man für den Rest des Jahres gute Gesundheit erlangen.
An diesem Tage gepflückte Holunderblüten sollen ja auch besonders ausgeprägte
Heilwirkungen haben. Auch
für den Gärtner ist der Johannistag wichtig: Ab
dem heutigen Tag soll Rhababer nicht mehr geerntet werden. Denn von nun an steigt
der Gehalt der Stiele an Oxalsäure, die in größeren Mengen sehr
ungesund ist. Stattdessen lässt man die Pflanze wachsen und düngt mit
Hornspänen. Auch
Spargel wird jetzt nicht mehr gestochen, man lässt die Triebe jetzt auswachsen,
damit die Pflanze Kraft sammeln kann für das nächste Jahr. Spargel wird
jetzt ebenfalls gedüngt. "Johanniswürmchen"
nennt man die Glühwürmchen, die in der Johannisnacht besonders kräftig
leuchten sollen, da sie für Beleuchtung sorgen müssen bei den Hochzeitsfesten
der Elfen und Erdgeister. Die ernüchterne wissenschaftliche Erklärung
für das Leuchten: Es sind die Stoffe Luciferin, Luciferase und Adneosintriphoshat,
die dafür verantwortlich sind. Seitenanfang 
Johannisfest 
Natürlich
kann man auch in der Familie oder mit Freunden daheim ein Johannisfest veranstalten.
Man versammelt sich in der Gartenlaube, um den Grill oder um das Lagerfeuer, es
gibt Holunderbowle oder -limonade. Für die Kinder ist es ein tolles Erlebnis,
wenn sie in dieser kürzesten aller Nächte einmal nicht zu Bett gehen
müssen, sondern, wie es zum Beispiel in der Summerhill-Schule üblich
war, tatsächlich bis zum Morgen auf bleiben dürfen, denn schließlich:
Es lohnt ja nicht, schlafen zu gehen. Wenn das Wetter nicht recht mit macht, findet
das ganze im Raum statt. Wie wäre es denn mal mit einer nächtlichen
Pyjama-Party? Holunderblütenbowle
(alkoholfrei)
| Du
brauchst: | 1
l klaren Apfelsaft 5 bis 8 Holunderblütendolden vielleicht noch Rosenblütenblätter
1 Flasche Mineralwasser (mit Kohlensäure) Saft einer Zitrone |
| So
geht's: | Holunderblütendolden
und eventuell Rosenblätter für 2 Stunden in den Apfelsaft geben und
danach durch ein Sieb abgießen. Sprudel und Zitronensaft zugeben. |
alkohöllische
Alternative: | Statt
Apfelsaft eine Flasche Weißwein und statt des Sprudels eine Flasche Sekt
in die Bowle gießen. Wer es lieber sanfter hat, nimmt doch Sprudel statt
Sekt. | Hübsche
Dekoration mit Holunderblüten Ein
bis zwei Holunderblütendolden zusammen mit ein paar Blättern in eine
flache Schüssel mit Wasser geben, Schwimmkerzen oder Teelichter dazu, fertig!
Schön sieht es auch aus, wenn man einzelne Blüten und einige Blätter
in flache Glasteller (Dessertteller) gibt und weiße oder grüne, nicht
zu dicke Kerzen dazu stellt (mit Klebwachs festkleben!). 
Seitenanfang Bilder: Das
Titelbild ist im Original von John Atkinson Grimshaw (1836-1893) und
heißt "Midsummernight" Der
heilige Johannes ist eine alte Ikone. Das
Johannisfest heißt eigentlich "In the Conservatory [Rivals],"
James Jacques Joseph Tissot (1836-1902) hat es gemalt. Die
Johanniskräuter hat die Rabenfrau vom Flohmarkt und mit einem transparenten
Hintergrund versehen. Die
"Fotos" kommen aus dem Internet. 
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