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der Tag, an dem jeder seiner Mutter zur Hand geht und sie so tut, als mache
ihr die Mehrheit nichts aus.
Verfasser unbekannt "Mother
and Child" von Frederick Lord Leighton
(1830-1896)
Inhalt: Seitenende
| Übersetzungen 

Am
zweiten Sonntag im Mai ist es wieder einmal so weit: Es ist Muttertag! Vermutlich
gibt es nur noch einen Festtag, der noch umstrittener ist, nämlich der Vatertag.
Diesem kommt aber weit weniger Bedeutung zu. Wahrscheinlich
überlegen schon die einen, welchen Kuchen sie ihrer Mutter backen sollen,
die Kinder lernen Gedichte, es wird ausgedacht, welches Festessen gekocht oder
in welches Restaurant man gehen wird an Mutters Ehrentag. Andere schimpfen und
verweigern sich dem Muttertag komplett. Auch die geehrten Mütter wissen bisweilen
nicht so recht, was sie davon halten sollen. Ob der Muttertag wirklich, wie bisweilen
behauptet, ein Überbleibsel aus dem dritten Reich ist, kann wohl seine Geschichte
aufklären. Seitenanfang 

Ursprünge
in der Antike Wie
so viele unserer Festtage hat auch der Muttertag Vorläufer in vorchristlicher
Zeit. Fast jeder Kulturkreis hatte wenigstens eine hoch verehrte Göttermutter,
mit der sich auch die irdischen Mütter identifizieren konnten. So hatten
die Griechen ihre Hera, die Römer Juno oder Kybele, die Kelten verehrten
Manu, die Germanen Frigga oder Frija. Die Religionen von heute haben mit diesen
Göttinnen kurzen Prozess gemacht und gleichzeitig die Mütter aus den
oberen Stufen der Hierarchie entfernt. So ist es kein Wunder, dass der Muttertag,
erst einmal aufgekommen, rasch Verbreitung fand.
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Mothering-Day
im mittelalterlichen England Nicht
in Amerika wurde er "erfunden" sondern in England, und es war ein Mann,
der den "Motheringday" ins Leben rief, nämlich Henry III. (1216-1279).
Er legte ihn auf Laetare, den letzten Fastensonntag vor Ostern, und er wurde ins
Leben gerufen, um der Kirche als religiöse Mutter zu gedenken. Bald war es
Sitte, an diesem Tage mit Opfergaben für die Kirche seinen Heimatort aufzusuchen,
und schon
bald nutzten die auswärts lebenden Kinder diesen Tag, um die Eltern zu besuchen
(="go a-mothering") und sich bei der Mutter mit kleinen Geschenken zu
bedanken. Um 1644 hatte der Mothering Day seinen kirchlichen Hintergrundes so
ziemlich eingebüßt und war zu einem Familientag geworden.
Diese
Traditionen für Laetare kennt man übrigens auch in Thüringen und
in Frankreich. Seitenanfang 
General
Memorial Day Of All Mothers in Amerika 
Wirklich
verbreitet hat sich die Idee des Muttertages aber dann doch von Amerika aus: Ann
Marie Reeves Jarvis: Die erste, die sich dort mit der Idee eines Muttertages
beschäftigte, war Ann Marie Reeves Jarvis. Von ihren 11 Kindern erreichten
nur 4 das Erwachsenenalter. 1858 gründete sie die "Mothers Days Works
Clubs", die sich für die Beseitigung sanitärer Missstände
einsetzen sollten, welche die Hauptursache für die hohe Kindersterblichkeit
darstellten. Nach Beendigung des Bürgerkriegs versuchte sie, 1865 unter dem
Namen "Mothers Friendships Day" eine Art Friedensbewegung für Mütter
anzustoßen, erregte damit allerdings nur wenig Aufmerksamkeit. Julia
Ward Howe: Die Frauenrechtlerin aus Philadelphia, trat 1872 an die Öffentlichkeit
mit einer eigenen Initiative für einen Mütter-Friedenstag. Sie forderte,
dass nicht länger Männer und Söhne in Kriegen geopfert werden sollten.
Doch auch ihr blieb noch ein weiterreichender Erfolg versagt. Anne
Jarvis: Sie war die Tochter von Ann Marie Reeves Jarvis. Sie griff die Idee
ihrer Mutter wieder auf und begann 1907, zwei Jahre nach dem Tod ihrer Mutter,
sich für die Einführung eines offiziellen Muttertages einzusetzen. Sie
hatte mehr Erfolg als ihre Vorgängerinnen, vielleicht wegen der stärker
gewordenen Frauenbewegung, vielleicht auch im Hinblick auf den sich abzeichnenden
Krieg (der Muttertag war vom Ursprung her ja ein Friedenstag). 1909 wurde der
Muttergedenktag jedenfalls in 45 amerikanischen Bundesstaaten offiziell eingeführt
und 1914 von Präsident Woodrow Wilson zum nationalen Feiertag ausgerufen.
Nun war auch das Datum festgelegt: der jeweils 2. Sonntag im Mai. In
Gedenken an Anne Jarvis Mutter, deren Lieblingsblumen Nelken waren, setzte sich
bald der Brauch durch, an diesem Tag eine Nelke zu tragen, eine farbige für
lebende Mütter, eine weiße für verstorbene Mütter. Schnell
bildete sich auch eine Tradition heraus, Geschenk- und Grußkarten zu versenden
und Blumen zu verschenken. Bald reichten vielen Menschen Blumen nicht mehr aus,
um ihren Müttern Ehre zu erweisen, die Geschenke wurden wertvoller, viele
Mütter können mit wertvollem Parfum rechnen oder bekommen sogar Gold
und Juwelen. Schlechte Karten haben diejenigen, die Haushaltsgegenstände
oder Gartengeräte verschenken, diese Dinge sind einer Umfrage nach, zumindest
in Amerika wenig beliebt bei den Müttern. Wen wundert's? Anne
Jarvis (gestorben 1946) musste die totale Kommerzialisierung ihrer Friedensidee
noch miterleben. sie war übrigens ganz entsetzt über die kommerzielle
Lawine, die sie da in Gang gesetzt hat. Sie hat es sehr bereut, sich für
einen Muttertag eingesetzt zu haben, ist einige Male verhaftet worden, als sie
bei öffentlichen Muttertagsveranstaltungen protestierte und ist einsam und
verbittert gestorben. Seitenanfang 
Internationaler
Frauentag
In
Europa waren es zunächst die revolutionären,sozialistischen Frauenverbände,
die einen internationalen Frauentag forderten. Seit 1911 wird der Internationale
Frauentag am 8. März begangen als Tag des Kampfes für die Rechte der
Frauen. Frauen wie Clara Zetkin, Käthe Duncker und Helene Overlach verhalfen
dem Frauentag auch in Deutschland zum Durchbruch. In eher kommunistischen Staaten
wird dieser Tag heute noch gefeiert, bei uns wurde er dann von den Nazis verboten,
die ihr konservatives Frauenbild durchsetzten wollten. Externer
Link zum Internationalen Frauentag: http://www.frauennews.de/themen/taggesch.htm 
Muttertag
und 3. Reich Der
amerikanische Muttertag kam durch die Heilsarmee auf den Kontinent. Zuerst fand
er Eingang in der Schweiz (1917, noch während des Krieges), es folgten bald
Norwegen und Schweden. Östereich kam 1927 dran, wo sich Marianne Hainisch,
die Mutter des Bundespräsidenten per Rundfunk dafür einsetzte.
1922 starteten in der Weimarer Republik vor allem die Blumenhändler (aha!
Also doch! Da haben wir es!!!) eine Kampagne zur Einführung des Muttertages. Leider
ist die Geschichte desMuttertags bei uns in Deutschland eng verbunden mit der
Familienpolitik der Nazis im Dritten Reich. 1933 erklärten sie den Muttertag
zum nationalen Feiertag, denn es passte ihnenins Konzept, die Mütter (natürlich
nur die arischen!) zu ehren, auf dass sie viele Söhne als angehende Soldaten
produzierten. Deswegen wurde auch das Mutterkreuz eingeführt, ein Orden,
der kinderreichen Frauen verliehen wurde. "Heilig soll uns sein jede Mutter
deutschen Blutes", so hieß es. Externer
Link zu Mutterkreuz und Frauenpolitik im Dritten Reich: http://www.mdr.de/kultur/film/492602.html
Nun,
das Hundertjährige Reich deutscher Nation gehört heute glücklicherweise
der Vergangenheit an, aber der Muttertag ist uns erhalten geblieben. Es hat sich
inzwischen eingebürgert, dass auch Großelter, Omas und Stiefmütter
mit Aufmerksamkeiten bedacht werden. Der Kommerzrummel ist auch an uns nicht vorüber
gegangen. Seitenanfang 


