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Man
nennt sie auch die "gestrengen Herren" oder die "Eismänner":
die fast jedes Jahr stattfindende Kälteperiode im Mai, an denen sogar noch
Nachtfröste stattfinden können. Wie andere regelmäßig stattfindende
Wetterphänomene (zum Beispiel Aprilwetter, Altweibersommer oder das Weihnachtstauwetter)
gehen auch die Eisheiligen zurück auf jahreszeitliche Veränderungen
der globalen Zirkulation zurück.
Im
Frühjahr erwärmt die zunehmende Sonneneinstrahlung die Landmassen und
die Meere der Erde auf unterschiedliche Art und Weise. Es bildet sich ein Hoch
über Großbritanien oder Skandinavien heraus. Dadurch kommt es zu einer
Veränderung der Luftströmungen: Es entsteht eine Westwindlage, die den
ganzen Sommer über anhält. Im Verlaufe dieser Umstellung gelangt mehr
oder weniger regelmäßig kalte Polarluft nach Europa, was dort zu einer
Kälteperiode führt.
Die
Menschen haben dieses Phänomen, das früher wohl noch mit größerer
Regelmäßigkeit aufgetreten ist, schon sehr lange beobachtet und in
den "Bauernregeln" festgehalten (Siehe unsere Seite Bauernregeln). Auch
heute noch richten sich die meisten Gärtner danach und bringen empfindliche
Pflanzen erst nach den Eisheiligen ins Freie.
In
der heutigen Zeit tritt das Phänomen allerdings nicht mehr so regelmäßig
auf. In den letzten Jahren war es sogar oft während der Eisheiligen gerade
besonders warm! Wenn Kälteeinbrüche denn überhaupt stattfinden,
dann kommen sie für die Eisheiligen meistens zu spät, Das kommt durch
die Kalenderreform Papst Gregor VIII. von 1582, die die "Eisheiligen"-Tage
jetzt ungefähr 5 Tage früher stattfinden lässt als zuvor.
Übrigens
gab es in Ulm auch 2003 anlässlich der "kalten Sophie" um den 15
Mai Tiefsttemperaturen von immerhin nur 2° C, wie man hier (auch für
andere Städte) nachgucken kann: http://www.wetteronline.de/
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Pankrazi
(12. Mai), Servazi (13. Mai), Bonifazi (14. Mai)
sind drei frostige Stazi,
und zum Schluß fehlt nie
die kalte Sophie (15. Mai)!
So
heißt es, und im Norden kommt noch der heilige Mammerz (11. Mai) hinzu,
während Sophie unter den Tisch fällt.
Die
gestrengen Herren:
Der
heilige Mammertus oder Mamertus
(* 400, 475)

Er
entstammte einer wohlhabenden gallischen Familie aus Lyon. Gelebt hat er in Vienne
(Frankreich), wo er Bischof war. Er soll sich um die Bittgangsprozessionen vor
Himmelfahrt verdient gemacht haben.
Während
seiner Amtszeit soll er durch Beten einer furchtbaren Feuersbrunst Einhalt geboten
haben, die die ganze Stadt zu zerstören drohte, und auch sonst noch allerlei
Wunder und Heilungen bewirkt haben.
Er
wird im Bischofsornat dargestellt, mit einem brennenden Licht zu Füßen
des Kreuzes.
Er
ist der Patron der Hirten und der Feuerwehr und soll beistehen bei Dürre,
Fieber und Brusterkrankungen.
Sein
Tag ist der 11. Mai.
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Der
heilige Pankratius
(*290 in Phrygien, 304 in Rom)

Im
Alter von 9 Jahren soll er als Waise nach Rom gekommen sein und dort bei seinem
Onkel gelebt haben. Mit seinem ererbten Vermögen hat er verfolgten Christen
geholfen. Nach dem Tode seines Onkels wurde er Schon mit 14 Jahren, so heißt
es, soll er während der Diokletianischen Christenverfolgung enthauptet worden
sein, weil er sich nicht vom Christentum abbringen ließ. Eine reiche Römerin,
so heißt es, habe seinen Leichnam geborgen und bestatten lassen. An seinem
Grabe sollen sich bald darauf verschiedene Heilungen zugetragen haben. Seit dem
5. Jahrhundert wird er verehrt.
Er
wird als junger Ritter dargestellt.
Er
ist der Patron der Erstkommunianten, der jungen Pflanzen und Blüten. Er soll
helfen bei Ekzemen, Krämpfen, Kopfschmerzen und gegen Meineide.
Sein
Tag ist der 12. Mai.
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Er
war Bischof von Tongern (Belgien). Man erzählt sich viele Legenden über
ihn, so hat er angeblich seine Bischofswürde direkt von einem Engel empfangen,
und wenn er predigte, so sollen das alle seine Zuhörer in ihrer Muttersprache
verstanden haben. Auf einer Pilgerfahrt nach Rom soll ihn ein Adler mit ausgebreiteten
Flügeln vor Sonnenbrand bewahrt und überdies mittels Steinwürfen
ihn angreifende Hunnen vertrieben haben. Außerdem hat er angeblich einen
Einfall der Barbaren vorausgesagt, wodurch seine Verehrung erheblich zu nahm.
Sein Grab in Maastricht (Niederlande) wurde zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte
des Mittelalters.
Dargestellt
wird Servatius als Bischof, manchmal mit Brille (!), oft im Kampf mit einem Drachen,
oder als schlafender Pilger mit einem Adler.
Er
ist Patron der Schlosser und Tischler und soll bei Rheuma, Fieber, Fußkrankheiten
von Mensch und Vieh, Frost, Mäuse- und Rattenplagen helfen und allgemein
für gutes Gelingen sorgen.
Sein
Tag ist der 13. Mai.
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Der
heilige Bonifatius
(* 3. Jahrhundert, 306)

