- Rendezvous mit der Schneekönigin

In mancher Winternacht fliegt sie durch die Straßen
der Stadt und schaut in die Fenster hinein,
und dann frieren sie so wundersam, als ob
Blumen darauf wachsen.

Hans Christian Andersen, aus "Die Schneekönigin"

INHALT:

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Was ist Schnee?


snow: the solid form of water that crystallizes in the atmosphere and, falling to the Earth, covers, permanently or temporarily, about 23 percent of the Earth's surface.

(Schnee: die feste Form von Wasser, das in der Atmosphäre kristallisiert, auf die Erde fällt, und dauernd oder zeitweilig 23 % der Erdoberfläche bedeckt)

Encyclopædia Britannica

Schneekristalle und ihre unterschiedlichen Strukturen haben die Menschheit schon sehr lange fasziniert. Schon Kepler und später Descartes haben sich Gedanken darüber gemacht, warum sie oft so regelmäßig sechseckig sind. Später wurden die Formen der Schneekristalle auch fotographisch dokumentiert (zuerst von Wilson A. Bentley, der sein Buch "Snowflakes" 1931 veröffentlichte. Mehr darüber findest du hier: http://snowflakebentley.com/). Der erste Eindruck bestätigte sich: Dass sie zwar alle irgendwie ähnlich sind, aber niemals vollkommen überein stimmen.

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SCHNEESORTEN

Die Inuit sollen, je nach Zustand desselben, 40 verschiedene Schneesorten benennen können. Auch wenn das vielleicht nicht ganz stimmt, Schnee kennen wir in verschiedenen Formen:

  • Schneekristalle: aus einzelnen Eiskristallen, oft mit hexagonaler Symmetrie, die Größe variiert von mikroskopisch klein bis mehrere Millimeter Größe
  • Schneeflocken: lose zusammengesetzt aus mehreren Eiskristallen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herum können sie bis zu einer Größe von ungefähr 10 cm Durchmesser anwachsen!
  • Reif: besteht aus kleinen, eiskalten Wassertröpfchen, die gefrieren, wenn sie eine Oberfläche berühren (z. B. die Äste eines Baumes)
  • Hagel: besteht aus größeren Klumpen von mehreren Eiskristallen, die mit einander verschmolzen sind.

Übrigens: Eine Schneeflocke braucht manchmal bis zu 2 Stunden, bevor sie am Boden ankommt. Sogar die schweren, nassen Schneeflocken fallen nicht schneller als ungefähr 1,5 km/Stunde.

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EINE SCHNEEFLOCKE ENTSTEHT

Alles beginnt mit einem Kondensationskern, an dem sich bei kalten Temperaturen Wassermoleküle anlagern und zu Eiskristallen gefrieren. Kondensationskerne sind mikroskopisch kleine Partikel aus Staub, Vulkanasche, ja, er kann sogar außerirdischen Ursprungs sein, denn jeden Tag erreichen 40 000 Tonnen "Weltraumstaub" die Erde. Man kann sogar die Schneebildung künstlich hervorrufen, indem man die Wolken mit Silberidodid bestäubt. Um den Kondensationskern bildet sich nun ein hexagonales (sechseckiges) Eisplättchen. Die sechseckige Form ist in der Molekularstruktur des Wassers begründet.

Weitere Wassermoleküle lagern sich nun an das Eisplättchen an, und weil das bevorzugt an den Ecken geschieht, wachsen ihr bald "Arme". Unter bestimmten Bedingungen entstehen so die dentritischen Eissterne mit spitzen Zacken. Allerdings sind die Bedingungen nicht einmal in der Wolke konstant, abhängig davon bilden sich verschiedene Formen heraus. Eiskristalle können die Form von Platten, Säulen, Nadeln und verschiedenen Sternen annehmen.

Mehr über die Gesetzmäßigkeiten bei Schneekristallformen findest du hier (auf englisch):
http://www.lowtem.hokudai.ac.jp/~frkw/english/aletter.html

Bis eine Flocke auf der Erde an kommt, ist sie noch sehr Unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt, deswegen kommt es, dass noch niemand zwei Flocken gefunden hat, die vollkommen überein stimmen. Das ist auch der Grund, warum Schneeflocken nicht immer so regelmäßig aussehen, sie sind oft zerbrochen oder gleich unregelmäßig gewachsen.

