Paeonia officinalis, L.
Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse

 

Kaiserkron und Päonien rot,
Die müssen verzaubert sein...

Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857), aus:"Der alte Garten"
Das ganze Gedicht gibt es hier: http://www.recmusic.org/lieder/get_text.html?TextId=21418

 

Inhalt:

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Namen

Viele volkstümliche Namen hat die Pfingstrose bekommen:

  • Benediktenrose
  • Bubenrose
  • Freisamrose
  • Gichtrose
  • Pfundrose
  • Königsblume
  • Gichtwurz
  • Essigrose
  • Kirchenrose
  • Pfaffenrose

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Sorten

Kaum eine andere Gartenpflanze hat eine so lange, weit zurückreichende Geschichte wie die Päonie, die in China seit über 4000 Jahren kultiviert wird. Es gibt daher Hunderte von Kulturformen, von denen in Mitteleuropa bisher nur wenige in den Gärten zu finden sind. Die botanische Einteilung der Pfingstrosen macht auch deswegen große Schwierigkeiten, weil bis vor kurzem westliche Wisschenschaftler kaum Zugang zu Material aus Ländern wie zum Beispiel China und Russland hatten, die beide schon lange Zeit Pfingstrosen erforscht haben. Da sich dieses langsam ändert, wird die Diskussion sicher bald wieder aufflammen!

Früher rechnete man die Päonien zur Familie der Ranunculaceae, da sie im Gegensatz zu diesen nach der Blüte die Kelchblätter abwerfen, bilden sie inzwischen ihre eigene Familie, die Paeoniaceae. Sie umfasst nur eine Gattung, die Paeoniae.

Die Gärtner haben diese weiter unterteilt in 2 Typen:

  1. Staudenpäonien:
    Bei den krautigen Päonien sterben die oberirdischen Pflanzenteile im Herbst ab. Man unterscheidet sechs Gruppen, wobei die bekanntesten Paeonia lactiflora und Paeonia officinalis sind.
  2. Baum- oder Strauchpäonien:
    Wie der Name schon sagt, verholzen diese Pflanzen und wachsen strauchartig.

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Geschichte

Wilde Päonien sind in der ganzen nördlichen Hemisphäre verbreitet. Es gibt sie in Nordwestafrika, Spanien, Frankreich, Italien, im ganzen Mittelmeerraum und in Nordamerika. Sie wachsen im Kaukasus in Russland und in Innerasien, in Japan und China. Strauch- oder Baumpäonien kommen wild allerdings nur in China vor.

Päonien sind eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. In China wurden sie schon um 1000 v. Chr. als Heilpflanzen benutzt. Als Zierpflanzen in den Gärten kennt man sie dort seit dem 7. Jahrhundert. Während der T'ang-Dynastie erlebten sie einen regelrechten Boom. Sie wurden zu hohen Preisen gehandelt und waren oft Bestandteil von Ehekontrakten. Manche Sorten durften nur in den kaiserlichen Gärten angebaut werden.

Die chinesischen Gartenbaukünstler sind wohl die ersten gewesen, die Päonien gezielt züchteten, und sollen sogar die Technik beherrscht haben, sie durch Stecklinge zu vermehren. Durch Okulierkünste sollen sie es auch geschafft haben, dass verschiedenfarbige Blüten an einem Strauch wuchsen. Wir verdanken ihrer Kunst viele großblütige und gefüllte Sorten sowohl bei Strauch- als auch bei Staudenpfingstrosen. Während der Kulturrevolution der 60er-Jahre waren die Päonien dann als "bürgerlich" verpönt. Fast alle Blütenpflanzen wurden damals zerstört. Inzwischen bemüht man sich, die alten Sorten wieder zu finden

Im 8. Jahrhundert begannen auch die japanischen Gartenbaukünstler mit Päonien zu arbeiten. Sie züchteten vor allem Varietäten mit einfacheren, leichteren Blütenköpfen.

Im antiken Griechenland kannte man bereits die heilende Wirkung der Päonien. Im frühen Mittelalter begannen Benediktinermönche damit, sie als Heilpflanzen in ihren Klostergärten anzubauen und brachten sie auch über die Alpen nach Norden. Der Name "Benediktinerrose" erinnert noch daran. Später entstand die gefüllte, heute in vielen Gärten blühende Form der Paeonia officinalis, die auf zahlreichen holländischen Blumenbildern dargestellt wurde und die wahrscheinlich eine spätmittelalterliche Hybride ist. Sie fand dann bald ihren Weg in die Bauerngärten. In der christlichen Symbolik stand sie für Reichtum, Heil und Heilung, für weibliche Schönheit, und, als "Rose ohnen Dornen" für die Gottesmutter Maria. Seit dem 16. Jahrhundert gehören Pfingstrosen zu den bekanntesten und schönsten Gartenstauden.

Externer Link über Gärten im Mittelalter:
http://www.familia-ministerialis.de/gartenentwicklung.htm

Die ersten Strauchpfingstrosen gelangten erst im 18. Jahrhundert nach Europa. Bis dahin kannte man sie nur durch Erzählungen von Weltreisenden. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Gärtner in Europa damit, Baumpäonien zu züchten.

Mit den Trecks in Amerika zogen die widerstandsfähigen Pflanzen nach Westen und zierten alsbald die Gärten der Siedler.

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Blüten

Die Blütezeit der Pfingstrosen liegt im Frühjahr, je nach sorte zwischen April und Juni. Sowohl bei Stauden- als auch bei Strauchpäonien gibt es gefüllt und ungefüllt blühende Sorten, wobei Kenner auch noch zwischen halbgefüllten und anemonenblütigen Pflanzen unterscheiden. Pfingstrosen blühen, wie man sieht, in vielerlei Farben und Formen:

Allerdings gibt es keine blau blühenden Sorten.

