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Welch
große Bedeutung die Veilchen für die Menschen hatten, erkennt man an
den vielen Volksnamen, die man ihm gegeben hat: Wohlriechendes Veilchen, Osterveilchen,
Blauvögschen, Blage Öschen, Gufenöndli, Maiennägelein, Marienstengel,
Schwalbenblume, Veigele, Veiele, Veigerl, Veigeler, Vieli, Viänele, Vegeli,
Vigeli, Vigelchen, Viole, Viölken, Vilken.
VEILCHENSORTEN
Zur
Familie der Veilchengewächse (Violaceae), die zur Ordnung Violales gehört,
zählen Kräuter, Sträucher, verholzende Kletterpflanzen und sogar
Bäume. Insgesamt umfasst die Familie 23 Gattungen und 830 Arten. Zur Gattung
"Veilchen" (Viola) gehören etwa 50 % der Arten, sie wachsen in
den gemäßigten Klimazonen, aber auch bis hin zur Arktis. Typisch für
sie sind die zweiseitig symmetrischen Blüten, die aus fünf sich gegenseitig
überlappenden Kronblättern bestehen. und auf mehr oder weinger langen
STielen sitzen. Die meisten Veilchen sind blau oder violett. Es gibt aber auch
weiße, rosa und sogar gelbe Veilchen. Die Blütenblätter haben
eine auffällige Streifenzeichnung (Saftmale), um Bienen anzulocken. Der Nektar
ist in den je nach Art unterschiedlich langen Spornen. Veilchen besitzen wechselständige
Blätter, dazu am Boden meist zwei Nebenblätter.
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VEILCHEN
IM GARTEN
In
unseren Gärten wird vor allem das Duftveilchen (eine immergrüne Staude),
die, wie der Name schon sagt, gut duftet, angebaut, aber man findet auch Hundsveilchen
(Viola cannina), Labradorveilchen (Viola labradorica), Waldveilchen (Viola reichenbachiana),
koreanische Veilchen (Viola koreana), rumänisches Veilchen (Viola jooi) und
Hainveilchen (Viola riviniana). Letztere wurde übrigens 2002 zur Blume des
Jahres erklärt.
Blütezeit:
März - April, die meisten in Veilchenblau.
Vermehrung:
durch Ausläufer und Aussamung. Die Samen werden oft von Ameisen verbreitet.
Kultur:
Veilchen wachsen normalerweise am Waldrand im lichten Schatten, und lichten
Schatten bevorzugen sie auch in Gärten, möglichst in nahrhaften Lemboden
setzen. Allerdings sollen sie in mageren Böden stärker duften. Veilchen
brauchen hohe Luftfeuchtigkeit, sonst bekommen sie leicht Spinnmilben. Deshalb
bei trockenem Wetter ordentlich gießen.
Veilchen
sollten in größeren Gruppen gepflanzt werden, aber nicht zu dicht,
damit sie sich nicht gegenseitig behindern. Sie können gut Unkraut unter
Hekcen und Sträuchern unterdrücken. Geeignete Parterpflanzen sind Frühlingsblüher
wie Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokus, außerdem Maiglöckchen,
Polsterpflanzen (z. B. Blaukissen, Steinbrech), aber auch Pfingstrosen und sogar
Rosen, allerdings brauchen diese einen größeren Abstand. Veilchen gedeien
aber auch gut im Rasen, vorausgesetzt, man zerkleinert nicht ihre Blätter
mit dem Rasenmäher. Man kann sie auch in Kübeln zur Unterpflanzung verwenden.
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VEILCHEN
IN DER VASE
Schon
im Athen des Altertums wurden Veilchensträußchen auf Mäörkten
angeboten. Heute kann man sie meistens, zu kleinen Biedermeiersträußen
gebunden, beim Blumenhändler kaufen. Die Blüten sollten nicht mehr knospig
sein, auch wenn du sie selber pflückst, nimm nur voll erblühte. Sie
halten sich besser in der Vase, wenn du das ganze Bündel einmal kopfüber
ins Wasser tauchst. Ein guter Tipp ist, einen Eiswürfel in das Blumenwasser
zu geben. Dennoch sind Veilchensträuße in der Vase nur ein kurzzeitiges
Vergnügen. Übrigens: Veilchen nehmen Wasser auch mit den Blüten
auf. Man könnte die Sträußchen also auch kopfüber in ein
Glas mit Wasser stellen.
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VEILCHENDUFT
Nur
eine der vielen Veilchenarten duftet, undzwar das Duftveilchen. Verantwortlich
für den Duft ist der Aromastoff Alpha-Ionon. Obwohl man größere
Ansammlungen von Veilchen oft eher riechen als sehen kann (Veilchen duften "laut",
wie man auf dem Lande früher sagte), ist es ein sehr feiner Duft, den man
erst ab einer Konzentration von 10.000.000 Molekülen/ml Luft wahrnehmen kann.