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DAS GEDÄCHTNIS DER ERDE

liegt im Wasser, das sagen Aborigenees in Australien und die Ureinwohner Amerikas. Der Japaner Dr. Masuro Emoto hat dieses in langjähriger Forschungsarbeit mit Eiskristallen bestätigt.

Er begann mit Wasser aus verschiedenen Quellen und Flüssen, und mit destiliertem Wasser, das er gefrieren ließ und dann mit einem speziellen Mikroskop untersuchte. Nicht sehr überrascht war er, dass die Eiskristalle, die sich gebildet hatten, sehr unterschiedlich aussahen, je nachdem, welches Wasser verwendet worden war. Das Wasser aus den Quellen bildete schönere und regelmäßigere Kristalle als das aus verschmutzten Flussmündungen.

Doch Emoto gab sich damit nicht zufrieden. In einer neuen Versuchsreihe platzierte er destilliertes Wasser zwischen zwei Lautsprecher und ließ die Gefäße über mehrere Stunden mit verschiedener Musik (klassischen Musikstücken, japanischer Folkloremusik und Heavy Metal ...) beschallen. Dann wurde das Wasser wieder gefroren und die Kristalle untersucht. Es stellte sich heraus, dass auch dieses Mal die Kristalle unterschiedliche Strukturen aufwiesen, regelmäßiger bei klassischer Musik und tibetanischen Sutren, ziemlich unstrukturiert bei Heavy Metal.

Nun unternahmen Emoto und seine Kollegen noch einen Versuch: Sie beschrifteten Papierstreifen mit einem Computer-Schreibprogramm mit verschiedenen Worten, beispielsweise "Hass" oder "Liebe", sowie mit Namen bekannter verstorbener Personen, z. B. "Adolf Hitler", "Mutter Theresa". Die Papierstreifen wurden über Nacht an den Gefäßen mit destiliertem Wasser befestigt. Wiederum wurde das Wasser anschließend gefroren und die Kristalle untersucht.

Und nun kam etwas Merkwürdiges heraus: Die Kristalle in den Gefäßen, die mit "guten" Worten und den Namen von "guten" Menschen beschriftet waren, waren schön und regelmäßig, die aus den Gefäßen mit "bösen" Worten und "bösen" Menschen ähnelten mehr den "Heavy-Metal-Kristallen"! Es heißt, dass Worte eine "Wort-Seele" besitzen und so bestimmte Energien ausstrahlen können. Vielleicht ist das damit bewiesen worden.

Die Körper von uns Menschen bestehen zu einem Großteil aus Wasser. Denken wir einmal an die Bergpredigt: "...wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf... wer zu ihm aber sagt: Du gottloser Narr, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein." Vielleicht sollten wir doch lieber einmal überlegen, was wir unseren Mitmenschen manchmal gedankenlos für Worte an den Kopf werfen...

Mehr darüber und ein paar der Fotos gibt es hier:
http://www.hado.net/
(Links auf "Water Crystals" klicken, die
vorgeschlagene Sprachkomponente musst du aber nicht installieren!)

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SPIELEREIEN MIT SCHNEE UND EIS

Schneeflocken "aufbewahren"

Abgesehen davon, dass du Schnee in der Tiefkühltruhe eine Weile aufheben kannst, ist es auch möglich, Abdrücke von Schneeflocken herzustellen. Dafür brauchst du

    1. eine flache Glasplatte
    2. eine Dose Harspray (Sprühdose, nicht Pumpzerstäuber!)
    3. eine Tiefkühltruhe
    4. Schnee

Gib die Glasplatte und das Haarspray in die Tiefkühltruhe und bewahre sie dort auf, bis es einmal wieder schneit. Dann holst du es heraus und sprühst die gefrorene Glasplatte mit dem gefrorenen Spray ein. Begib dich nun nach draußen und sieh zu, dass du ein paar schöne Schneeflocken auf deiner Platte einfängst.

Wenn du die Platte nun in der warmen Wohnung auftauen lässt, bleiben schöne Abdrücke von Schneeflocken zurück.

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Schneelaterne

Errichte aus einem Haufen Schneebällen eine Pyramide, die innen aber hohl sein muss. Du kannst auch einen Zylinder bauen. Dann stellst du abends eine Kerze hinein.

