Der Osterhase ist immer noch das beliebteste Ostersymbol. Wie es dazu kam, und das er nicht der einzige Ostereierbringer ist, erfährst du auf dieser Seite.
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Neben den knospenden Zweigen von Forsythie, Weide und anderen Büschen holt man sich zu Ostern auch Frühlingsblumen ins Haus. Naturlich sind Tulpen und Hyazinthen auch dabei. Aber es gibt auch besondere "Osterblumen". Heute sind das vor allem die Narzissen, aber in alten Zeiten waren es Löwenzahn und Gänseblümchen, die als Osterschmuck verwendet wurden. Narzissen (Narcissus)
Hast
du herzlos auch getrieben Rainer Maria Rilke
Ohne die gelben "Osterglocken" ist Ostern kaum vorstellbar. Narzissen gehören zu den Zwiebelblumen. Schon im Altertum waren sie bekannt. Inzwischen gibt es eine fast unüberschauhbare Anzahl von Sorten. Im Handel bekommt man vor allem:
Wie bei vielen beliebten Blumen rankt sich auch um dieses Zwiebelgewächs eine Legende: Die Bergnymphe Echo liebte einst den Sohn des Flußgottes Kephios. Er hieß Narziss, und war ein wunderschöner Jüngling. Als er Echos Liebe verschmähte, war diese so traurig, dass sie zu einem Felsen wurde. Nur ihre Stimme blieb erhalten (daher das "Echo" in den Bergen). Wegen seiner Herzlosigkeit wurde Narziss damit bestraft, dass er in unstillbare Selbstliebe verfiel. Nach diesem Geschehen nennt man heute einen in sich selbst verliebten Menschen einen Narziss. Der Jüngling starb, als er sein Spiegelbild in einem Teich umschlingen wollte. Als man seinen Scheiterhaufen entzünden wollte, wurde er in eine gelbe, duftende Blume verwandelt: die Narzisse. Der Name kommt von narkissos = narkao = ich betäube (Narkose), beim Jüngling vermutlich, weil er die Frauen "betäubte", bei der Blume wegen des betäubenden Duftes. Aber Narzissen enthalten tatsächlich, wie andere Amaryllis-Gewächse auch, Alkaloide, die Übelkeit und Erbrechen, Schweißausbrüche und Durchfall hervorrufen können. Das Gift steckt vor allem in der Zwiebel, aber auch das Blumenwasser ist giftig. Bei starker Vergiftung kann es sogar zu Lähmungen und zum Kollaps kommen, sogar tödliche Vergiftungen sollen schon vorgekommen sein, wenn Narzissenzwiebeln mit Speisezwiebeln verwechselt wurden. Wenn man den Saft auf die Haut bekommt, kann kann er zu Allergien und Hautausschlägen führen, der sogenannten Narzissen-Dermatitis, anscheinend eine Art Berufskrankheit bei Floristen. Die Narzisse ist aber auch als Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter benutzte man sie gegen verschiedene Hauterkrankungen und Geschwüre. In der Homöopathie wird sie heute noch vereinzelt bei Schnupfen, Bronchitis und Keuchhusten verwendet. Alle Narzissen sollte man schneiden, wenn die schützende Knospenhaut geplatzt ist und die Blüte schon etwas Farbe zeigt. In der Vase sondert die Narzisse einen Schleim ab, der auf andere Blumen schädigend wirkt. Deswegen muss man sie immer erst einige Tage in einer eigenen Vase im Wasser "ausschleimen" lassen (und dann nicht mehr anschneiden), bevor man sie mit anderen Blumen kombiniert. Inzwischen gibt es einen Wasserzusatz für Schnittblumen, der das Ausschleimen verhindern soll. Löwenzahn (Taraxacum offizinale) Keine
Vase will dich. Keine Josef Weinheber, aus: "Löwenzahn"
Schon im Mittelalter war Löwenzahn eine bekannte Heilpflanze. Nach altem Hexenglauben musste man sich den Körper mit der Löwenzahnmilch einreiben und bekam dann jeden Wunsch erfüllt. . In der Naturheilkunde wird Löwenzahnextrakt verabreicht bei Leber-, Gallen-, Blasen- und Nierenleiden sowie Gelenkerkrankungen. Die Milch wird zur Warzenbehandlung verwendet und der Tee soll blutreinigend wirken. Löwenzahn
im Kräuterbuch des Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus" Gänseblümchen (Bellis perennis)
Tausendschön,
du liebes Kraut! Friedrich von Logau
Obwohl Gänseblümchen das ganze Jahr über blühen (sogar im Winter, wenn es nicht allzu kalt ist), gelten sie doch als ausgesprochene Frühlingsblumen. Die kleinen Mädchen lieben es, Kränzchen daraus zu winden. Früher war das Blümchen viel seltener als heute, denn erst in den häufig gemähten Wiesen unserer Gärten findet es genügend Licht zur Ausbreitung. Unseren Ahnen war es sogar heilig, da es bei feuchtem Wetter die Blütenköpfe fest schließt und nur bei Sonne öffnet, und die Blüten sich auch auf die Sonne ausrichten, brachte man es in Verbindung zum germanischen Sonnengott Baldur. Doch ursprünglich war es wohl der Muttergöttin Frija geweiht, denn bei den ihr zu Ehren abgehaltenen Frühlingsfesten war der Pokal oft mit Gänseblümchen geschmückt. Mit der Christianisierung wurde die Verehrung der Frija und auch viele ihr gewidtmete Bräuche auf die Gottesmutter Maria übertragen. So wurde auch das Gänseblümchen zur Marienblume, es symbolisiert das ewige Leben und die Erlösung, aber durch die Form der Blütenblätter auch Tränen und auch Blutstropfen, denn einige von ihnen sind rötlich angelaufen, was einer Legende nach durch einen Kuss des Jesuskindes geschehen sei. Bei soviel mythologischem Bezug gehört das Gänseblümchen natürlich auch zu den alten Zauberpflanzen (siehe unsere Seite Zauberpflanzen). Daneben ist sie aber auch schon lange als Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter verwendete man sie gegen entzündliche Wunden und Knochenbrüche, gegen Verdauungsstörungen und Ruhr sowie gegen Lungenentzündung. In der modernen Naturheilkunde wird sie gegen hohen Blutdruck, Verstopfung, Leber- und Nierenleiden, Gicht, Rheuma und Hautproblemen eingesetzt. Mehr über das Gänseblümchen gibt es auf unseren Frühlingsblumenseiten: Das Gänseblümchen im Kräuterbuch des Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus" von 1625: http://www.kraeuter.ch/Gaensebluemchen/gaensebluemchen.htm
Bilder: Die Grafiken sind von der Rabenfrau, mit Hilfe von Gifs aus dem Internet.
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Gänseblümchen im Kräuterbuch des Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus"
von 1625:
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