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Überall in Deutschland kennt man Bräuche, um nach dem kalten Winter den Frühling und die wiederkehrende Sonne zu begrüßen:

 

 

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Für die Menschen früherer Zeiten war der Winter ungleich viel schlimmer als für uns: Ihre Häuser und Wohnungen waren längst nicht so schön mollig warm wie die unseren. Sogar die Mutter der Rabenfrau weiß noch von einer Zeit, in der morgens das Wasser in der Wasschüssel gefroren war! Zudem konnten sie damals auch nicht einfach in den nächsten Supermarkt spazieren und Nahrung einkaufen, wenn ihre Vorräte gegen Ende des Winters langsam zur Neige gingen. Ganz früher bestand ja auch immer eine gewisse Unsicherheit, ob die Sonne nach dem Winter wohl wieder kommen und Wärme und Nahrung bringen würde. So haben sie Bräuche und Rituale entwickelt, von denen sie sich einen Einfluss auf die Jahreszeiten erhofften.

Obwohl wir ja eigentlich ganz genau wissen, dassder Frühling immer am 20. oder 21. März beginnt und kaum jemand noch wirklich glaubt, dass wir mit solchen Dingen tatsächlich etwas ausrichten könnten, sind doch viele dieser Bräuche über die Jahrhunderte erhalten geblieben, die den Winter vertreiben und die Natur erwecken sollen.

Oft gehört dazu ein ritueller "Kampf" zwischen Winter und Sommer, bei dem zwei oder auch mehrere auserwählte, verkleidete Kämpfer gegeneinander antreten. Natürlich siegt dabeiam Ende immer der Frühling. Das wird dann mit einem Fest gefeiert, es gibt Tanz und gutes Essen und Trinken. Klar, dass die Winterdarsteller auch mit feiern!

Oft wird auch ein Mädchen zeitweilig zur Königin ernannt, oder/und ein junger Mann zum König. Sie dürfen dann meist den Tanz anführen oder manchmal auch einen Tag lang "regieren".

Meist gehört ein mehr oder weniger großes Feuer dazu, als Zeichen dafür, dass die kalten Wintertage vorbei sind und die Sonne jetzt wieder länger scheint. Oder man pflückt die ersten grünen Zweige, die das wiederkehrende Leben symbolisieren.

Hier sollen nun einige dieser Brauchtumsfeste, die übrigens zu ganz verschiedenen Daten stattfinden, aufgezählt werden. Natürlich erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

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BIIKEBRENNEN

Das Biikebrennen, das am 21. Februar, dem Vorabend des petritages, stattfindet, gilt als friesisches Nationalfest. Biike ist ein friesisches Wort und bedeutet eigentlich "Seezeichen (Baake)" oder "Feuermal".

Ursprünglich brannte das Feuer wohl auch tatsächlich an langen, baakenähnlichen Stangen und später auch in Tonnen, die an Stangen befestigt waren. Anfangs war es vielleicht ein heidnisches Fest zum Schutz der neuen Saat und zur Vertreibung der bösen Geister, in manchen Gegenden diente es auch der Verabschiedung der Männer des Dorfes, die an diesem Tag zum Walfang fuhren und erst im Herbst zurück kamen, wenn denn alles gut ging.

Nach und nach wurde es zu einer Art Fastnachtsbrauch mit Tanz.Die heute üblichen Holzstöße statt der brennenden Tonnen sind auf die Christianisierung zurück zu führen, denn sie bestehen größtenteils aus den alten Weihnachtsbäumen der Gemeinden. Wohl in Erinnerung an die ursprünglichen Biiken schleppen die Kinder aus Konservendosen mit Drahthenkeln gebastelte "Qualmpötte" herum, darin befindet sich etwas Glut von der Biike, die mit Hilfe von Gras zum Räuchern gebracht wird.

Nach dem Biikebrennen sollte man früher abends kein künstliches Licht mehr verwenden.

Mehr über das Biikebrennen kannst du bei Wikipedia erfahren [Link]

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FUNKENFEUER

Funkenfeuer findet man Franken, Thüringen, Tirol, Frankreich, Luxemburg und in Belgien. In Deutschland brennen sie aber vor allem im schwäbisch-allemannischen Raum. Sie finden am Samstag oder am Sonntag nach Aschermittwoch statt, stehen also vermutlich in Verbindung mit der Fasnacht. Historiker sehen auch einen Zusammenhang mit dem alten römischen Jahresbeginn am 1. März, der in Oberitalien immer noch gefeiert wird.

Meistens sind es kunstvoll um die sogenannte "Funkentanne"errichtete Reisighaufen, die da verbrannt werden, oft sitzt oben eine mit Schießpulver gefüllte Hexenfigur, die dann zur Begeisterung der zahlreichen Zuschauer explodiert. Obwohl das mit der historischen Hexenverbrennung wohl nichts zu tun hat, ruft es doch immer wieder Kritik hervor, dass hier das Symbol eines Menschen verbrannt wird, was wirklich ein etwas zweifelhaftes Vergnügen darstellt.