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Eislaterne

Für eine einfache Eislaterne brauchst du einen mit Wasser gefüllten Eimer. Am besten reibst du ihn mit etwas Öl ein, bevor du das Wasser einfüllst. Stelle ihn auf die Terasse oder den Balkon und lasse das Wasser fast ganz gefrieren. Wenn es richtig kalt ist, geht das über Nacht. Wenn du den Eimer dann am nächsten Morgen umstülpst, wirst du feststellen, dass unten noch ein wenig Wasser übrig geblieben ist und dein Eisklotz dort eine Mulde hat. Nun drehst du den Klotz um, dass die Mulde nach oben kommt und stellst dort ein Teelicht hinein. Fertig!

Ein bisschen komplizierter wird es, wenn du einen großen und einen kleinen Eimer verwendest. Den großen fettest du von innen, den kleinen von außen. In den großen Eimer füllst du wieder Wasser, stellst den kleinen Eimer hinein und beschwerst ihn, so dass das Wasser im großen Eimer bis fast zum Rand aufsteigt. Hübsch wird es, wenn du in das Wasser zwischen den Eimern ein paar Blätter und Beeren, vielleicht auch eine übrig gebliebene Rosenblüte, mit einfrierst. Dieses Mal muss der Eisklotz ganz durch frieren, denn der Hohlraum wird ja schon durch den kleinen Eimer erzeugt. Wenn du die Eimer dann auseinander nimmst, hast du ein wunderschönes Windlicht aus Eis.

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Schneeflocken aus Papier

Vielleicht kennst du noch aus deiner Kindheit diese Deckchen, die man aus quadratische, gefalteten Papierstückchen schneidet?

Ein quadratisches Stück weißes Papier wird zur Hälfte gefaltet.

Das entstandene Rechteck faltest du wiederum zur Hälfte, es entsteht wieder ein Quadrat.

Das Quadrat so vor dich hin legen, dass die beiden gefalteten, offenen Seiten links zu liegen kommen, die offenen Ecken sind rechts unten.

Nun faltest du die eine linke, untere Ecke in der Quadratdiagonale (über die offenen Ecken) nach rechts oben. Dein Quadrat sieht jetzt so aus:

Nun die übrig gebliebene linke, untere Ecke unter das Quadrat in der Diagonalen an die rechte obere Ecke falten. Nun hast du ein Dreieck, die offenen Kanten sind rechts:

Nun kannst du mit dem Schneiden loslegen! Die offenen Kanten ergeben natürlich die Kanten des Schneekristalls.

Mit dieser einfachen Falttechnik kannst du schon sehr schöne Ergebnisse erzielen. Allerdings sind die Sterne, die du heraus bekommst, achteckig, und nicht, wie Eiskristalle, sechseckig. Für "echte" Eiskristalle musst du das Papier vorher zu einem gleichseitigen Sechseck zuschneiden, die Faltung ist ebenfalls etwas komplizierter.

Eine genaue Anleitung, Muster zum Ausdrucken und wunderschöne
Sterne und Eiskristalle aus Papier findest du hier
:

http://www3.ns.sympatico.ca/dstredulinsky/home.html

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UND VERGISS NICHT:

... einen Schneemann zu bauen, und...

... "Engelchen" zu machen (den Abdruck eines Engels im Schnee), und... und...

Kurz: Vergiss nicht, den Schnee zu genießen!

Was man sonst noch tun kann, um sich an die Kälte
zu gewöhnen, findest du auf unserer Seite
Baby, it's cold outside!

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EISKALTE GESCHICHTEN

Die Söhne des Nordwindes

(ein keltisches Märchen)

Der Nordwind hatte drei Söhne. Weißfuß, Weißflügel und Weißhand wurden sie genannt. Alle drei waren sehr schön, wie es sich für Göttersöhne gehört. Als sie das erste Mal aus den unsichtbaren Palästen ihres Vaters herab stiegen auf die Erde, waren die Menschen von ihnen geblendet, viele Menschen konnten ihren Anblick nicht ertragen und fielen tot zur Erde. Andere wagten es gar nicht erst, sie anzusehen und flohen vor ihnen in die Wälder.

Als Weißfuß, Weißflügel und Weißhand erkannten, dass ihr Glanz zu viel war für die Augen der Sterblichen, zogen sie sich zurück hinter den Sonnenunterganges und berieten sich mit ihrem Vater.

