
Gibt
es den Weihnachtsmann wirklich?
Ich
bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann.
Papa sagt, was in der Sun steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es
einen Weihnachtsmann?
Virginia O'Hanlon
1897
schrieb das kleine Mädchen diesen Brief an die Tageszeitung "New York
Sun", und der Chefredakteur antwortete ihr persönlich auf der Titelseite:
Der
Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben.
Sicherlich
kennst du diese Geschichte bereits, aber du kannst hier nochmal nachlesen:
http://www.christmasmagazine.com/german/spirit/samichlaus_geschichte02.asp
(externer Link)
Ich
finde auch, dass man den Kindern den Weihnachtsmann als Symbol der Weihnacht nicht
nehmen sollte. "Kinder brauchen Märchen", das sagte schon der Kinderpsychologe
Bruno Bettelheim. Solche Symbole sind Teil einer tieferen Wahrheit, und deswegen
haben sie ihre Berechtigung, auch wenn sie nicht wirklich "real" sind
und man sie nicht anfassen kann. Auch als Erwachsener kann man sie doch, wenn
auch vielleicht mit einem Augenzwinkern, hin nehmen.
Irgendwann
fragen doch alle Kinder wie Virginia, ob es nun einen Weihnachtsmann gibt oder
nicht, und das taten auch unsere beiden Jungs, ich glaube, damals war Sohn1 ungefähr
6, und Sohn2 4 Jahre alt. Wir haben ihnen die Gegenfrage gestellt: Wie findet
ihr es denn schöner, mit oder ohne Weihnachtsmann? Und mit einem verschmitzten
Lächeln befanden beide einhellig, es sei schöner "mit". Seitdem
war der Weihnachtsmann, der uns an Weihnachten eine Weile höchstperselblich
besuchte, ab und zu ein ziemlich niedlicher, kleiner Mann, der dummerweise immer
kam, wenn eines der Kinder unauffindbar war,
,
aber diskutieren mussten wir darüber niemals mehr.
Die
dir vermutlich auch bekannte "wissenschaftliche Diskussion"
darüber,
ob es den Weihnachtsmann nun gibt oder nicht (auch "Nikolausphysik"
genannt) findest du hier (dieses Mal mit dem schlüssigen Beweis: Es gibt
ihn doch!)
http://www.hfsoft.de/Weihnachten/Geschichte006.htm
(externer Link)
Neue
Erkenntnisse darüber, wie der Weihnachtsmann es trotz aller physikalischen
Widrigkeiten schafft, die Kinder auf der ganzen Erde mit Geschenken zu beliefern,
liefert einer seiner elfischen Hilfskräfte hier: (auf Englisch):
http://www.santaland.com/santadoes.html
(externer LInk)
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AUS
URALTEN ZEITEN
Es
scheint, als ob unser guter alter Weihnachtsmann seinen Ursprung schon in vorchristlicher
Zeit hat. Damals zogen wohl junge Burschen zur Zeit der Wintersonnenwende verkleidet
durch die Dörfer. Sie stellten die Geister der Ahnen dar, die ihren Nachkommen
Glück für die kommenden Zeiten bringen sollten. Reste davon finden sich
noch in den regional verschiedenen seltsamen Figuren, die um diese Zeit außer
Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind noch unterwegs sind und teilweise ebenfalls
gute Gaben verteilen. Da wären zum Beispiel im deutschsprachigen Raum Pelzmärte
aus Schwaben, die Berchtel aus Bayern, die Budelfrau aus Niederöstereich,
die Busebercht aus der Augsburger Gegend, Ruprecht aus dem Erzgebirge, der Erbsbär,
der Schimmelreiter aus Norddeutschland, die Stutenfrau aus der Ückermark,
die Klöckler aus Süddeutschland. Und auch der Weihnachtsmann selber
hat ja oft Begleitpersonal aus der Welt der Elfen und Feen.
Odin,
der Hauptgott der Wikinger, war in seinem Winteraspekt ein Mann, gekleidet in
einen warmen Mantel,. Er kam auf die Erde und erkundete, ob es seinen Leuten gut
ging oder schlecht, und er soll auch einen Sack mit Gaben dabei gehabt haben für
die Bedürftigen. Er wurde beschrieben als ein Weiser mit langem weißen
Bart und Haar.
