Der Osterhase

Der Osterhase ist immer noch das beliebteste Ostersymbol. Wie es dazu kam, und das er nicht der einzige Ostereierbringer ist, erfährst du auf dieser Seite.

Inhalt:

 

Neben den knospenden Zweigen von Forsythie, Weide und anderen Büschen holt man sich zu Ostern auch Frühlingsblumen ins Haus. Naturlich sind Tulpen und Hyazinthen auch dabei. Aber es gibt auch besondere "Osterblumen". Heute sind das vor allem die Narzissen, aber in alten Zeiten waren es Löwenzahn und Gänseblümchen, die als Osterschmuck verwendet wurden.

Narzissen (Narcissus)

 

Hast du herzlos auch getrieben
loses Spiel; mich oft betrübt,
dennoch muß ich stets dich lieben
wie ich immer - dich geliebt.

Rainer Maria Rilke

 

Ohne die gelben "Osterglocken" ist Ostern kaum vorstellbar. Narzissen gehören zu den Zwiebelblumen. Schon im Altertum waren sie bekannt. Inzwischen gibt es eine fast unüberschauhbare Anzahl von Sorten. Im Handel bekommt man vor allem:

  • Trompetennarzisse (Narcissus pseudonarcissus), die eigentliche "Osterglocke", die natürlicherweise zwischen März und Aprilblüht. Es gibt gefüllte und einfache Blüten, die einzeln an einem Stengel sitzen. Trompetennarzissen blühen in gelb, weiß, rosa und orange, teilweise mit andersfarbiger Trompete. In der Vase hält sie etwa 8 bis 10 Tage
  • Dichternarzisse (Narcissus poeticus), mit weißen Blütenblättern und roter, sehr kurzer Krone. Sie ist in Mittel- und Südeuropa beheimatet und hält in der Vase 10 bis 14 Tage.
  • Schalennarzisse (Narcissus x incomparabilis), eine Kreuzung zwischen den ersten beiden Sorten
    Sie blüht weiß, gelb oder rosa, oft zweifarbig. Sie hat ebenfalls eine verkürzte Krone. Man bekommt sie von Dezember bis Ostern, und sie hält sich 7 bis 14 Tage in der Vase.
  • Tazette oder mehrblütige Narzisse (Narcissus tarzetta), in weiß oder gelb, teilweise mit andersfarbiger Krone. Sie kommt aus den Mittelmeerländern und man bekommt sie von Dezember bis Mai. Sie hält in der Vase 8 bis 10 Tage.

 

Wie bei vielen beliebten Blumen rankt sich auch um dieses Zwiebelgewächs eine Legende:

Die Bergnymphe Echo liebte einst den Sohn des Flußgottes Kephios. Er hieß Narziss, und war ein wunderschöner Jüngling. Als er Echos Liebe verschmähte, war diese so traurig, dass sie zu einem Felsen wurde. Nur ihre Stimme blieb erhalten (daher das "Echo" in den Bergen). Wegen seiner Herzlosigkeit wurde Narziss damit bestraft, dass er in unstillbare Selbstliebe verfiel. Nach diesem Geschehen nennt man heute einen in sich selbst verliebten Menschen einen Narziss. Der Jüngling starb, als er sein Spiegelbild in einem Teich umschlingen wollte. Als man seinen Scheiterhaufen entzünden wollte, wurde er in eine gelbe, duftende Blume verwandelt: die Narzisse.

Der Name kommt von narkissos = narkao = ich betäube (Narkose), beim Jüngling vermutlich, weil er die Frauen "betäubte", bei der Blume wegen des betäubenden Duftes.

Aber Narzissen enthalten tatsächlich, wie andere Amaryllis-Gewächse auch, Alkaloide, die Übelkeit und Erbrechen, Schweißausbrüche und Durchfall hervorrufen können. Das Gift steckt vor allem in der Zwiebel, aber auch das Blumenwasser ist giftig. Bei starker Vergiftung kann es sogar zu Lähmungen und zum Kollaps kommen, sogar tödliche Vergiftungen sollen schon vorgekommen sein, wenn Narzissenzwiebeln mit Speisezwiebeln verwechselt wurden. Wenn man den Saft auf die Haut bekommt, kann kann er zu Allergien und Hautausschlägen führen, der sogenannten Narzissen-Dermatitis, anscheinend eine Art Berufskrankheit bei Floristen.

Die Narzisse ist aber auch als Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter benutzte man sie gegen verschiedene Hauterkrankungen und Geschwüre. In der Homöopathie wird sie heute noch vereinzelt bei Schnupfen, Bronchitis und Keuchhusten verwendet.

Alle Narzissen sollte man schneiden, wenn die schützende Knospenhaut geplatzt ist und die Blüte schon etwas Farbe zeigt. In der Vase sondert die Narzisse einen Schleim ab, der auf andere Blumen schädigend wirkt. Deswegen muss man sie immer erst einige Tage in einer eigenen Vase im Wasser "ausschleimen" lassen (und dann nicht mehr anschneiden), bevor man sie mit anderen Blumen kombiniert. Inzwischen gibt es einen Wasserzusatz für Schnittblumen, der das Ausschleimen verhindern soll.

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Löwenzahn

(Taraxacum offizinale)

Keine Vase will dich. Keine
Liebe wird durch dich erhellt.
Aber deines Samens reine
Weiße Kugel träumt wie eine
Wolke, wie der Keim der Welt.

Josef Weinheber, aus: "Löwenzahn"

Kleine Java-Spielerei:
Wenn du mit der Maus über die Pusteblume fährst, kannst du sie
"ab pusten"!