Es
heißt, er habe eine wilde Jugend verbracht, und er blieb sein Leben lang
überzeugter Junggeselle.
Von
Rom aus soll er im Auftrag einer reichen Römerin in Tarsus (kleinasien) nach
christlichen Reliquien gesucht haben und dabei die Christenverfolgungen unter
Kaiser Galerius miterlebt haben. Dadurch soll er zum christlichen Glauben konvertiert
sein. Als er Christen verteidigen wollte, die wegen ihres Glaubens gefoltert werden
sollten, wurde er selbst gefangen genommen und erlitt durch siedendes Pech den
Martertod.
Dargestellt
wird Bonifatius sowohl als Jüngling als auch als bärtiger Greis, und
als Märtyrer in siedendem Pech.
Sein
Tag ist der 14. Mai.
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Die
kalte, schmutzige oder auch böse Dame:
Die
heilige Sophia, auch Sophia von Rom
(* 3. Jahrhundert, ~ 304)

Sie
soll wegen ihres Glaubens unter Diokletian den Martertot erlitten haben. Sie wurde
in Rom bestattet, Teile ihrer Reliquien liegen aber inzwischen in Straßburg.
Dargestellt
wird "Sophie" als junge Frau mit Palme, Trog und Buch oder Schriftrolle,
manchmal auch mit einem Schwert.
Sie
ist Patronin für das Wachsen und Gedeihen der Feldfrüchte und soll gegen
Spätfröste helfen.
Ihr
Tag ist der 15. Mai.
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Für
die Bauern früherer Zeiten konnte das Wissen über die Wetterlagen besonders
wichtig sein. Durch jahrhundertelange Erfahrungen weiß man, dass im Mai
häufig noch einmal ein Kälteeinbruch erfolgt, der für zu früh
ausgebrachte Saaten gefährlich werden kann. Und so haben sich für diese
Zeit auch diverse Bauernregeln heraus gebildet. (Die armen Märtyrer, deren
Namen für diese Zeit herhalten müssen, sind nachweislich völlig
unschuldig daran ;o)
)
Pankratius
und Servatius bringen oft Kälte und Verdruss
Pankratz
und Servaz sind zwei böse Brüder,
was der Frühling gebracht,
zerstören Sie wieder.
Ehe
nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei,
ist nicht sicher vor Kälte
der Mai
Wenn's an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert
Pankraz
hält den Nackensteif, sein Harnisch klirrt von Frost und Reif
Servaz
muss vorüber sein,
willst vor Nachtfrost sicher sein
Vor
Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost
Nach
Servaz findet der Frost keinen Platz
Vor
Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost
Sophie
man die Kalte nennt, weil sie gern kalt` Wetter bringt.
Wer
seine Schafe scheret vor Servaz,
dem ist die Wolle lieber als das Schaf.
Die
drei Herren auf -azius ,
machen oft Gärtnern und Winzern Verdruß.
Mehr
über die bäuerlichen Wetterregeln gibt es auf unseren Seiten:
Bäuerliche
Wetterregeln
Ein
steirischer Bauernkalender aus dem 18. Jahrhundert warnt ebenfalls davor, während
der Eisheiligen im Garten zu säen, die Schafe zu scheren, das Vieh auf die
Weide zu bringen und empfindliche Pflanzen ins Freiland zu setzen.
In
den Wein- und Obstanbaugebieten, wo die späten Nachtfröste bei den austreibenden
Pflanzen große Schäden anrichten konnten, hielt man im Mai oftmals
Frostwachen ab. Wenn es zu einem Kälteeinbruch kam, versuchte man, die Reben
und blühenden Bäume durch "Reifheizen" die Reben zu schützen:
man zündete Feuer mit frischem Holz und Laub an, die viel Rauch erzeugten.
Dieser sollte sich über Blüten und Triebe legen und die Fluren vor den
niedrigen Temperaturen bewahren. Auch heute noch wird nach Möglichkeiten
gesucht, die Pflanzen vor Kälteschäden zu bewahren. So ist es üblich,
Pflanzen mit Stroh zu umwickeln, sie bei Frostgefahr zu beregnen, um die Blüten
mit einem schützenden Eismantel zu umgeben, oder auch durch speziellen Schnitt
den Schaden in Grenzen zu halten.
Auch
im Garten sollten man die Gefahren der Eisheiligen nicht unterschätzen. Wer
schon vor dem Durchzug der "Rauhen Gesellen" empfindliche Pflanzen ins
Freie bringt, sollte wenigstens Vlies und Folie bereitlegen, um sie bei nächtlichen
Kälteeinbrüchen zu schützen. Kübelpflanzen kann man ins Haus
bringen oder notfalls ans Haus rücken und mit einem Bettuch abdecken. Wer
ganz sicher gehen will, sollte aber auch heute noch bis Mitte oder gar Ende Mai
abwarten.
Was
man schon vor den Eisheiligen pflanzen und sähen kann, und womit man lieber
noch warten sollte, kann man hier erfahren:
http://www.donnerwetter.de/agrar/tip.mv
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Bilder:
Das
Titelbild ist im Original von
John William Waterhouse (1849-1917).
Es heißt "Boreas".
Die
Heiligenbilder stammen aus dem Internet.
Externe
Links auf dieser Seite:
Die
Eisheiligen und ihr Wetter in verschiedenen Jahren kann man hier nachgucken:
http://www.wetteronline.de/
Was
man vor den Eisheiligen sähen und pflanzen kann, und womit man lieber noch
warten sollte:
http://www.donnerwetter.de/agrar/tip.mv

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