Von
Gestalt ähnlich wie "unser" Weihnachtsmann war auch der König
Frost (oder so ähnlich), den die Sachsen um 600 n. Chr. mit sich brachten,
als sie in England einfielen. Bei den alten Germanen war es der mit Häuten
und Fellen gekleidete "Wintermann", der zusammen mit Schneestürmen
von den Bergen herunter kommen sollte um den Winter anzukündigen. Eine Figur
wie diese kannte man auch in Skandinavien, dort glaubte man, er führe die
Rentiere zu Beginn des Winters hinunter auf die Winterweiden.
Übrigens:
Väterchen Frost aus Russland ist keineswegs so historisch und folkloristisch,
wie man immer denkt, sondern genau wie unser Weihnachtsmann eine Kunstfigur, die
in den 20er Jahren in der Sowjetunion eingeführt wurde, um das alte russisch-orthodoxe
Weihnachtsfest am 6. bzw. 7. Januar zu ersetzten.
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IST
DER WEIHNACHTSMANN DER NIKOLAUS?
In
der christlichen Tradition war dann aber der Gabenbringer zunächst hauptsächlich
der heilige Nikolaus, und an "seinem" Tage, dem 6. Dezember, gab es
auch Geschenke (nachzulesen auf meiner Nikolausseite).
In den Niederlanden ist das übrigens heute noch so, obwohl Papst Paul VI
1969 auf dem 2. Vatikanischen Konzil Nikolaus aus dem Heiligenkalender streichen
ließ, weil das Leben des Heiligen so dürftig belegt ist. Seine Verehrung
wurde aber freigestellt.
Nach
und nach wurde der bischöfliche Nikolaus in einigen Regionen wieder überlagert
vom Aussehen der heidnischen "Vorreiter", so wird er zum Beispiel seit
dem 13. Jahrhundert nicht mehr mit einem schwarzen Bart dargestellt, wie der Mann
aus dem nahen Osten, der er war, und wie man ihn auch in den ganzen Jahrhunderten
davor gemalt hatte, sondern mit weißem, wie Odin.
Im
19. Jahrhundert wurde der Heilige säkularisiert und auch äußerlich
zu einem weltlichen Mann. Immer häufiger stellte man ihn ohne seine bischöflichen
Attribute dar, zum Beispiel als Nikolas im "Struwwelpeter" des Heinrich
Hoffmann oder als "Herr Winter" des Moritz von Schwindt. Nur das bischöfliche
Rot bleibt ihm meistens doch noch, und Volkskundlern beweist noch seine "phrygische
Mütze", dass er aus dem nahen Osten kommt.
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WEIHNACHTEN
GEHÖRT VERBOTEN!
Das
meinen viele Leute. Es sei doch nur noch ein Rummel und Konsum. Auch in früheren
Zeiten gab es "Weihnachtsmuffel"! Die allgemeinen Festivitäten
zu Midwinter waren der Kirche nie so ganz geheuer, vermutlich gibt es dabei doch
zu große Anklänge an das heidnische Julfest! Doch ganz unterdrücken
ließen sich die Weihnachtsfeiern nicht, obwohl das Fest in einigen Ländern
tatsächlich verboten wurde.
Quellen
aus dem 17. Jahrhundert aus England berichten, dass Father Christmas, obwohl verboten,
in den weihnachtlichen Mummenschanz-Spielen überlebte, die damals im ganzen
Lande aufgeführt wurden:

"In comes I, Old Father Christmas, Be I welcome or be I not,
I hope that Christmas will ne'er be forgot!"
(=
ungefähr: Mein Auftritt: Father Christmas! Möge ich willkommen sein
oder nicht, ich hoffe, Weihnachten wird niemals vergessen werden!)
Aus einem alten Mummenschanztheaterstück aus England
Heutzutage
versuchen wieder einige Menschen, wenigstens den Weihnachtsmann abzuschaffen und
"das Christfest wieder seiner ursprünglichen Bedeutung zuzuführen"
wie sie sagen. Weihnachten sei nur noch Ansporn zum Konsum.