Wegen seiner Heilkräfte und wohl auch wegen der strahlenartig angeordneten Blütenblätter und der Sonnenfarbe war er in der christlichen Kunst des Mittelalters Jesus und Maria zugeordnet. Wie viele milchenden Pflanzen ist er außerdem ein Symbol für den Tod Christi. Von daher kommt wohl auch seine Stellung als Osterblume im Mittelalter. Heute sieht man ihn in den Gärten eher als "Unkraut". Schade, es ist doch so eine hübsche Pflanze!

Er hat über 500 volkstümliche Namen. Unter anderem heißt er auch: Augenmilch, Augenwurz, Bärenzahnkraut,Pis-en-lit (französisch: Pinkel-ins-Bett), Butterblume, Eierkraut, Hundeblume, Kettenblume, Kuhblume, Kuhlattich,Laternenblume, Lichtbloom, Märzblume, Maiblume, Marienzahn, Melkdistel, Milchdistel, Milchstöck, Pfaffenplatte, Pusteblum, Röhrlkraut, Schweineblume, Saurüssel, Sonnenwurzel, Teufelsblume, wilde Zichorie.

Die Pflanze ist als Wildkraut weit verbreitet, wird aber heute auch als Kulturpflanze angebaut. Sie gehört zur Familie der Korbblüter. Der lateinische Name geht auf das arabische "tarakshaqum" zurück und bedeutet "bitteres Kraut.

Schon im Mittelalter war Löwenzahn eine bekannte Heilpflanze. Nach altem Hexenglauben musste man sich den Körper mit der Löwenzahnmilch einreiben und bekam dann jeden Wunsch erfüllt. . In der Naturheilkunde wird Löwenzahnextrakt verabreicht bei Leber-, Gallen-, Blasen- und Nierenleiden sowie Gelenkerkrankungen. Die Milch wird zur Warzenbehandlung verwendet und der Tee soll blutreinigend wirken.

Löwenzahn im Kräuterbuch des Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus"
von 1625: http://www.kraeuter.ch/Loewenzahn/loewenzahn.htm

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Gänseblümchen

(Bellis perennis)

 

Tausendschön, du liebes Kraut!
Jede Jungfer ist beflissen,
Dass sie dich, es hilft sie auch,
müg in ihrem Garten wissen.

Friedrich von Logau

 

Auch das Gänseblümchen wurde mit vielen Namen bedacht. Man kennt es als: Osterblümchen, Angerblümlein, Augenblümchen, Gritlibluem, Maßliebchen, Tausendschön(chen), Kleine Margarete, Sonnenblümchen, Sonnentürchen, Mairöserl, Gänsenagel, Gaiseblümli, Kindsblümle, Baldurs Braue oder Auge, Muttergottesblümla, Mutterblümchen, Marienblümchen, Himmelsblume, Kränzleblum, Katzenblume.

Obwohl Gänseblümchen das ganze Jahr über blühen (sogar im Winter, wenn es nicht allzu kalt ist), gelten sie doch als ausgesprochene Frühlingsblumen. Die kleinen Mädchen lieben es, Kränzchen daraus zu winden.

Früher war das Blümchen viel seltener als heute, denn erst in den häufig gemähten Wiesen unserer Gärten findet es genügend Licht zur Ausbreitung. Unseren Ahnen war es sogar heilig, da es bei feuchtem Wetter die Blütenköpfe fest schließt und nur bei Sonne öffnet, und die Blüten sich auch auf die Sonne ausrichten, brachte man es in Verbindung zum germanischen Sonnengott Baldur. Doch ursprünglich war es wohl der Muttergöttin Frija geweiht, denn bei den ihr zu Ehren abgehaltenen Frühlingsfesten war der Pokal oft mit Gänseblümchen geschmückt.

Mit der Christianisierung wurde die Verehrung der Frija und auch viele ihr gewidtmete Bräuche auf die Gottesmutter Maria übertragen. So wurde auch das Gänseblümchen zur Marienblume, es symbolisiert das ewige Leben und die Erlösung, aber durch die Form der Blütenblätter auch Tränen und auch Blutstropfen, denn einige von ihnen sind rötlich angelaufen, was einer Legende nach durch einen Kuss des Jesuskindes geschehen sei.

Bei soviel mythologischem Bezug gehört das Gänseblümchen natürlich auch zu den alten Zauberpflanzen (siehe unsere Seite Zauberpflanzen). Daneben ist sie aber auch schon lange als Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter verwendete man sie gegen entzündliche Wunden und Knochenbrüche, gegen Verdauungsstörungen und Ruhr sowie gegen Lungenentzündung. In der modernen Naturheilkunde wird sie gegen hohen Blutdruck, Verstopfung, Leber- und Nierenleiden, Gicht, Rheuma und Hautproblemen eingesetzt.

Mehr über das Gänseblümchen gibt es auf unseren Frühlingsblumenseiten:

Das Gänseblümchen im Kräuterbuch des Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus" von 1625: http://www.kraeuter.ch/Gaensebluemchen/gaensebluemchen.htm

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Bilder:

Die Grafiken sind von der Rabenfrau, mit Hilfe von Gifs aus dem Internet.

 

Externe Links auf dieser Seite:

Löwenzahn im Kräuterbuch des Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus"
von 1625: http://www.kraeuter.ch (Pflanzen A-Z /Löwenzahn)

Das Gänseblümchen im Kräuterbuch des Jacobus Theodorus "Tabernaemontanus" von 1625:
http://www.kraeuter.ch (Pflanzen A-Z/Gänseblümchen)

 

 

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