Als die Sonne wieder auf ging, kehrten sie zurück. Doch nun waren sie für die Augen der Menschen nicht mehr sichtbar. Niemals hat seit jenen weit zurück liegenden Tagen mehr das Auge eines Sterblichen diese drei erblickt. Doch immer noch kennt man sie, man erkennt sie auch: der eine, der mit seinen Füßen die Wellen des Meeres aufrührt, an den vielen, vielen weißen Federn, die herum fliegen und Hügel, Täler, Wälder und die Häuser der Menschen zu decken, wenn der zweite seine Flügel entfaltet, und an der weißen, traumhaften Stille, die der dritte auf Flüsse und Bäume legt, die in Kälte erstarren. Nur noch an diesen Dingen können wir erkennen, wenn sie vorüber gehen. Polarwind, Schnee und Eis nennen wir sie heute, doch schöner sind ihre alten Namen: Weißfuß, Weißflügel und Weißhand.

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Die sieben Schwestern

(eine Geschichte vom anderen Ende der Welt, aus Australien)

Vor langer Zeit, in der Traumzeit, lebten die Sterne, die wir nun als Pleiaden kennen, von Zeit zu Zeit als wunderschöne Eis-Mädchen auf der Erde unter den Menschen. Ihre Eltern waren ein hoher, schroffer Berg, dessen Gipfel ständig in den Wolken versteckt lag, und ein eiskalter Fluss, der die schneebedeckten Hügel herunter floss.

Die sieben Schwestern wanderten oft durch das Land. Wunderschön waren sie, mit langen schwarzen Haaren wie Sturmwolken, sonnengebräunten Wangen, und leuchtenden grauen Augen. Alle Männer waren in sie verliebt, aber die Mädchen waren kalt wie der Fluss, der sie geboren hatte, und sie hielten niemals an auf ihren Wanderungen, um die Herzen der Männer zu beglücken.

Eines Tages gelang es einem Mann mit einem durchtriebenen Trick, zwei der Mädchen zu fangen. Die übrigen Schwestern konnten fliehen und gingen als Sterne zurück an den Himmel. Der Mann hieß Wurrunnah, und er zwang die Mädchen, seine Frauen zu werden. Doch bald entdeckte er, dass sie kalt wie die Eiszapfen waren, die im Winter von den Bäumen hängen, und er war sehr enttäuscht.

Er brachte sie zu einem Campfeuer und wollte die Kälte aus ihren wundervollen Gliedern schmelzen lassen. Aber, als das Eis schmolz, löschte das Wasser das Feuer, und er hatte es nur fertig gebracht, ihre kalte Pracht ein wenig zu dämpfen.

Die beiden Schwestern waren sehr traurig und einsam in ihrer Gefangenschaft und sehnten sich sehr nach ihren Schwestern und nach ihrer Heimat, dem klaren Nachthimmel. Sie sahen oft hinauf und sahen ihre Schwestern als blinkende Sterne dort stehen.

Eines Tages befahl Wurrunnah den beiden, Pinienrinde im Busch zu sammeln. Nach kurzer Reise kamen die beiden Frauen zu einem großen Pinienbaum und begannen, die Rinde abzustreifen. Auf einmal begann der Baum, der zu demselben Totem gehörte wie die Schwestern, zu wachsen, und er wuchs bis in den Himmel. Die beiden Frauen ergriffen sofort die Gelegenheit und kletterten hinauf zu ihren Schwestern. Doch niemals konnten sie sich ganz wieder von ihren Erlebnissen erholen, immer noch sind sie viel blasser zu sehen als die übrigen fünf Schwestern.

Wurrunnah soll den beiden dann noch nach geklettert sein, er konnte sie aber nicht mehr erreichen. Nun kann man ihn auch am Himmel sehen: als Sternbild des Orion. Er verfolgt die Schwestern immer noch.

Die sieben Schwestern sind seitdem niemals mehr vom Himmel herunter gestiegen. Doch haben sie uns nicht vergessen: Wenn es schneit, so heißt es, lassen sie ihre wundervollen Haare im Wind wehen, um uns an die Zeit zu erinnern, als sie auf der Erde gewandelt sind.

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BILD:

Das Titelbild hat im Original Edward Robert Hughes (1851-1914) gemalt.
Es heißt: "Heart of Snow"