Päonien sind bekannt für ihren Duft. Einige werden tatsächlich in der Parfumherestellung benutzt. Allerdings duften nicht alle Sorten, und einige sollen auch ziemlich unangenehm riechen. Im Allgemeinen sollen die pinkfarbenen, gefüllten Blüten am besten duften!

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Päonien im Garten

Entgegen langläufiger Meinung ist es nicht besonders schwierig, Päonien im Garten anzupflanzen. Manchmal entwickeln sich aus Wurzelresten, die beim Umpflanzen zurück bleiben, ohne gärtnerisches Zutun neue Pflanzen. Wenn man einige Hinweise beachtet, kann eigentlich nichts schief gehen:

  • Päonien bevorzugen kühlere Klimazonen und braucnen eine Winterruhe.
  • Sie gedeien in voller Sonne bis Halbschatten.
  • Beste Pflanzzeit ist im frühen Herbst. Zu spät gepflanzte Pfingstrosen sind frostgefährdet. Im ersten Jahr kann ein Winterschutz nicht schaden.
  • Pfingstrosen sind große Pflanzen und benötigen viel Platz.
  • Man darf sie nicht zu tief pflanzen, weil sie dann oft keine Blüten ansetzen. Die Knospen sollten 4 - 4 cm unter der Erdoberfläche liegen.
  • Den Boden gut vorbereiten und tiefgründig lockern.
  • Päonien während der Vegetationszeit mehrmals mit organischem Dünger versorgen, aber nicht überdüngen.
  • Im späten Herbst sollte man die Blätter der Staudenpäonien eine Handbreit über dem Boden abschneiden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
  • Besonders im Frühjahr sollte der Boden nicht austrocknen, am besten ist Bewässerung mit einem Tropfschlauch. Mulchen im Frühjahr, wenn die Pflanzen austreiben, hilft, die Feuchtigkeit zu bewahren.
  • Einmal angewachsen. sollte man Päonien möglichst nicht stören. Sie müssen nicht, wie andere Pflanzen, alle 2 Jahre ausgegraben und geteilt werden. Oft gedeien sie länger als 50 Jahre am selben Platz.

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Päonien in der Vase

Am besten halten sich Pfingstrosen in der Vase, die man frisch im eigenen Garten abgeschnitten hat. Wie andere Schnittblumen auch, sollte man sie am frühen Morgen schneiden. Die Blüten sollten noch knospig sein, aber man muss sie schon leicht eindrücken können und die Blütenfarbe sollte schon deutlich erkennbar sein.Bei Blüten im knospigen Stadium kann man auch die Ameisen, die meistens an Pfingstrosen zu finden sind, am besten abstreifen.

Dem Wasser sollte man einige Tropfen Chlor oder Schnittblumennahrung beifügen. Es muss zweimal pro Woche erneuert werden. Hin und wieder muss man die Knospen mit einer Blumenspritze befeuchten, damit der Zucker, den sie ausscheiden, nicht antrocknet und das Aufblühen behindert.

Normalerweise öffnen sich so behandelte Pfingstrosenknospen vollständig und halten in der Vase etwa eine Woche.

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Päonienzauber

Der römische Dichter Vergil schrieb der Pflanze die Fähigkeit zu, Tote wieder zum Leben zu erwecken.

Pfingstrosensamen, als Kette um den Hals getragen, sollten früher Säuglinge davor bewahren, von Feen verschleppt und gegen ein Wechselbalg ausgetauscht zu werden. Außerdem sollte sie gegen Zahnungsschmerzen helfen. Eine ziemlich gefährliche Angelegenheit, denn Pfingstrosensamen sind giftig!

Eine solche Kette sollte auch vor schlechten Träumen schützen und auch sonst allerlei Übel fern halten. Ein Amulett aus den Samen und Wurzeln der Pfingstrose sollte gegen Nestelzauber (Knotenzauber) schützen.

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Heilwirkung und Gift

Die Pflanze enthält ätherisches Öl, Gerbstoff, Paeonin und Harz. Schon Homer erwähnt einen blutstillenden Effekt der Pfingstrose. In der Volksmedizin verwendet man Pfingstrosen gegen Epilepsie, Gicht, Rheuma, Krämpfe, bei Atemwegserkrankungen, Frauenleiden und schwachen Nerven, Blasen- und Nierenschmerzen. Hildegard von Bingen emfpahl sie außerdem gegen Wahnsinn, Mundgeruch und Haarmilben. Verwendet wurden die Samen und Wurzeln und die Wurzelrinde.

Die Blütenblätter wurden früher zur Färbung von Sirupen benutzt.

Heute werden Päonien noch in der Homöopathie bei Hämorrhoiden verwendet.

Päonien im Kräuterbuch des
Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus" von Anno 1625: http://www.kraeuter.ch/pfingstrose/Pfingstrose.htm

Achtung: Für Selbstmedikation ist die Pflanze aber nicht zu empfehlen, sie ist giftig!

Unter anderem enthalten Päonien das Alkaloid Paeonin, das Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Magen- und Darmbeschwerden mit Durchfall und Koliken hervorrufen kann. Blüten und Samen können Magen- und Darmentzündungen bewirken.

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Externe Links

Gedicht von Josef Karl Benedikt von Eichendorff (1788-1857):
"Der alte Garten":
http://www.recmusic.org/lieder/get_text.html?TextId=21418

Externer Link über Gärten im Mittelalter:
http://www.familia-ministerialis.de/gartenentwicklung.htm

Päonien im Kräuterbuch des
Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus" von Anno 1625: http://www.kraeuter.ch/pfingstrose/Pfingstrose.htm

 

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