Gut
hundert Jahre nach seiner Etablierung mehren sich kritische Stimmen zum Muttertag.
Viele lehnen ihn wegen der Nazi-Vergangenheit ab, andere finden, es sei bloß
noch ein Anlass für Kommerz. Aber
immer noch ist er im Trend, wie eine Umfrage von polis im Auftrage der dpa bestätigt,
die dafür 1020 Menschen über 14 Jahre befragt hat. Nur
14 % der Befragten sind "Muttertagsmuffel" und würden den Muttertag
gerne abschaffen, wobei die unter 20jährigen nur zu 6 % dieser Meinung sind. Männer
sind anscheinend besonders positiv eingestellt zum Muttertag. Ob sie vielleicht
diesen Tag brauchen, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen (immerhin tun immer
noch 9% der Männer überhaupt keinen Handschlag im Haushalt, und auch
die übrigen sind in dieser Beziehung nicht allzu fleißig!)? Mit
zunehmendem Bildungsgrad nimmt die positive Einstellung zum Muttertag ein wenig
ab: Hauptschulabsolventen sind zu 87 % von seinem Sinn überzeugt, Abiturienten
aber immerhin noch zu 72 %. Manchmal
denk ich mir schon, eigentlich ist das unnötig. Aber wenn ich mir vorstell',
die würden vergessen, das würd' mich schon kränken. Beleidigt wär'
ich. Tät' allein feiern", antwortete einmal eine Mutter auf die Frage,
was sie vom Muttertag hielte. Ich
habe selber 2 Kinder, und, ehrlich gesagt, ich freue mich, dass sie mir an diesem
Tage einen Blumenstrauß schenken. Man braucht halt manchmal doch einen Anlass... Und
was meinst du? Mach doch einfach bei unserer kleinen Umfrage mit! Wir sind gespannt,
was dabei heraus kommt! Seitenanfang
Seitenanfang 


