O Tannenbaum

Hier erfährst du alles über die Geschichte des Christbaums und über Christbaumschmuck.

 

 

Kommt und kauft meinen jungen Efeu
und die Stechpalme grün und frisch,
denn ich habe die schönsten Zweige
für das Fest und den Gabentisch.

aus einem irischen Weihnachtslied

 

Außer Tannen und Fichten holt man zu Weihnachten auch noch anderes Grün ins Haus. Auf dieser Seite erfährst du etwas über:

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Es hat die Menschen immer fasziniert, wenn Pflanzen und Bäume im Winter grün bleiben, blühen, oder sogar Früchte tragen. Oft wurden diesen Zweigen geheimnisvolle Kräfte zugeschrieben. Man holte sie ins Haus, hängte sie über Türen und Fenster, zum Strauß oder zum Kranz gebunden, auf jeden Fall waren sie immer ein Symbol für das Leben und das Versprechen auf den wiederkehrenden Sommer. Und so finden sie nun auch bei unserem Weihnachtsfest, das die heidnischen Midwinterfeste ersetzt hat, ihren Platz.
BUCHSBAUM
Buxus sempervivens ist fast überall auf der Erde verbreitet. Mit seinem wertvollen Holz ist er seit 2000 Jahren in Kultur. Im Mittelalter gewann man aus Rinde und Blättern Buxin, was unter anderem als Medizin gegen Zahnschmerzen Verwendung fand. Das war sicher nicht ganz ungefährlich, denn in größeren Mengen genossen, ist Buchs ziemlich giftig.

Grün in der Form winterlichen Immergrüns ist immer ein Symbol des Lebens, der Hoffnung, dass die Natur wieder erwachen und das Licht wieder herrschen wird. Durch die Lebenskraft der immergrünen Zweige sollten die Dämonen vertrieben und gute Geister angelockt werden. Man schmückte Häuser und Kirchen von Advent bis Lichtmess mit grünen Zweigen ("weyenacht meyen"), zu denen auch Buchsbaum gehörte.

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CHRISTROSE

Der Legende nach hat ein Engel sie für ein armes Hirtenmädchen erblühen lassen, das traurig war, dass es dem Jesuskind nichts schenken konnte. "Helleborus niger" wurde im Mittelalter als Heilpflanze für das Vieh verwendet. So manches Unheil mag damal angerichtet worden sein, denn die Pflanze enthält ein starkes Gift.

Christrosen sind vor allem in der Alpengegend beheimatet, weil sie kalkhaltigen Boden lieben. Das ganze Jahr über sind sie im Garten ziemlich unauffällig, erst im Herbst treiben sie frische Blätter, und, wenn man Glück hat, blühen sie genau zu Weihnachten, mitten in Eis und Schnee, ein kleines Wunder für sich!

EFEU

In früheren Zeiten glaubte man, Efeu, dessen lateinischer Name Hedera helix lautet, könne vor Vergiftung und Trunkenheit bewahren. So trug Bacchus, der Gott des Weines, einen Kranz von Efeublättern, und im Mittelalter schnitzte man aus dem Holz von Efeu Weinbecher.

Wie andere Immergrüne auch verkörpert er das wiederkehrende Leben und so findet auch Efeu seinen Platz bei der Weihnachtsdekoration.

MISTEL

Misteln, oder Donnerbesen, Alpranken, Kreuzholz, oder auch Hexenbesen, wie man diePflanze auch nennt, oder Viscum album auf latein, galt schon in vorchristlicher Zeit als heilige Pflanze. Die Druiden schnitten sie mit goldenen Sicheln von den Bäumen, und die Zweige hatten eine große Bedeutung bei den alten Mitwinterfesten, vor allem im angelsächsischen Raum.

Hierzulande hat man die Donnerbesen noch im 19. Jahrhundert oft im Stall aufgehängt, um das Vieh vor Hexerei zu schützen. Besonders in England ist die Mistel das wichtigste Grün in der Weihnachtszeit. Erst spät wurden sie auch bei uns in den Sträußen und Gestecken zur Adventszeit verwendet.

ROSE VON JERICHO

Die Rose von Jericho hat ihren Namen nach der Stadt Jericho im alten Palästina.Einer Legende nach sollen überall, wohin Maria auf dem Weg nach Bethlehem ihren Fuß gesetzt hat, über Nacht Rosen aufgegangen sein. Damals soll die "Ana Statica hierochuntia" wie die Rose von Jericho mit lateinischem Namen heißt, entstanden sein.

