Der 29. Februar - Der Tag, den es nur alle 4 Jahre gibt

Hier erfährst du alles Schaltjahre und über die Geschichte des 29. Februar als Schalttag.

 

EIGENTLICH EINE ERFINDUNG
DER ALTEN ÄGYPTER

ägyptischer Priester und Priesterin

Schon die alten Ägypter hatten etwa 300 Jahre vor Chr. gemerkt, dass sich Sonne und Erde nicht an die 365-Tage-Einteilung halten. Sie legten die Länge des Jahres auf 365,25 Tage fest - und standen jedem 4. Jahr einen zusätzlichen Tag zu. Damals war das ein streng gehütetes Geheimnis der Priesterkaste, das ihnen half, das jährliche Nil-Hochwasser genauer vorauszusagen und somit ihren Status in der Gesellschaft vermutlich nicht unbeträchtlich zu erhöhen.

 

EXPORT NACH ROM

Gaius Julius Caesar

Julius Caesar war von diesem Kalendarium so begeistert, dass er es mit nach Rom nahm. Viele Senatoren waren nicht wirklich begeistert, denn bisher hatte man die Unregelmäßigkeiten damit ausgeglichen, dass einfach hin und wieder Tage in den Kalender eingefügt wurden, die sie nutzen konnten, um ihre Amtszeit zu verlängern. Wie dem auch sei, 46 v. Chr. trat der Kalender in Kraft, den man Caesar zu Ehren den "Julianischen Kalender" nennt. Es gab 12 Monate mit je 30 oder 31 Tagen, die die alten Bezeichnungen aus dem römischen Kalender behielten. Alle 4 Jahre hatte das Jahr nach Caesar einen Schalttag, dann wurde nach dem 23. Februar ein zweiter 24. Februar eingeschoben. . 2 Jahre später benamste man den "Quintilius" (damals der 5., später allerdings der 7. Monat) zu Caesars Ehren in Julius um. Der nachfolgende "Sextilius" wurde schließlich als "Augustus" dem Augustus gewidmet und bekam, damit dieser nicht benachteiligt sei, ebenfalls 31 Tage. Damit sich das Jahr nicht wieder verschob, wurde der Tag dem Februar "geklaut".

Der julianische Kalender wurde im gesamten römischen Reich übernommen, allerdings blieben die Jahresanfänge nach wie vor regional unterschiedlich, z. B. in Ägypten am 29. August, in Russland und Byzanz am 1. September. Erst im 13. Jahrhundert setzte sich nach und nach der 1. Januar fast überall durch.

Tatsächlich war auch der julianische Kalender noch nicht der Weisheit letzter Schluss, denn das Jahr war immer noch ungefähr 11 Minuten länger als das tatsächliche Sonnenjahr, so dass die Abweichung sich bis zum 14. Jahrhundert auf eine Woche summiert hatte.

 

DER GREGORIANISCHE KALENDER

Papst Gregor XIII

Papst Gregor XIII. ließ schließlich erforschen, was notwendig wäre, um eine totale Verschiebung der Jahreszeiten zu verhindern. Es wurde 1582 eine neue Zeitrechnung ausgeklügelt, die bis heute Gültigkeit hat: der gregorianische Kalender. Die neuen Regeln für Schaltjahre sahen nun vor, dass nur noch diejenigen durch 100 teilbaren Jahre Schaltjahre sein sollten, die sich auch ohne Rest durch 400 teilen lassen. So waren 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, wohl aber das Jahr 2000. Um die schon aufgetretene Verschiebung der Jahreszeiten auszugleichen, wurden damals einfach 10 Tage aus dem Kalender gestrichen, nach dem 4. Oktober 1582 folgte gleich der 15. Oktober.

In den katholischen Gegenden wurde der neue Kalender gleich übernommen, evangelische Regionen wollten aber keine katholischen Anordnungen übernehmen. Es entspann sich ein Jahrhunderte währender Kalenderstreit. Das hatte zur Folge, dass jahreszeitliche Feste in verschiedenen Gegenden oft lange Zeit zu unterschiedlichen Zeiten gefeiert wurden. Bis 1927 wurde zum Beispiel in der Türkei noch mit dem julianischen Kalender gerechnet. Inzwischen hat sich der gregorianische Kalender aber doch fast überall offiziell durchgesetzt.

Auch dieser Kalender ist noch nicht wirklich genau, die Differenz zum Sonnenjahr ist aber so gering, dass sie sich erst in über 3000 Jahren zu einem Tag summieren wird.

Für Menschen, die am 29. Februar und damit praktisch nur alle 4 Jahre "wirklich" Geburtstag haben, hat Georg Christoph Lichtenberg ein Trostwort geschrieben, das man im Projekt Gutenberg nachlesen kann [Link]

 
 

 

 

zurück zu Frühling/Inhalt

Gästebuch

 

Rabenseiten| Impressum | Faerieland | Blumiges | Lesestoff | Im Jahreskreis |Sternstunden
Just for the girls| Ein Moment in der Zeit