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kennt sie wohl, die Geschichte von Maria und Josef und dem Christuskind in seiner
Krippe: "Es
begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass
alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die aller erste
und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging,
dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich
auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische
Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und
Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem
vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass
sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln
und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die
hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und
die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und
der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige
euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute
der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und
das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer
Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen,
die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden
bei den Menschen seines Wohlgefallens." So
steht es geschrieben im Evangelium des Lukas in unserer Bibel. Aber hat es sich
wirklich so zugetragen? Und wann denn überhaupt? Tatsächlich vor etwa
2000 Jahren, im 1. Jahr unserer Zeitrechnung? Seitenende 
JESUS
GEBURTSTAG  William-Adolphe
Bougereau (1825-1905) "Le chant des anges"
Vor
2000 Jahren wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria unter dem Stern von Bethlehem
in einem Stall geboren, und Weihnachten ist sein Geburtstag. Basta! Wirklich? Dass
Jesus eine wirkliche, historische Person war, wird auch von ernsthaften Forschern
inzwischen nicht mehr angezweifelt. Er findet auch in außerbiblischen Quellen
Erwähnung, zum Beispiel bei Tacitus, einem römischen Geschichtsschreiber
aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., der von einem gewissen Christus erzählt,
der unter Tiberius von Pontius Pilatus hingerichtet worden sein soll. Auch andere
Quellen erwähnen Jesus als Religionsgründer. Schwieriger
wird es, den Zeitpunkt festzulegen, an dem er geboren ist. Die
Evangelien, die vom Leben Jesu erzählen, sind keine Originalaufzeichnungen
von Augenzeugen, sondern wurden erst 60 bis 100 Jahre nach Chr. niedergeschrieben.
Allenfalls sind sie Zusammenstellungen älterer Texte unterschiedlicher Herkunft,
vielleicht auch um durch mehrere Generationen übertragene mündliche
Berichte. Zudem wurde vermutlich die Wirklichkeit auch manchmal ein wenig angepasst,
damit sie zu den Voraussagen im alten Testament der Bibel passte. Dennoch
erwähnen sie verschiedene Personen, die wirklich gelebt haben und sich heute
historisch genau einordnen lassen:
Nun ja, die Daten widersprechen der bekannten Weihnachtsgeschichte schon ein wenig,
aber immerhin engt sich der Zeitraum nun ein von mindestens 4 Jahre "v. Chr"
bis etwa 6 "n. Chr." Mehr
über Augustus: http:www.waldgirmes.de/roemer/
augustus.htm Seitenanfang 
UND
SIE FOLGTEN EINEM HELLEN STERN...  Mosaik
in der Kirche San Apolonia in Ravenna
Jeder
kennt wohl auch die Geschichte der heiligen drei Könige, die einen neuen
Stern am Himmel entdeckten, diesem folgten und schließlich bei Jesus an
der Krippe ankamen. Vermutlich waren es allerdings keine Könige, die da durch
das Land gezogen sind, sondern "Magi", wie es eigentlich im griechischen
Originaltext heißt, das bedeutet irgend etwas zwischen Magier, Philosoph,
Sterndeuter, Weiser, und das war damals ein angesehener Berufsstand. Dass
sich solche Leute aus gegebenem Anlass auf den Weg machten, um ihre Erkenntnisse
zu prüfen, vielleicht auch, um einen neuen König zu begrüßen,
war damals durchaus üblich. Ein ähnliches Ereignis ist bezeugt über
Nero aus dem Jahr 66 n. Chr., dem Geschenke und Grüße von König
Tridates von Armenien überbracht wurden.
Nun hat man versucht, das astronomische Ereignis zu identifizieren, was die Weisen
aus dem Morgenland (vermutlich Sterndeuter aus Syrien) dazu bewogen hat, nach
Bethlehem zu kommen, und den neuen König der Juden zu suchen. Inzwischen
gibt es ja mehrere Deutungen: - Der
Stern von Bethlehem war ein Ufo
Och neeee!
-
Ein
neuer Stern war aufgegangen
Diese Theorie wird wohl von niemandem mehr Ernst genommen.
