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| Bild | Links Die
dekorativen Weidenkätzchen werden besonders an Ostern oft als erstes, frisches
Grün in die Wohnungen geholt. Arten Man
kennt ungefähr 400 Arten der Weide (Salix ssp.). Am bekanntesten sind:
- Salix alba (Silberweide,
Felbern, Hartrinde, Katzenbusch, Maiholz)
- Salix
caprea (Palmkätzchen, Palmbuschen, Salweide, Weihbuschen)
- Salix
vininalis (Korbweide)
- Salix
fragilis (Bruch-Weide, Knackweide)
- Salix
purpurea (Purpurweide)
- Salix
babylonica (die echte Trauerweide)
Die
meisten Weidenarten sind Sträucher. Eine der wenigen Ausnahmen ist Alix alba,
die bis zu 10 m hoch wird. Es ist teilweise nicht einfach, die einzelnen Arten
von einander zu unterscheiden, zumal sie auch zur Bastadierung neigen. Noch
mehr Weidenarten werden hier vorgestellt: http://wikipedia.t-st.de/data/Weide_(Botanik) Seitenanfang Vorkommen/Standort Ursprünglich
heimisch sind Weiden in Europa, Nord-Afrika, Süd- und Mittelasien beheimatet.
In Nordamerika ist sie inzwischen auch eingebürgert. Weiden
lieben feuchte, nährstoffreiche Böden, gedeihen aber auch in voller
Sonne und auf trockenen Standorten. Wie Erlen können auch Weiden mit den
Wurzeln unter die mittlere Grundwasserlinie gehen, denn sie entwickeln ein besonderes
Durchlüftungsgewebe in den Wurzeln. Sie bilden dann "Wurzelzöpfe"
in fließendes Wasser aus. Seitenanfang Zauberbaum Dieser,
besonders in Form von Kopf- oder Trauerweide, auffallende Baum ist Wetterzeiger
und gilt als Anziehungspunkt finsterer Mächte. Ersteres belegt die Annahme,
sprießende Knospen im späten Herbst kündigten einen harten Winter
an, letzteres der Glaube, die Weide ziehe, wie die Eiche, besonders gern den Blitz
an. Gern sollen sich unter Weiden Dämonen tummeln, soll sich doch
der Erzverräter Judas im Geäst des Weidenbaums dem Strick überantwortet
haben. Bei den Kelten nahm man an, vornehmlich hohle Weidenstämme seien
Einstiege in die Anderwelt. Mit
Weiden war vielerlei Aberglaube verbunden. Bei den Druiden war der Baum der Demeter
geweiht und man steckte im Frühjahr Weidenzweige in die Erde, die die Äcker
fruchtbar machen sollten. Noch heute schmücken manche Imker ihre Bienenkörbe
am Palmsonntag mit Weidenzweigen, weil dann die Bienen das ganze Jahr gut gedeihen
sollen. Andererseits
haftete den oft seltsam gewachsenen und gespaltenen Weidenbäumen auch immer
etwas Unheimliches an. Bei den Griechen waren sie Bäume aus dem Garten der
Persephone, der Gattin des Hades, des Gottes der Unterwelt. Die Kelten betrachteten
hohle Weiden als Einstieg in die Anderwelt, und im Mittelalter meinte man, Hexen
und Geister sollten darin wohnen. Außerdem hieß es, der Erzverräter
Judas habe sich im Geäst eines Weidenbaums erhängt. Im
Zimmer von Schwangeren sollte kein Weidenholz sein, denn dadurch würde die
Geburt beeinträchtigt. Verbrennen durfte man Weidenholz sowieso nicht, denn
das brachte Unglück. Weidenholz
wurde als sehr geeignet erachtet für die Anfertigung von Zauberstäben.
