Das Schneeglöckchen

Auf dieser Seite findest du alles über Galanthus nivalis, das Schneeglöckchen.

Frühling, Gedichte,  Frühlingsbräuche, Valentin
 

Ich wünsche Dir die Lebenskraft dieser Blume, die sich von Kälte, Eis und Schnee nicht unterkriegen lässt und zu ihrer Zeit blüht. Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe muss abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt.

Dieter Bonhoeffer

 

Schneeglöckchensorten
Schneeglöckchen gehören zu den Amaryllisgewächsen.

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Schneeglöckchen im Garten
Am besten verpflanzt man blühende Tuffs.

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Schneeglöckchenwunder
Als eine der ersten Blumen im Jahr trotzt das Schneeglöckchen Eis und Schnee.

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Liebes Schneeglöckchen
Für Verliebte eröffnet das Schneeglöckchen einige Möglichkeiten.

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Schneeglöckchen als Todesblume
In England gelten Schneeglöckchen als Symbol für den Tod!

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Schneeglöckchen als Heilpflanze
Schneeglöckchen werden auch in der modernen Heilkunde eingesetzt.

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Schneeglöckchenfarben
Der Legende nach erhielt der Schnee vom Schneeglöckchen seine Farbe.

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Schneeglöckchen bilden die Gattung Galanthus der Familie Amaryllidaceae. Das Kleine Schneeglöckchen trägt den botanischen Namen Galanthus nivalis. Als Gattung ist das Schneeglöckchen sicher leicht zu erkennen, doch schon die Arten sind nicht leicht voneinander zu unterscheiden, zumal einzelne Arten bereits am Naturstandort stark variieren.

Den Gattungsname Galanthus - "Milchblume" (gala = griech. Milch, anthos = griech. Blüte) nivalis (= griech. schneeweiß) trägt das Blümchen seit Linnés 1753 erschienenem Werk "Species Plantarum". Er bezieht sich gleich doppelt auf seine Blütenfarbe.

Auf den im 16. Jahrhundert in Deutschland gebräuchlichen Namen 'Schneetropfen' geht vermutlich der englische Name 'snowdrop' zurück, womit die tropfenförmig hängende Blüte gekennzeichnet wird. In Frankreich heißen die Blümchen "Perce neige", in den Niederlanden sagt man Sneeuwklokjes.

Die robusten, mehrjährigen Krautpflanzen sind durch feste, blattlose Blütenstängel und hängende Blütenglocken gekennzeichnet. Die Blüten besitzen drei innere kürzere und drei äussere längere Kronblätter. Die grünen Flecken heißen "Saftmale", sie sollen den Insekten den Weg zum Nektar und zu den Pollen weisen.

Man kennt Schneeglöckchen seit mehr als 2000 Jahren. Seine Heimat ist in Europa und Asien, von den Pyrenäen bis Süd-Russland. Galanthus nivalis ist die einzige Art, die nördlich der Alpen beheimatet und vielerorts aus Gärten verwildert ist. Am meisten verbreitet ist die Gattung mit ungefähr 15 Arten im östlichen Mittelmeerraum.

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Das Schneeglöckchen ist eines der ersten Blumen, das Insekten wie z. B. dem Tagpfauenauge Nahrung bietet. Im phänologischen Kalender gehört die Blüte des Schneeglöckchens zu den Zeigerpflanzen des Vorfrühlings. Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz und dürfen in der freien Natur nicht gepflückt oder gar ausgegraben werden.

Schon im Mittelalter hat man Schneeglöcken in den Gärten gezogen. Damals dachten die Pflanzenkundigen, es sei eine Art Veilchen. Im viktorianischen England gab es eine richtige "Galanthomania", denn Soldaten hatten Zwiebeln von Galanthus plicata aus dem Krimkrieg mit heim gebracht, und Sammler hatten auch noch andere Zwiebeln aufgetrieben. Besonders der Blumenzüchter Jame Allen wurde bekannt mit Sorten wie Magnet, Robin Hood und Merlin. Noch heute werden in England solche Zwiebeln mit bis zu 10 Pfund gehandelt!

  • Standort: Schneeglöckchen gedeihen vorwiegend an kühlen, also waldähnlichen Standorten, sie bevorzugen kalkhaltigen Boden, als Dünger lieben sie Hornspäne.

  • Pflanzung: Es ist nicht ganz einfach, Schneeglöckchen im Garten anzusiedeln. Oft werden die Zwiebeln anscheinend von Mäusen gefressen, sind bei der Pflanzung schon vertrocknet, oder kommen sonstwie nicht durch den Winter, so dass man im Frühjahr vergebens nach den Pflänzchen Ausschau hält.

    Mehr Erfolg hat man, wenn man sich von Nachbarn oder Freunden blühende Pflanzen erbettelt. Geht das nicht, kann man beim Gärtner im Frühjahr auch blühende Pflanzen kaufen und diese in den Garten setzen, wenn es nicht mehr so friert ( Den Topf vor dem Pflanzen in Wasser tauchen). Größere Tuffs im eigenen Garten kann man nach der Blüte ausgraben (20 cm tief neben den Zwiebeln einstechen und den Ballen vorsichtig herausheben, mit den Händen teilen). Wichtig ist es, die Pflanzen so bald wie möglich in gleicher Tiefe wie zuvor zu pflanzen und gut zu wässern. Sie trocknen nämlich leicht aus.

  • Anzucht aus Samen: Die Anzucht aus Samen ist ziemlich langwierig und klappt nicht immer, obwohl sich die Pflanze bei richtigem Standort leicht selbst vermehrt. Schneeglöckchen aus Samen blühen erst nach 3 Jahren.