Eigentlich
dürften Christen um diese Jahreszeit wirklich überhaupt gar kein Kirchenfest
feiern. Nirgendwo in der Bibel steht etwas von einem Fest mitten in unserem Winter.
Der Evangelist Lukas ist der einzige, der das Ereignis der Geburt Christi wirklich
würdigt, und dass es im Dezember stattgefunden haben soll, ist eine Festlegung
durch ein Kirchenkonzil, nicht überlieferte oder gar historische Realität
(siehe: Es begab sich aber zu der
Zeit - Wirklich?).
Soll
man deshalb Weihnachten tatsächlich wieder aus dem Kalender streichen? Ich
bin nicht dieser Meinung, und so wie ich denken glücklicherweise doch sehr
viele Menschen. Dieses Lichterfest in der Mitte der dunklen Jahreszeit mit all
seinem Symbolgehalt für Nächstenliebe und all den guten Vorsätzen
ist doch sehr wichtig für uns.
Heute
ist Father Christmas auch in England übrigens auch wieder aktiv, er kommt
in der Nacht zum 25. Dezember durch den Kamin in die Häuser, füllt die
Strümpfe der Kinder und bringt die Geschenke.
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UNCLE
SAM UND DER WEIHNACHTSMANN

Karikatur von Thomas Nast
Gut ablesen lässt sich die Entwicklung vom asketischen heiligen Nikolaus
zum weltlichen, gemütlichen Weihnachtsmann an seiner Geschichte in Amerika.
Als
die Holländer Neu-Amsterdamm gründeten, das später zu New York
werden sollte, brachten sie ihre Traditionen, und damit auch ihr Sinterklas-Fest,
mit sich. 1642 fiel die Stadt an die Briten, die aber später die Nikolaus-Feiern
übernahmen. Doch es fehlte der konfessionelle Hintergrund, "St. A. Claus",
wie er bald genannt wurde, war bald kein Heiliger mehr. Für die Briten sah
er schon bald aus, wie ein etwas beleibter, ein wenig altmodischer Mann aus Flamen.
Nach und nach mutierte er zum Weihnachtsmann, und schließlich wurde auch
der Weihnachtstag zum Tag der Bescherung. 1823 wurde anonym das Gedicht "A
visit from St. Nick" veröffentlicht. Hier ist es:
A
visit from St. Nick (auch bekannt als "T'was the night before Christmas")
T'was the night before
Christmas,
when all through the house
Not a creature was stirring, --not
even a mouse;
The stockings were hung by the chimney with care,
In hopes
that St. Nicholas soon would be there.
The children were nestled all snug
in their beds,
While visions of sugar-plums danced in their heads;
And
mamma in her 'kerchief, and I in my cap,
Had
just settled down for a long winter's nap,
When out on the lawn there arose
such a clatter,
I sprang from the bed to see what was the matter.
Away
to the window I flew like a flash,
Tore open the shutters and threw up the
sash.
The moon on the breast of the new-fallen snow
Gave the lustre of
mid-day to objects below,
When, what to my wondering eyes should appear,
But a miniature sleigh, and eight tiny reindeer,
With
a little old driver, so lively and quick,
I knew in a moment it must be St.
Nick.
More rapid than eagles his coursers they came,
And he whistled,
and shouted, and called them by name;
"Now, DASHER! now, DANCER! now,
PRANCER and VIXEN!
On, COMET! on CUPID! on, DONDER and BLITZEN!
To the
top of the porch! to the top of the wall!
Now dash away! dash away! dash away
all!"
As
dry leaves that before the wild hurricane fly,
When they meet with an obstacle,
mount to the sky,
So up to the house-top the coursers they flew,
With
the sleigh full of toys, and St. Nicholas too.
And then, in a twinkling, I
heard on the roof
The prancing and pawing of each little hoof.
As I drew
in my hand, and was turning around,
Down the chimney St. Nicholas came with
a bound.
He was dressed all in fur, from his head to his foot,
And his
clothes were all tarnished with ashes and soot;
A bundle of toys he had flung
on his back,
And he looked like a peddler just opening his pack.
His
eyes -- how they twinkled! his dimples how merry!
His cheeks were like roses,
his nose like a cherry!