Um die Funkenfeuer herum haben sich so einige andere Bräuche entwickelt:

  • Funkenanzünden:
    Manchmal entbrennt eine Art Wettstreit in den Dörfern, den Funken des Nachbardorfes vorzeitig zu entzünden. Darum werden die fertigen Reisighaufen streng bewacht.
  • Funkenwagen:
    In manchen Gegenden wird ein ausgedienter Bauwagen aufgestellt, in dem sich die Errichter des Funkens nach getaneer Arbeit erholen und/der den Funken bewachen.
  • Feuerspringen:
    Manchmal suchen sich die jungen Männer eine "Sommerbraut", ein Mädchen, mit dem sie über das Funkenfeuer springen möchten. Das bedeutetete früher, den ganzen Sommer über gemeinsam Veranstaltungen zu besuchen, und, wer weiß, später vielleicht zu heiraten.
  • Saataufwecken:
    In manchen Gegenden ist der Brauch des Saataufweckens noch lebendig. Kinder und junge Leute machen einen Fackelzug durch die Felder, der manchmal mit Fackelschwingen und Fackelwettrennen endet. Mit brennenden Strohrädern, die von den Bergen hinab gerollt werden, versucht man ebenfalls die Macht des Winters zu brechen. Manchmal sind das auch glühende Holzscheiben, die da den Berg hinunter rumpeln.
  • Funkenküchlein:
    Ausgebackene Schmalzkuchen, die am Feuer verzehrt werden.
  • Funkenkranz:
    Das ist eine Sitte aus Westfalen: Die Mädchen flechten am Funkensonntag einen Kranz aus Efeu und trugen ihn zum Nachbarn, wo er über dem Herd aufgehängt wird. Der Nachbar muss dabei versuchen, die Mädchen mit Wasser zu besprengen. Kranz und Wasser deuten auf einen alten Fruchtbarkeitszauber hin. Mancherorts ziehen die Mädchen auch nachts aus, um schweigend im Wald die ersten Frühlingsblumen zu pflücken. Aus ihnen wird dann ein Kranz geflochten, der in der Stube oder im Stall hängen bleibt, bis er im kommenden Jahr durch einen frischen Kranz ersetzt wird.

Mehr über Funkenfeuer gibt es hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Funkenfeuer (externer Link)

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FRÜHLINGSBOTEN

Vielerorts war es üblich, dass man es öffentlich bekannt gab, wenn man die ersten Frühlingsboten gesichtet hatte: das erste Veilchen, den ersten Storch, die erste Schwalbe oder Nachtigall, den ersten Kuckucksruf, den ersten hämmernden Specht. Oft bekam der erste, der einen solchen Frühlingsboten meldete, einen Dankestrunk oder ein Geschenk.

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WILDER MANN ODER LAUBMANN

In einigen Orten wird an Pfingsten ein junger Bursche als Laubmann in kunstvoll in grün belaubte Zweig gewickelt und anschließend im Triumpfzug durch das Dorf geführt.

Mehr darüber gibt es hier zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Laubmann (externer Link)

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FASCHING, FASNET, KARNEVAL

Auch die "tollen Tage" haben vermutlich nicht unbedingt, wie es immer gesagt wird, nur mit der Fastenzeit zu tun, sondern auch sehr viel mit den Bräuchen zum Frühlingsanfang. Man sieht das an den alten alemannischen Fasnachtskostümen, die manchmal deutlich den hässlichen Winter und schönen Frühling darstellen. Über die verschiedenen Bräuche der sogenannten "5. Jahreszeit" zu berichten, würde aber den hier gesetzten Rahmen sprengen.

Auf dieser Seite findest du mehr Informationen zur 5. Jahreszeit:

http://de.wikipedia.org/wiki/Karneval (externer Link)

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OSTER - UND MAIBRÄUCHE

Zu den Frühlingsbräuchen gehören natürlich auch noch die ganzen Oster- und Maibräuche, die allesamt viel mit der im Frühling neu erwachenden Fruchtbarkeit zu tun haben. Aber über diese kannst du auf den Rabenosterseiten und den Rabenmaiseiten nachlesen.

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EIN FRÜHLINGS-BEGRÜSSUNGSFEST DAHEIM

Wie wäre es denn, wenn du mit deinen Freunden ein Frühlings-Begrüßungsfest veranstalten würdest? Schön wäre es natürlich, zu diesem Zweck das erste richtige Picknick abzuhalten, oder vielleicht auch das erste Mal draußen zu grillen. Allerdings ist es um diese Jahreszeit doch oft noch zu kühl dafür. Aber ein Picknick im Wohnzimmer auf dem Fußboden hat ja auch was! Oder du lädst deine Freunde anlässlich der ersten Veilchen zum Kaffee ein und dekorierst dabei den Tisch mit kleinen Veilchensträußen.

Veilchenrezepte dafür findest du hier:

Gartenliteratur.de [Link]

Alpine-Peters.de [Link]

Speziell für Veilchentorte kannst du hier nachschauen:

Naturkost.de [Link]

Starke-Eltern.de [Link]

 

Vielleicht lässt sich der Frühling ja wirklich doch damit herbei locken, wer weiß?

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BILD:

Das Bild oben ist von Charles Daniel Ward (1872-1935).

DIE LINKS AUF DIESER SEITE:

Mehr Informationen über das Biikebrennen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Biikebrennen (externer Link)

Informationen über Fasching und Karneval
http://de.wikipedia.org/wiki/Karneval (externer Link)

Mehr über Funkenfeuer gibt es hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Funkenfeuer (externer Link)

Mehr über den Laubmann gibt es hier zu lesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Laubmann (externer Link)

Veilchenrezepte:
http://www.naturkost.de/2000/sk0005e2.htm (externer Link)

http://www.garten-literatur.de/Pflanzen/Rezepte/veilchen_rezepte.htm (externer Link)

http://www.alpine-peters.de/viola/wissen/kueche.htm (externer Link)

http://www.starke-eltern.de/htm/projekte_aushessen_neu.htm#h6 (externer Link)

 

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