Andererseits sollten die Weidenzweige, die man sich an Ostern ins Haus holte und
mit bunten Ostereiern schmückte, das Haus das ganze Jahr über vor dem
üblen Einfluss von Hexen und Magie bewahren. Da
Weidenbäume häufig am Wasser wachsen, sagte man ihnen die Fähigkeit
nach, Wasseradern aufzuspüren. Deswegen fertigt man auch heute noch Wünschelruten
aus gegabelten Weidenruten, sogenannten "Zwieseln". Bedeutung
hatten Weide auch als Wetterbäume: Erstens sollte man an mehr oder weniger
dicken Knospen im Herbst erkennen können, ob der kommende Winter hart würde,
und zweitens hieß es, Weidenbäume würden den Blitz anziehen. Seitenanfang Weide
als Heilmittel Nach
alter Überlieferung sollen Weiden Krankheiten auf sich nehmen, wenn man sich
in einen hohlen Baum stellte und einen Zauberspruch aufsagte. Die
Anwendung der Weide als Heilpflanze geht zurück bis ins Altertum. Man wusste
Bescheid über die guten astringierenden Eigenschaften von Früchten,
Blättern, Rinden und Saft. Die
Anwendung der Weide als Heilpflanze geht bis ins Altertum zurück. So berichtet
beispielsweise Dioskurides über die guten adstringierenden Eigenschaften
der Früchte, Blätter, Rinde und des Saftes der Weide. Im 16. und 17
Jahrhundert benutzte man Weidenrinde als Fieber- und Schmerzmittel, gegen Zahnschmerzen
und Magen-Darm-Beschwerden, bei Wunden, Blutungen, Gicht und für Fußbäder
gegen Fußschweiß. Im
19. Jahrhundert wurde aus der Weidenrinde als erstes, synthetisches Heilmittel
das Salicin extrahiert, besser bekannt als Acetyl-Salicylsäure (ASS), das
auch heute noch eines der wichtigsten Schmerz- und Fiebermittel ist. Seitenanfang Sonstige
Verwendung Aus
dem biegsamen, schnell wachsenden Weidenholz wurden früher Prothesen, Holzschuhe,
Schachteln, Kisten, Siebe, Flusskähne, Zahnstocher und Zündhölzer
hergestellt. Heute ist es dagegen von eher geringem Nutzen, wenn auch es auch
vereinzelt für die Fertigung von Sperrholz und Spanplatten verwendet wird.
Nach
wie vor werden die biegsamen Triebe besonders der Korbweide zum Flechten von Körben
verwendet, auch wenn dieser Wirtschaftszweig einiges an Bedeutung verloren hat. In
der Natur sind Weiden jedoch immer noch sehr nützlich: Die
anspruchslosen Weiden gehören zu den Pioniergehölzen, das heißt,
sie bereiten die erste Stufe der natürlichen Waldbildung vor. Ihre Blätter
zersetzen sich schnell und verbessern so nachhaltig den Boden. Weiden bieten 300
Arten von Kleinlebewesen Heimat, es gibt vier Vogelarten, die nur auf Weiden nisten. Im
Frühling sind die Blüten die erste Bienennahrung, was Imker auch heute
noch zu schätzen wissen. Deswegen sollte man Weidenzweige auch nicht in freier
Natur abreißen, auch wenn sie sich in der Wohnung noch so gut als Frühlingsschmuck
machen. Im Blumengeschäft kann man Weidenzweige aus speziellen Plantagen
kaufen. Sie machen sich ebenso gut in der Blumenvase! Hier
gibt es mehr Informationen über Weidenkätzchen als Bienennahrung:
http://www.lbv-starnberg.de/Umwelttipps/weidenkatzen.htm
Im
Gartenbau finden Weidenzweige inzwischen oft Verwendung als Flechtzäune (die
zudem oft dekorativ austreiben). Es werden Kinderhütten und Lauben daraus
geflochten, manchmal sogar richtige Bauwerke, wie die wunderschöne Weidenkathedrale
auf der Gartenbauausstellung in Rostock 2003. Hier
gibt es mehr Informationen und faszinierende Fotos davon: http://www.a-matter.de/ger/related/Weidenbau-Architektur-re056-01-r.asp Hier
gibt es Anleitungen und Skizzen für Weidenbauwerke im eigenen Garten:
http://www.weidensepp.de Seitenanfang Bild:
Das Bild ist im Original von Charles Edward Hallé
(1846-1914) und heißt "Luna" Links: Hier
werden diverse Weidenarten aufgezählt: http://wikipedia.t-st.de/data/Weide_(Botanik) Informationen
über Weidenkätzchen als Bienennahrung findest du hier: http://www.lbv-starnberg.de/Umwelttipps/weidenkatzen.htm
Informationen
und Bilder über den Weidendom von Rostock gibt es hier: http://www.lbv-starnberg.de/Umwelttipps/weidenkatzen.htm
Anleitungen
für Weidenbauwerke im eigenen Garten findest du hier: http://www.weidensepp.de |