His droll little mouth was drawn up like a bow,
And the beard of his chin was as white as the snow;
The stump of a pipe he
held tight in his teeth,
And the smoke it encircled his head like a wreath;
He had a broad face and a little round belly,
That shook, when he laughed
like a bowlful of jelly.
He
was chubby and plump, a right jolly old elf,
And I laughed when I saw him,
in spite of myself;
A wink of his eye and a twist of his head,
Soon gave
me to know I had nothing to dread;
He spoke not a word, but went straight
to his work,
And filled all the stockings; then turned with a jerk,
And
laying his finger aside of his nose,
And giving a nod, up the chimney he rose;
He sprang to his sleigh, to his team gave a whistle,
And away they all flew
like the down of a thistle.
But I heard him exclaim, ere he drove out of sight,
"HAPPY CHRISTMAS TO ALL, AND TO ALL A GOOD-NIGHT."
Eine
Zeitlang schrieb man dieses Gedicht Clement Clark Moore zu, später
hieß es dann manchmal ein gewisser Major Henry Livingston junior
sei der Verfasser. aber leider weiß man nichts Genaueres.
Eine
Übersetzung von Erich Kästner von 1947 gibt es hier:
http://www.weihnachtsstadt.de/Gedichte/klassisch/Als_der_Nikolaus_kam.htm
Schon
in diesem Gedicht kommt "St. Nick" also zu Weihnachten, und um 1860
hatte sich das dann allgemein durchgesetzt. In diesem Gedicht bekam er auch bereits
den bekannten Rentierschlitten verpasst, und die Rentiere erhielten ihre Namen.

Illustrationen
zu diesem Gedicht veränderten nach und nach die allgemeinen Vorstellungen
vom Heiligen hin zum gemütlichen, dicken Weihnachtsmann mit dem roten Anzug.
Am bekanntestens sind wohl die Bilder des Thomas Nast, einem gebürtiger Pfälzer,
der in die Staaten ausgewandert war. Als Karikaturist hat er übrigens auch
unseren Vorstellungen von "Uncle Sam" und "John Bull" Gestalt
verliehen. Von 1863 bis 1886 hat er für die Weihnachtsausgaben der Zeitung
"Harper's Weekly" jene Cartoons gezeichnet, die bis heute Vorbilder
für Weihnachts-Illustrationen liefern, und in denen er deutlich den Pfälzer
Nickel (regionale Nikolaus-Variante) mit dem amerikanischen Nikolaus-Bild verbunden
hat. Thomas Nast hat den Weihnachtsmann auch wohl als erster am Nordpol angesiedelt,
und von ihm stammt auch die Idee mit der Liste, auf der die braven und unartigen
Kinder stehen sollen.

Ab
1920 malte Norman Rockwell schon sehr schöne Weihnachtsmann-Bilder, die einen
Weihnachtsmann ungefähr so zeigen, wie wir ihn uns vorstellen, beleibt und
gemütlich.
Hier
könnt ihr Rockwell-Weihnachtsbilder sehen:
http://members.rogers.com/msgr-4/norman_rockwell_santa_gallery.htm
(externer Link)
Die
Werbekampagne eines gewissen amerikanischen Getränkekonzerns war es dann,
die den Weihnachtsmann im rot-weißen Rock in der ganzen Welt bekannt machte.
1931 wurde erstmals der Zeichner Haddon Sundblom damit beauftragt, weihnachtliche
Werbebilder für den Konzern zu schaffen.
Sundblom
ließ sich von dem "Night bevore Christmas"-Gedicht inspirieren
und zeichnete das Bild eines freundlichen, dicken, menschlichen Weihnachtsmannes.
Praktisch war natürlich, dass die Farben des Weihnachtsmann-Outfits (Rot
und Weiß) genau den Farben entsprachen, die auch der Getränkekonzern
für sich in Anspruch nimmt.
Bis
1968 malte Sundblom seine Santa-Claus-Bilder. Er starb 1976, doch sein Weihnachtsmann
wird immer noch in vielen Zeitungen abgebildet und auch in Ausstellungen gezeigt.
Man kann die Bilder als Poster kaufen, und inzwischen wurden sie sogar in einem
Buch veröffentlicht.