-
Der Stern war ein Komet Kometen
wurden früher allgemein als Unglücksboten gesehen, weshalb ein solcher
eigentlich nicht als Zeichen für die Geburt eines Königs angesehen worden
sein kann. -
Der
Stern war eine Supernova
Soweit man heute weiß. war in dem Zeitraum von Christi
Geburt keine Supernova am Himmel zu sehen. -
Der
Stern war kein Stern sondern ein astronomisches Ereignis Heute
glauben die meisten Wissenschaftler, dass es kein Stern war, der die Weisen nach
Bethlehem gelockt hat, sondern eine bestimmte Planetenkonstellation, die damals
als Sinnbild für einen neuen König stand. Damals gab es eine dreifache
Planetenkonjunktion von Jupiter und Saturn zu sehen. Wenn diese das Zeichen gewesen
ist, wäre Jesus entweder am 15. März, am 20. Juli oder am 12. November
des Jahres 7 v. Chr. geboren. Der amerikanische Physiker Michael Molnar
meint, es sei noch eine andere Sternenkonstellation gewesen, die Jupiter, die
Sonne, Mars, Venus, Saturn, Merkur und den Mond mit einbezieht. Er datiert die
Geburt Jesu damit auf den 17. April im Jahre 6 v. Chr. Genaueres
über den Stern von Bethlehem könnt ihr auf den Sternenseiten
vom Rabenmann lesen:
Das
Dreikönigslied von Heinrich Heine gibt es hier: http://members.eunet.at/speaker/weihnach/texte/weisen.htm
Seitenanfang 
IN
BETHLEHEMS STALL: 
Eingang der Geburtskirche
in Bethlehem
Vermutlich
hatte Bethlehem um die Zeit von Jesu Geburt herum ungefähr 1000 Einwohner
(heute ca. 25.000). Die Leute dort waren vorwiegend Bauern, und es gab auch Vieh.
Die Ställe befanden sich, das weiß man durch Ausgrabungen, im Untergeschoss
der Häuser. Manche Häuser hatten auch an der Rückseite kleine Höhlen,
in die man in der kalten Jahreszeit nachts die Tiere brachte. Mag sein, dass einer
jungen Familie wirklich ein solcher Stall als Unterkunft diente, nachdem sie "sonst
keine Herberge" gefunden hatte. Aber jedenfalls lag er dann wohl nicht romantisch
und einsam irgendwo auf freiem Felde, sondern mitten in der Stadt, vielleicht
im Keller eines Wohnhauses. Tatsächlich verehrt man als Geburtsort Christi
ja auch eine Grotte im Untergeschoss der heutigen Geburtskirche in Bethlehem. Ob
aber Jesus tatsächlich in Bethlehem geboren ist oder vielleicht doch in Nazareth,
der Heimatstadt von Josef und Maria, darüber sind sich die Forscher nicht
einig. Römische Steuerschätzungen, die damals üblich waren, wurden
eigentlich immer am WOHN-ort vorgenommen und erforderten keine Völkerwanderungen.
Außerdem waren Maria und Josef ja Juden und unterlagen deswegen eigentlich
gar nicht dem römischen Steuerrecht und hätten deswegen auch nicht gezählt
werden müssen. Eventuell hat Lukas da ein wenig die Geschichte gebeugt, damit
sie zu den bekannten Voraussagen passte. Das
Lied "Ihr Kinderlein, kommet" gibt es hier:
http://www.christkindlesmarkt.de/festliches/lied_ihrkindr.html Seitenanfang 
MITTEN
IM KALTEN WINTER  Scheune
im Winter, Grafik von der RabenfrauNun,
so ganz kann das nicht stimmen, denn: "... es waren Hirten in derselben Gegend
auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde",
so heißt es jedenfalls in der Bibel. Das ist eher unwahrscheinlich, wenn
Jesus tatsächlich im Winter geboren ist. Denn auch in Bethlehem wird es im
Winter so kalt, dass die Tiere des nachts in die Ställe gebracht werden müssen.
Wenn also die Herden tatsächlich auf den Feldern waren, hat die Geburt vermutlich
eher in der wärmeren Zeit von März bis November stattgefunden. Vielleicht
hat der amerikanische Physiker Michael Molnar, der sich überlegt hat, welche
astrologischen Ereignisse wichtig gewesen wären für Sterndeuter aus
dem Morgenland, also mit seinem 17. April 6 v. Chr., an dem am Himmel anscheinend
diverse astrologisch bedeutsame Anzeichen zu sehen waren, tatsächlich Recht! Hier
kann man Näheres über Michael Molnar und andere Theorien zum Stern
von Bethlehem erfahren: http://de.wikipedia.org/wiki/Stern_von_Bethlehem Seitenanfang 
WARUM
DENN NUN DER 24./25. DEZEMBER? Das
Geburtsdatum Jesu steht nicht in der Bibel, auch die frühen Christen haben
es nirgends erwähnt. Es war ihnen auch gar nicht wichtig. Aber
schon im 2. Jahrhundert versuchte man, das Datum zu berechnen. Wichtig dafür
war die Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche am 25. März, die auch als Tag
von Jesu Empfängnis und Kreuzestod galt. Julius Sextus Afrikanus beschrieb
das in seinen Chronologien, die von der Erschaffung der Welt bis 221 n. Chr. reichten.