Hier
kannst du nachlesen, was besonders kluge Leute über Mütter sagen. Du
kannst dir ja deinen eigenen Reim darauf machen oder auch oder auch den einen
oder anderen Spruch für einen Muttertagsbrief aufgabeln. Die süßen
Bildchen in diesem Kapitel hat übrigens Kate Greenaway (1846-1901) gemalt A
Mother is not a person to lean on but a person to make leaning unnecessary.
Dorothy Fisher Übersetzung
1 Das
Herz einer Mutter ist ein Abgrund, in dessen Tiefe man immer eines findet: Bereitschaft
zum Verzeihen.
Honore de Balzac Vom
Vater hab´ ich die Natur, des Lebens ernstes Führen, vom Mütterchen
die Frohnatur, die Lust zu fabulieren.
Johann Wolfgang von Goethe 
Eine
rechte Mutter sein, das ist ein schwer Ding, es ist wohl die höchste Aufgabe
im Menschenleben.
Jeremias Gotthelf Dem
Mutterwerden allein kommt noch kein Verdienst zu.
Elfriede Hablé A
good mother is worth hundreds of schoolmasters.
George Herbert Übersetzung
2 By
and large, Mothers and housewives are the only workers who do not have regular
time off. They are the great vacationless class.
Anne Morrow Lindbergh Übersetzung
3 Das
Paradies liegt unter den Füßen der Mütter.
Mohammed Das
Auge der Mutter ergründet das Kind bis in die Tiefen des Herzens. Eine
glückliche Mutter ist für die Kinder segensreicher als hundert Lehrbücher
über die Erziehung.
Johann Heinrich Pestalozzi 
Das
Beste an mir, ich hab's von ihr.
Peter Rosegger Who
ran to help me when I fell, Or kissed the place to make it well? . . . My mother.
Ann Taylor Übersetzung 4 God
sees us through our Mothers' eyes and rewards us for our virtues.
Ganeshan Venkatarman Übersetzung
5 Meine
Mutter war die Quelle, aus der ich die leitenden Grundsätze meines Lebens
schöpfte.
John Wesley 
Hat
deine Mutter für dich gekocht, dann iß. Hat sie für dich geplant,
dann weigere dich.
Nigerianisches Sprichwort Gott
konnte nicht überall zur gleichen Zeit sein, und deswegen erschuf er die
Mütter.
Jüdisches Sprichwort Seitenanfang 


2.
Sonntag im Februar: Norwegen Am
vorletzten Sonntag vor Ostern: England 1.
Frühlingssonntag: Libannon 1.
Sonntag im Mai: Südafrika, Spanien, Portugal 2.
Sonntag im Mai: Dänemark, Deutschland, Finland, Italien, Türkei,
Australien, Belgien, Japan, Taiwan, USA Letzter
Sonntag im Mai: Frankreich, Schweden 10.
Mai: der größte Teil von Südamerika, Bahrein, Indien, Malaysia,
Oman, Pakistan, Qatar, Saudi Arabien, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate 26.
Mai: Polen 12.
August: Thailand (Geburtstag von Königin Sirikit) 2.
Sonntag im Oktober: Argentinien 


Muttertagsgedichte
lassen wir hier lieber weg, aber du findest einen guten Artikel darüber auf
dieser Seite:
http://members.chello.at/hhofer/gedichte-reime-muttertag.htm Kritisch
setzt sich diese Seite mit dem Muttertag auseinander. Sie hat die Überschrift
"Diffamierung & Duftgewächse": http://www.frauennews.de/themen/mutter.htm
Muttertagstipps für
harte Kerle findet man auf den Männerseiten: http://www.maennerseiten.de/muttertag.htm Seitenanfang
Übersetzungen: Übersetzung
1: Eine Mutter
ist keine Person zum Anlehnen sondern eine Person, die das Anlehnen unnötig
macht. Übersetzung
2: Eine gute Mutter ist Hunderte von Schulmeistern wert. Übersetzung
3: Im Grossen und Ganzen sind Mütter und Hausfrauen die einzigen Arbeiter,
die keinen regulären Feierabend haben. Sie sind die große, ferienlose
Klasse. Übersetzung
4: Wer rannte, um mir zu helfen, wenn ich fiel, oder küsste den (blauen)
Fleck, um ihn zu heilen? ... Meine Mutter. Übersetzung
5: Gott sieht uns durch die Augen unserer Mütter und belohnt uns für
unsere Werte. 
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