Einige
der schönsten Bilder kannst du hier angucken:
http://www.fortunecity.com/millennium/hibiscus/121/cokesanta.html
Und
hier kannst du auch sehen, wie Haddon Sundblom
selbst aussah, für die
letzten seiner Bilder hat er sich
nämlich selber als Modell genommen
(Schließlich lässt sich der echte Weihnachtsmann ja nicht so einfach
sehen!):
http://www.kidzworld.com/site/p1557.htm
(externer Link)

Alte Weihnachtskarte
Seit
den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts verbreiten sich die amerikanischen Vorstellungen
schließlich zuerst in England und dann in der ganzen Welt.
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WEIHNACHTSMANN
ODER CHRISTKIND?

Alte
Weihnachtskarte
Im Zuge der Reformation (15. Jahrhundert) wollten Martin Luther und seine Anhänger
die Heiligen abschaffen. Der Nikolaus war plötzlich ein Papist und musste
ebenfalls verschwinden. Nun ist es aber gar nicht so einfach, einen solchen Wohltäter
einfach abzuschaffen! So wurde er als Gabenbringer wenigstens im Stellenwert reduziert
und war nur noch für die Süßigkeiten zuständig, die auf einen
Teller oder in einen Kinderschuh passten. An seiner Stelle sollte das Kind aus
der Krippe die Geschenke bringen, und der Freudentag wurde verlegt auf den 24.
Dezember.
Obwohl
die protestantischen Regionen diesen Wechsel bereitwillig aufnahmen, konnte man
mit dem Christkind zunächst mal nicht allzuviel anfangen, denn schließlich
stellte man sich Jesus doch immer eher als erwachsenen Mann vor. So wurden nach
und nach die oft bei der bildlichen Darstellung der Krippe verwendeten Engel zur
Christkindfigur. Diese sind ja oft weiblich, und so wurde das Christkind zu einem
Mächen. Übrigens ist auch das Christkindl in Nürnberg eine Frau!
Nach
1900 wurde Weihnachten in Deutschland allmählich flächendeckend zum
Geschenke-Fest. Mit der Zeit ist das Christkind allerdings katholisch geworden!
Merkwürdigerweise ist es heute nämlich vorwiegend noch in den katholischen
Gebieten West-, Südwest- und Süddeutschland als Gabenbringer bekannt,
während der Weihnachtsmann für die vorwiegend evangelischen Regionen
Mittel-, Nord- und Ostdeutschland zuständig ist. Möglicherweise hängt
das damit zusammen, dass das evangelische Weihnachtsfest von jeher eher weltlicher
ist als das katholische und so "anfälliger" für den Rummel
um den Weihnachtsmann aus Amerika.
Der
Weihnachtsmann, beziehungsweise Father Christmas, Santa Claus, Kris Cringle, Père
Noél, ist aber auf dem Vormarsch. Die traditionellen Gabenbringer (Befana
in Italien, 3 Könige in Spanien, Tomte in Schweden, doch auch unser Christkind)
verlieren zusehends an Bedeutung.
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FAMILIE
WEIHNACHTSMANN UND SCHNELLE AUTOS

Alte Postkarte
Sicher,
man kennt ihn immer noch, den Weihnachtsmann im roten Outfit, mit weißen
Haaren und weißem Bart. Doch nach der Arbeit sieht man ihn auch manchmal
in Freizeitkleidung und Sonnenbrille oder sogar in Badehose: Er macht Urlaub,
fährt Wasserski, entspannt sich im Strandkorb, er fischt, segelt und spielt
Golf.
Nicht
nur im Rentierschlitten fährt er herum, sondern man sieht ihn in schnellen
Autos und sogar im Flugzeug.
Der
amerikanische Weihnachtsmann ist längst kein einsamer Wolf mehr, sondern
er hat eine Familie bekommen! Mrs. Claus erschien übrigens bereits 1899 auf
der Bildfläche, in einem Büchlein von Katherine Lee Bates: "Goody
Santa Claus, A Sleigh Ride". Inzwischen hat die Dame auch Internetseiten,
aber diese scheinen sich vorwiegend nur mit Back- und Kochrezepten zu beschäftigen,
und auf den meisten Bildern wirkt sie, gelinde gesagt, ein wenig hausbacken. Ein
etwas anderes, wunderschönes Bild von Mrs. Claus, oder Mrs. Santa, wie sie
auch heißt, hat Yvonne Gilbert gemalt.