Wenn man von einer Schwangerschaftsdauer von exakt 9 Monaten bei Maria ausgeht
(denn natürlich war Mariens Schwangerschaft perfekt), ergibt sich der Geburtstermin
25. Dezember. Es gab jedoch auch andere Lesearten, nach denen Jesus am
selben Tag geboren sein sollte wie sein Vorbild Isaak, nämlich am 14. Nissan
des jüdischen Kalenders, d. h. Ende März oder Anfang April. In
der altpalästinensischen Kirche gibt es Belege für Feiern am 25.
Mai. Andererseits wurde auch schon einmal am 6. Januar Christi Geburt
gefeiert! Epiphanias (Erscheinungsfest) ist das älteste, vom Datum her festgelegte
Fest der christlichen Kirche. Inzwischen denkt man bei diesem Tage eher an den
Besuch der Heiligen Drei Könige, doch ursprünglich feierte man die Taufe
Christi, und damit auch seine Geburt, denn "Ich habe dich heute (nach der
Taufe) geboren" steht in einer älteren Übersetzung des Mathäus-Evangeliums.
Noch immer wird in manchen Ländern das Weihnachtsfest am 6. Januar gefeiert. Ausdrücklich
festgelegt wurde der 25. Dezember als Geburtstag Jesus Christus in den
Chronographien des Furius Filocalus Mitte des 4. Jhdts. n. Chr in einem Verzeichnis
römischer Konsuln, aus dem man auch erkennen kann, dass es damals ein liturgischer
Festtag war. Wie lange vorher das Datum in der Kirche tatsächlich schon gefeiert
wurde, ist nicht bekannt. In
dieser Zeit wurde nämlich in vielen Kulturen (bei den alten Ägyptern,
den Indern, den Römern und den Germanen zum Beispiel) der Tag der Wintersonnenwende
festlich begangen, man feierte überall die Wiederkehr des Lichtes. Die Kirche
versuchte nun, diesen heidnischen Feiern etwas Christliches entgegen zu setzen,
indem Jesus zum "Licht der Welt" und der 25. Dezember als Tag seiner
Geburt definiert wurde. Allmählich fand diese Lehre überall Verbreitung.
In Deutschland feiert man "festum nativas Christi" seit der Mainzer
Synode 813 am 25. Dezember. In
Europa ist man nach der Reformation dazu übergegangen, schon am 24. Dezember
den Heiligen Abend zu feiern. Jesus ist in der Nacht geboren, so heißt es
in der Bibel, und man nahm an, das sei in der Nacht zum 25. Dezember geschehen.
Daher wurden ursprünglich Mitternachtsmessen gefeiert, bis zu deren Beginn
noch die vorweihnachtliche Fastenzeit andauerte. Mit der Zeit verlagerte sich
die familiäre Feier und das Festessen auf den Abend davor, und auch die meisten
Christmetten werden inzwishcen bereits am Abend abgehalten. Außerhalb Europas
ist es aber weiterhin meistens üblich, erst am 25. Dezember zu feiern. Seitenanfang 
DIE
MEINUNG DER RABENFRAU: Es
sieht so aus, als ob wir den tatsächlichen Zeitpunkt, zu dem Jesus geboren
ist, wohl niemals genau werden festlegen können. In der frühen Kirche
war dieser Geburtstag auch überhaupt nicht so wichtig. Eigentlich
kommt es ja auch gar nicht darauf an, ob Jesus im Jahre 7 oder 3 "vor Chr."
oder meinetwegen auch erst ein paar Jahre "nach Chr." geboren wurde.
Vielleicht ist damals auch in Wirklichkeit gar kein besonderer Stern zu sehen
gewesen, und Matthäus hat die Geschichte einfach ein bisschen verändert,
damit sie zu den Voraussagen passte, die über die Geburt Jesu gemacht worden
waren. "Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen"
(4. Mose 2,10). Wirklich
wichtig ist doch, dass Jesus überhaupt in unsere Welt gekommen ist, als Kind
einer Handwerkerfamilie, nicht von den "oberen 10.000" geboren, ganz
am Rande der Weltgeschichte, nicht "mittendrin" in Jerusalem z. B.,
oder in Rom, einfach als, wie man so schön sagt, einer von uns! Und doch
nennt man ihn den Sohn Gottes, denn er hat uns gezeigt, wie Gott für alle
Menschen da ist und dass Hoffnung besteht, auch wenn der Lebensweg dunkel ist.
Warum sollen wir nicht die Wiederkehr des Lichtes in unserer Welt als ein Symbol
für ihn sehen? So steht auch heute noch der Stern der Weihnacht und damit
auch die Sterne, die wir an unseren Weihnachtsbaum hängen, als Symbol für
das Licht, das er in unsere Welt gebracht hat. Auch
eine Meinung zu Weihnachten gibt es z. B. hier:
http://www.perfekte-weihnachten.de/ GRAFIKEN: Ilexzweig:
Tube von der Rabenfrau nach einer alten Postkarte Backgrounds: die Rabenfrau Originalgemälde:
Siehe Untertitel Seitenanfang 
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