Zum Vergleich: Rosenöl riecht man schon bei einer Konzentration 200.000 Molekülen/ml
Luft.
In
alten Zeiten streute man Veilchenblüten zusammen mit Binsen auf den Boden,
um die Raumluft mit einem frischen Duft zu erfüllen. Veilchenparfum kam zuerst
im 14./15. Jahrhundert mit den arabischen Gewürzhändlern nach Europa.
Doch auch hier wurde bald die Gewinnung von Veilchenöl, das übrigens
von grüner Farbe ist, duruch Enfleurage (dabei werden die Blüten auf
erstarrtes Fett gelegt, dieses nimmt nach einiger Zeit den Duft auf) und später
durch Solventextraktion (hierbei wird das etherische Öl mit Hilfe von Lösungsmitteln
aus der Pflanze geholt, in Alkohol gelöst und dann durch Destilation wird
dann das Duftöl gewonnen). Die Beliebtheit von Veilchenparfum erreichte ihren
Höhepunkt im 19. Jahrhundert, an dessen Ende man auch schon künstliche,
nach Veilchen duftende Stoffe kannte. Die Gewinnung von Veilchenduftöl ist
längst nicht so ertragreich wie zum Beispiel die von Lavendelöl. Deswegen
ist das Öl heutzutage sehr teuer.
Heute
werden noch in Italien und Frankreich Veilchen zur Gewinnung von Duftstoffen angebaut.
Veilchenduft
soll beruhigend wirken, nervenstärkend und harmonisierend. Er soll Aggressionen
dämpfen und einem helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Am besten wird
man ihn vermutlich "in Natura" schnuppern, das heißt auf einem
Spaziergang oder im eigenen Garten!
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Zutaten:
100 g Veilchenblüten, frisch gepflückt, 80 ml Alkohol (50 %),
100 ml destilliertes Wasser. Zubereitung
Die frisch gepflückten Veilchenblüten (ohne Stängel) in ein
bauchiges Glas- oder Porzellangefäß schichten, den Alkohol darübergießen
und das Gemisch an einem dunklen Ort eine Woche lang stehen lassen. Dann durch
einen Kaffeefilter geben. Den Sud mit destillierten Wasser aufgießen und
gut durchschütteln. Fest verschlossen halten. Solches
Veilchenduftwasser war im 19. Jahrhundert sehr beliebt, aber auch heute noch wirkt
es sehr erfrischend (nicht trinken!). |  |
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VEILCHENBLAU
Veilchen
gibt es in Mischtönen zwischen Blau, Violett, Rosa und weiß, vereinzelt
auch in Gelb.
Lila, violett: Diese Farben vereinigen den Gegensatz von Rot (Ärger, Liebe,
Feuer, Gefahr, Leidenschaft, Weibliches, Körperliches) und Blau (Treue, Männlichkeit,
Kälte, Autorität, Geistiges, Himmlisches) und werden deswegen auch als
Mischfarben oder Farben des Übergangs gesehen (Farbe der Seelenwanderung
in der indischen Symbolik, als Mischfarbe der Geschlechterfarben heute auch Farbe
der Frauen- und Schwulenbewegung).
Als
Naturfarben sind diese Farben sehr selten. So gilt Violett als Inbegriff des Künstlichen,
Stilisierten, weshalb diese Farbe im Jugenstil sehr beliebt war.
In
alten Zeiten konnte die Farbe Purpur nur in einem sehr komplizierten Verfahren
aus Meerschnecken gewonnen werden. Deswegen blieb sie lange Zeit nur reichen und
wichtigen Leuten vorbehalten (im alten Testament werden purpurne Tempelvorhänge
erwähnt, im alten Rom durfte nur Caesar einen Purpurmantel tragen und in
der Kirche war die Farbe ebenfalls nur hohen Würdenträgern erlaubt).
Blau:
"Diese Farbe macht für das Auge eine sonderbare, fast unaussprechliche
Wirkung...Wir sehen das Blau gern an, nicht weil es auf uns dringt, sondern weil
es uns nach sich zieht." heißt es in Goethes Farbenlehre. Du kannst
es fühlen, wenn du auf einer Wiese liegst und in den Himmel schaust, oder
wenn du am Strand sitzt und auf das blaue Meer hinaus siehst. Gleichzeitig ist
es die Farbe der Könige und der Macht. (Männliche Kinder werden auch
heute noch gerne in Blau gekleidet...), es symbolisiert die Farbe des Himmels
und der Unsterblichkeit..
Weiß:
ist die Farbe der Reinheit und Sauberkeit (weißer Kittel), Helligkeit, die
Farbe steht für Ordnung und Vollkommenheit, Schutz, Einigkeit, Beruhigung,
und Wohlbefinden., aber auch für den Tod (früher war Weiß die
Trauerfarbe).