Du
findest es hier:
http://www.yvonnegilbert.com/cardprnt/mrssanta.html
1980
präsentierte uns die American Lung Association auch noch eine Santa-Tochter,
Candy Claus. Und es existiert ein Gerücht, er habe einen jüngeren Bruder
namens Skinny Claus. Dieser trägt angeblich immer grüne Kleidung und
lebt in Miami. Nun ja, das ist vielleicht alles etwas übertrieben, findet
die Rabenfamilie. Unserer Meinung nach gehört der Weihnachtsmann zusammen
mit Elfen und Zwergen und dem Polarbären (wie bei Tolkien) an den Nordpol.
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DER
WEIHNACHTSMANN ALS WERBEGAG
Die
Karriere des Weihnachtsmannes als Werbeträger begann nicht erst mit der Kampagne
dieses gewissen Getränke-Konzerns. Bereits 1841stellte J. W. Parkinson, ein
Händler aus Philadelphia, einen Mann ein, der, verkleidet als "Criscringle"
(oder auch Chris Cringle - eigentlich entstand dieser Name, weil die Amerikaner
Schwierigkeiten hatten, "Christkindl" auszusprechen), am Tage vor Weihnachten
in einem künstlichen Kamin über seiner Ladentür herumkletterte,
zur Erbauung der Vorüberkommenden. 1870 findet man Weihnchtsmänner in
vielen amerikanischen und kanadischen Kaufhäusern, und zwanzig Jahre später
tritt Father Christmas azuch in englischen Geschäften in Erscheinung.
Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges werden die Santa-Ausstellungen der englischen
Kaufhäuser aufwändiger, oft sind sie bereits mit Schlitten-Partien,
Reisen zum Mond und ähnlichem Rummel aufgepeppt.
Nicht
nur in Japan gibt es inzwischen auch Weihnachtsfrauen! Meist gewandet in knappe,
pelzverbrämte weiße Miniröckchen sehen sie eher aus wie Playmates
als wie irgend etwas, was mit Weihnachten zu tun hat. Auf diese Art der "Efrauzipation"
können wir doch wohl verzichten, auch wenn wir eine wirkliche Mrs. Santa
sicher nicht ablehnen.
Manchmal
glaubt man inzwischen wirklich , der Weihnachtsmann sei nur noch dazu da, den
adventlichen Kaufrausch anzuregen und die Ladenkassen ordentlich zu füllen!
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HAT
DER WEIHNACHTSMANN ZUKUNFT?
Inzwischen
ist der Weihnachtsmann über 200 Jahre alt. Er hat einige Erfahrung darin,
Kinder zu beglücken und ist immer noch beliebt bei ihnen. Und, was besonders
wichtig ist, auch die Eltern und alle diejenigen, die in ihren Herzen jung geblieben
sind, mögen ihn und werden ihn hoffentlich auch weiterhin am Leben erhalten.
Vielleicht wird er sich im Laufe der Zeit weiter verändern, doch wir können
uns nicht vorstellen, dass er von der Bildfläche verschwindet.
Glücklicherweise
geht das vielen so, und so möge er noch viele Jahre am Leben bleiben und
seinen weihnachtlichen Zauber über die Welt verbreiten!
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BRIEFE
VOM WEIHNACHTSMANN

Die
bekamen die Kinder von John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973), der heute als Verfasser
der Bücher vom Herrn der Ringe wieder in aller Munde ist, sie erhielten jeden
Dezember einen merkwürdigen Brief mit einer Briefmarke vom Nordpol, der in
einer unbekannten, spinnenbeinigen Handschrift geschrieben worden war und mit
vielen Bildern versehen das Leben am Nordpol schilderte. Absender war der Weihnachtsmann
(Father Christmas)! Inzwischen sind die Briefe auch auf Deutsch als Buch erschienen
(J.
R. R. Tolkien: Briefe vom Weihnachtsmann).
Der
Weihnachtsmann schrieb auch jahrelang Briefe an unsere beiden Knaben! Hier kannst
du einen davon lesen:
Weihnachtsmannbrief
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