Im getrockneten Zustand ist die Rose von Jericho eine unscheinbare, wirre, braune Gestrüppknolle. Man muss sie nur mit lauwarmem Wasser begießen, dann öffnet sie sich und die Zweiglein werden grün. Man sagt, sie sei wirklich zeitlos und es bedürfe nur eines Glases Wasser, um sie auch nach Jahrhunderten wieder lebendig werden zu lassen. Nun, jedenfalls sollen solche Pflanzen tatsächlich schon über Generationen vererbt worden sein. Aber ich fürchte, die meisten dieser "Rosen" sind längst tot. Das Aufgehen der Zweige ist nur eine physikalische Reaktion auf das Feuchtwerden: Die Innenseite dehnt sich dabei stärker aus als die Außenseite.

Früher schrieb man ihr heilende Kräfte zu, sie sollte bei Ausschlag, Haarausfall und geschwollenen Füßen helfen und wurde getrocknet gegen Mücken eingesetzt. Heute benutzt man sie an Weihnachten, um die Kinder Heiligabend eine Weile beschäftigt zu halten. Man kann sie auch vorher schon mal sich öffnen lassen, und dann ein paar Flittersterne und vielleicht einen kleinen Edelstein (oder vielleicht auch ein Schmuckstück für die Liebste?) beim Trocknen einschließen lassen. Dann ist die Überraschung noch größer.

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STECHPALME

Ilex ist ein Busch oder ein kleiner Baum. Er hat grüne Blätter mit dornigen Rändern und trägt im Winter knallrote kleine Beeren. Übrigens gibt es immergrüne und laubabwerfende Ilex-Arten. Wenn man ihn im Garten anpflanzt, sollte man darauf achten, sowohl männliche als auch weibliche Büsche zu setzen, weil es sonst keine Beeren gibt.

Bögen oder Kränze aus Ilex sollten in früheren Zeiten die Häuser beschützen, und den Eigentümern zu Erfolg verhelfen. Im alten Rom war es Brauch, seinen Freunden während der Saturnalien "streae" (Zweigbündel) mit Geschenken zu schicken, in denen auch Ilexzweige steckten. Die frühe christliche Kirche verurteilte das zwar als heidnisch, aber der Brauch überlebte in veränderter Form, und besonders in England gehören Stechpalmenzweige unbedingt zum Weihnachtsfest.

Früher symbolisierten Ilexzweige mit stacheligen Blättern Männlichkeit und Ilexzweige mit glatten Blättern Weiblichkeit. Es hieß, je nachdem, mit welchen Zweigen das Haus geschmückt sei, würde entweder der Mann oder die Frau im nächsten Jahr die Hosen an haben...

TANNE

In der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel unserer Erde gibt es etwa 51 Arten von Tannen.Es gibt etwa 51 Arten von Tannen. In Mitteleuropa ist die Weißtanne (Abies alba) heimisch. Für frühe Völker war die Tanne ein Baum von außergewöhnlicher magischer Kraft, sie galt als Sinnbild der Stärke und der Hoffnung. Tannengrün ist wohl das beliebteste Grün in der Weihnachtszeit. Man windet Adventskränze daraus oder stellt sich wenigstens einen Strauß ins Zimmer.

WEIHNACHTSSTERN

Weihnachtssterne oder auch Poinsettien, wie sie manchmal nach ihrer alten botanischen Bezeichnung noch genannt werden, gehören inzwischen, wie Adventskranz und Tannenzweige, zur Advents- und Weihnachtszeit. Sie blühen zu einer Zeit, wenn bei uns die Natur nur sehr wenig zu bieten hat und ihre ursprünglichen Farben grübn und rot entsprechen ja unseren traditionellen Adventsfarben. Obwohl es heute auch weiße und rosa Sorten gibt, ist doch der Großteil der verkauften Pflanzen immer noch rot.

Euphorbia pulcherima, wie sie mit lateinischem Namen heißt, ist in Mexiko beheimatet, wo sich zu richtigen Bäumen heran wächst. Erst seit es Transportflugzeuge gibt, gehört sie bei uns zur Weihnachtszeit. Es sind gärtnerische Tricks nötig, um sie zum Blühen zu bringen, denn sie braucht die selben Lichtverhältnisse wie in ihrer Heimat, etwa 14 Stunden am Tag völlige Dunkelheit.

Die Urform ist giftig, allerdings hat sich das Gift durch die Züchtung anscheinend verflüchtigt. Nun ja, aber essen wollen wir diese Pflanzen wohl doch nicht!

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