Gelb:
steht für Sonne und Heiterkeit. Es wirkt luftig, freundlich, optimistisch
und regt den Geist an.
Mehr
über Farben gibt es bei http://www.farbenundleben.de/
(externer Link).
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LIELBESVEILCHEN
Das
Veilchen als Liebespflanze - das hat eine lange Tradition!
Bei den Hindus gilt das Veilchen als Phallus-Symbol.
Im
alten Griechenland hatte man schon richtige Veilchengärten, und Veilchen
waren die "Blumen der Liebe". Ihr Duft sollte betörend wirken und
so manch widerspenstige Dame zum Liebesspiel bewegen..
Aus
dem Frankreich des 19. Jahrhunderts gibt es eine romantische Geschichte über
einen Mann, der eigens einen Veilchengarten anlegte, um seiner Geliebten jeden
Tag einen Veilchenstrauß zukommen lassen zu können - und das 30 Jahre
lang.
Im
Iran bezeichnet man Veilchen als Vorbote (Liebesahnung) der Rose (Liebeserfüllung).
Bis
heute gilt ein Veilchenstrauß als Liebespfand,.sie werden auch als Symbol
für junge oder sogar heimliche Liebe angesehen.. In der Blumensprache bedeuten
Veilchen: "Nichts ist süßer, als die verborgene Liebe".
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VEILCHENZAUBER
Veilchenblätter
sollen vor Unheil bewahren und Glück bringen. Außerdem sollen sie helfen.
Liebe zu erringen. erotisch anturnen, sie haben heilende Kräfte und sollen
sie hilfreich sein bei der Erfüllung von Wünschen.
Zusammen
mit Rosen, Apfelblüten, Lavendel wurden Veilchen in Liebestränken verwendet.
Die
ersten drei Veilchenblüten, die man im Frühling entdeckt, sollte man
essen, denn dann, so heißt es, ist man das ganze Jahr über gefeit gegen
Krankheiten aller Art.
Garantiert
wirkt folgender Zauber: Ein Veilchen pflücken, die Augen schließen
und daran riechen ... aaaah...
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HEILEN
MIT VEILCHEN
Kränze
aus Veilchenblüten sollen bei bei den alten Griechen Kopfschmerzen (besonders
nach Trinkgelagen) und Einschlafschwierigkeiten bekämpfen und Wut und Ärger
abklingen lassen.
Veilchentee
hilft bei Hautunreinheiten (Umschläge und Waschungen), wenn man damit gurgelt,
gegen Halsentzündungen, und wenn man ihn trinkt (mit Honig süßen!)
gegen Erkrankungen der Bronchen.
Veilchenessig
soll gegen Kopfschmerzen wirken.
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Zutaten:
2 bis 3 Handvoll Veilchenblüten 1 Flasche Weißweinessig Zubereitung Den
Essig mit den Veilchenblüten in einer Glasflasche ansetzen und verkorken.
Dann eine Woche in die Sonne oder an den warmen Ofen stellen. Abseihen. Dosierung:
1 TL auf ein kleines Glas Zuckerwasser. |  |
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VEILCHENLEGENDEN
Der
Legende nach war das Veilchen ursprünglich eine Tochter des Atlas. Sie war
so schön, dass sich der Sonnengott in sie verliebte und sie mit unerwünschten
Zuwendungen verfolgte. Sie wusste sich seiner nicht länger zu erwehren, und
so bat sie schließlich Zeus um Hilfe. Er verwandelte das Mädchen in
eine Blume, das Veilchen, das seitdem als Symbol versteckter Schönheit im
Verborgenen blüht.
In
den deutschen Sagen und Märchen ist das Veilchen, wie auch andere Frühlingsblumen
oft "die Wunderblume", die verborgene Schätze anzeigt.Eine besonders
hübsche Sage erzählt von der Tochter des slawischen Gottes Czernebog
(oder Tschernebog), die das ganze Jahr über als Veilchen verzaubert irgendwo
schläft. Alle 10 Jahre in der Walpurgisnacht kann ein Mann die Jungfrau wecken,
wenn er just dieses Veilchen pflückt. Er bekommt dann das Mädchen zur
Frau und dazu alle ihre Schätze.
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Bilder:
Das
Titelbild ist eine Illustration von dem schwedischen
Botaniker Carl Axel
Magnus Lindman (1856 - 1928),
"Luktviol, Viola odorata L."
Das
Hintergrundveilchen stammt aus einem Bild von
Albrecht Dürer (14711528),
es heißt
"Veilchenstrauß"
Veilchenlinks:
Rezept
für Veilchentorte: http://www.naturkost.de/2000/sk0005e2.htm
(externer Link)
Noch
mehr Veilchenrezepte gibt es hier:
http://www.8ung.at/tebe/dt-rezepte.html
(externer Link)
Sonstige
Links:
Mehr
über Farben gibt es bei http://www.farbenundleben.de/
(externer Link)



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