  • Sonstiges: Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz! Zwiebeln, die man im Herbst kaufen kann, sind oft verbotenerweise dem Naturstandort entnommen!

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Die zarten Schneeglöckchen blühen im Garten meist als allererstes, oft stehen sie sozusagen bis zum Hals im Schnee und auf gefrorenem Boden, was uns wirklich als kleines Wunder erscheint.

Wie Märzenbecher und Narzissen gehören Schneeglöckchen zu den Geophyten. Sie entwickeln ihren Vegetationskörper samt Blüten zeitig komplett aus unterirdischen Speichern, den Zwiebeln. Wenn der Boden dann aufgetaut ist, können die grünen Blätter Nährstoffe bilden und wieder in den Zwiebeln einlagern (deswegen sollte man die grünen Blätter der Schneeglöckchen nicht zu früh abschneiden!). Dabei entwickelt sich praktisch eine neue Zwiebel in der alten, die zu braunen Schalen vertrocknet. Diese schützen die Zwiebel in den warmen Sommermonaten vor dem Eintrocknen.

Die Schneeglöckchenblüte signalisiert den Beginn des Vorfrühlings (siehe unsere Seite "Pflanzen, die den Beginn der Jahreszeiten anzeigen"). Sie gilt aber auch als Anzeiger für Klimaveränderungen. Auf Grund der Erderwärmung blüht sie inzwischen in Süddeutschland etwa eine Woche eher als vor 10 Jahren!

Wie viele weiße Blumen gelten Schneeglöckchen vielerorts als Symbol für jungfräuliche Liebe. Nach der Christianisierung wurden sie zu einer der vielen Marienblumen.

Mit dem ersten Schneeglöckchen, was man im Frühjahr sieht, soll man sich die Augen wischen. Das soll sie vor Krankheiten bewahren oder sogar Augenkrankheiten heilen.

In der Slowakei gräbt man Schneeglöckchenzwiebeln aus und gibt sie den Kühen, damit Zauberinnen ihnen die Milch nicht stehlen können.

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Schüchterne Liebhaber benutzten früher getrocknete oder gepresste Schneeglöckchen als Amulett, um auf Gegenliebe bei ihrer Angebeteten zu stoßen.

Am ersten März verschenken die jungen Männer "marti sor" (sprich: marzi schorr, rumänisch = kleine Märzchen) an ihre heimlichen oder offiziellen Liebsten. Das sind kleine, goldene oder silberne Broschen, die zusammen mit einem Strauß Schneeglöckchen überreicht werden. Ein Marti sor ist natürlich ein Liebesbeweis, und es soll bewirken, dass die Liebe auch über den Frühling hinaus erhalten bleibt. Außerdem sollen sie die Liebste davor schützen, für andere Männer Frühlingsgefühle zu entwickeln.

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In England sind Schneeglöckchensträuße verpönt, wegen der weißen Farbe gelten sie nämlich als Todesboten.

In der Tat sind Schneeglöckchen nicht ganz so harmlos, wie sie aussehen. Sie enthalten giftige Alkaloide, die bei übermäßigem Verzehr beim Menschen unangenehme Symptome und sogar einen Kollaps auslösen können. Siehe http://www-vetpharm.unizh.ch/giftdb/pflanzen/0162_vet.htm (externer Link).

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In der Homöopathie setzt man die Pflanze manchmal bei Herzleiden ein.

Neuere Forschungen ergaben, dass eines der im kaukasischen Schneeglöckchen (Galanthus latifolius) enthaltenen Alkaloide, das Galanthamin, möglicherweise hilfreich sein könnte bei der Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit.

Es gibt umstrittene Versuche, das Gift der Schneeglöckchen gentechnisch in andere Pflanzen einzubauen, um diese resistenter gegen Schädlinge zu machen. Mehr darüber kannst du hier nachlesen: http://www.medico.de/rundschr/rs199b.htm (externer Link).

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Der Legende nach hat das Schneeglöckchen mit dem Schnee seine Farbe geteilt, darum sollen Schnee und Schneeglöckchen befreundet sein, obwohl der Schnee den anderen Blumen nicht gut tut. Die Legende kannst du nachlesen bei unseren Blumenmärchen.

Weiß: Weiß steht außerhalb des Farbenkreises, im Gegensatz zu Schwarz, das für die Dunkelheit steht, ist Weiß das Licht. Es steht für Reinheit, Unschuld und Frieden und ist in manchen Ländern Symbol für Tod aber auch für den Neubeginn.

Grün: Grün steht fast überall auf der Erde für die Fruchtbarkeit, das Leben und Überleben und ist damit ein Symbol für die Hoffnung.

So wird die ganze Pflanze ein Symbol für das wiederkehrende Leben im Frühling.

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Bilder:

Die Bilder sind von Lina, mit Hilfe eines alten Biologiebuches
und einiger Grafiken aus dem Internet.

Links:

Schneeglöckchengedichte auf unserer Seite An den Frühling

Andersens Schneeglöckchen findest du bei unseren Blumenmärchen.

Mehr über Schneeglöckchen als Giftpflanze gibt es hier:
http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/schneegloeckchen.html (externer Link)

Hier gibt es Infos über gentechnische Versuche mit Schneeglöckchen: http://www.medico.de/rundschr/rs199b.htm (externer Link)

Über giftige Pflanzen im Garten kannst du dich hier informieren: http://www.zeutschergarten.de/thema_6.htm (externer Link)

Noch mehr Marienblumen gibt es hier (englische Seite):
http://www.udayton.edu/mary/resources/flowers.html (externer Link)