Ein
Blick durch unser Schlüsselloch...
Weder
Fernsehr noch PC: Unsere Art Weihnachten zu feiern, hat sich mit den Jahren
immer wieder verändert, abgesehen davon, dass bei uns schon immer Fernseher
und PC am Heiligen Abend tabu waren und immer noch sind. Seit es Videorekorder
gibt, fällt uns das übrigens wesentlich leichter ...
Unser
Weihnachtsbaum: Den Christbaum besorgt immer der Rabenmann, manchmal begleitet
ihn inzwischen einer unserer Jungs. Wenn er dann im Weihnachtszimmer aufgestellt
wird, darf ich meckern, was ic h auch regelmäßig tue. Das stört
aber niemanden, denn der Weihnachtsbaum ist am Ende doch immer der schönste,
den wir je hatten. Das Schmücken ist übrigens immer meine Aufgabe. Ich
tue das spätestens am Abend des 23. Dezember, manchmal auch schon ein paar
Tage vorher, je nachdem, wie ich arbeiten muss. Früher hatten wir eine Unmenge
elektrischer Lichterketten, ich war immer Stunden damit beschäftigt, sie
möglichst unsichtbar anzubringen. Glücklicherweise sind wir inzwischen
überein gekommen, nur noch echte Kerzen zu verwenden. Sie sind schneller
angebracht, und ich liebe es, wenn sie nach und nach verlöschen, bis vielleicht
nur noch eine einzige brennt. Wir versuchen immer, selbstlöschende Kerzen
zu bekommen, das ist sicherer, als wenn sie ganz ausbrennen. Das Schmücken
des Baums passierte anfangs immer hinter der verschlossenen Wohnzimmertür,
wo ich "dem Weihnachtsmann half". Dass die Jungs sich die Näschen
an der Tür platt drückten, um einen Blick durch das Schlüsselloch
zu erhaschen, war einkalkuliert.
Seitenanfang

Schafstall
oder Kirche: Als die Jungs noch ganz klein waren, fuhren wir mit ihnen Heiligabend
vor der Beschehrung zu einem in der Nähe gelegenen Schafstall, der immer
nachmittags für Familien ein festliches Programm bietet mit Glühwein
und weihnachtlicher Musik. Manchmal gingen wir nach dem Kaffeetrinken auch in
eine Kirche, wo es ein Krippenspiel gab. Nach der Rückkehr wurde dann feierlich
die Tür ins Weihanchtszimmer geöffnet, wo die Geschenke in einem großen
Jutesack (Es entzerrt die Auspackorgie, wenn jeder nach einander immer nur ein
Geschenk zur Zeit bekommt) unter dem strahlend erleuchteten Christbaum warteten.
Seitenanfang

Raben-Weihnachtsmenü:
In dieser Zeit entstand auch "unser" Weihnachtsmenü: Es gibt immer
Roastbeef satt, auf Weißbrot. Kleine Kinder sind meistens viel zu aufgeregt
nach der Beschehrung (vorher sowieso!), um "richtig" zu essen. Deswegen
wurden unsere an Heiligabend immer nebenbei abgefüttert. Wenn sie dann in
den Betten lagen, gab es unser Essen, was natürlich möglichst wenig
Vorbereitungen erfordern, aber trotzdem festlich sein sollte. Als die Jungs größer
wurden, aßen sie natürlich mit uns. Irgendwann haben wir uns dann zwischendurch
mal einem mehrgängigen Menü versucht, aber inzwischen bestehen die Jungs
wieder auf unserem kalten Buffet, auf dem inzwischen auch noch guter Käse
und Lachs stehen.
Seitenanfang

Gibt
es den Weihnachtsmann? Bei uns schon! Irgendwann kam natürlich die Frage
auf, ob es denn den Weihnachtsmann wirklich gäbe. Das ist in unserer Familie
niemals explizit beantwortet worden, aber seit damals kommt der gute Mann immer
persönlich, die Rabenmänner wechseln sich bei der Darstellung desselben
ab, und so hatten wir ab und an mal einen ziemlich kleinen Weihnachtsmann, stilecht
gekleidet in einen knallorten (Bade-)Mantel mit weißem Filzbesatz, weißem
Voll Wollbart, in den riesigen Winterstiefeln des Rabenmannes. Übrig
geblieben ist von dem Kostüm nur die Weihnachtsmannmütze, die immer
derjenige aufsetzen muss, der die Geschenke verteilt. Sie sind inzwischen übrigens
nicht mehr im Jutesack, sondern schön dekoriert (und beschriftet!) unter
dem Weihnachtsbaum.
Seitenanfang

Nachtgottesdienst:
Seit unsere beiden Jungs "groß" sind, besuchen wir Heiligabend
manchmal gemeinsam mit Freunden den Nachtgottesdienst. Wir lieben das besonders,
wenn es schneit. Dann ist es ein wunderschöner, gemeinsamer Spaziergang hinunter
in die Rabenstadt ins Münster. Momentan ist das für uns aber keine Option,
denn Sohn2 und seine Freundin sind keine Kirchgänger, wir übrigen möchten
aber schon gerne einen Gottesdienst besuchen. Wenn wir dann zu einer bestimmten
Zeit aufbrechen müssen, entwickelt sich doch eine ziemliche Hektik.
Heiligabend
diese Jahr: "Unser" Heiligabend wird deswegen vermutlich dieses
Jahr so ablaufen:
Am
Nachmittag kommen vielleicht Rabensohn1 und seine Freundin schon zum Kaffee. Dann
gehen wir am späten Nachmittag zusammen in die Kirche. Wenn wir zurück
kommen, stoßen Sohn2 und seine Freundin zu uns. Gemeinsam entzünden
wir die Kerzen an unserem Tannenbaum und denken bei jeder Kerze an liebe Menschen,
die woanders feiern oder auch jemanden, dem es nicht so gut geht.
Danach
beginnt die Bescherung und hinterher gibt es Abendessen. Eigentlich würden
wir dann gerne noch einen Spieleabend veranstalten, aber meistens wird es dafür
dann vor lauter Quatschen und Geschenkeauspacken doch viel zu spät.
Seitenanfang

Heiligabend
bei euch: Nun soll dass nicht heißen, dass du und deine Familie euer
Weihnachtsfest genau so feiern sollt wie wir. Ihr solltet euer ganz eigenen Traditionen
finden. Schaut mal, wie in den Familien der Großeltern früher gefeiert
wurde, hört euch einfach um, wie andere Menschen feiern, und dann sucht euch
das heraus, was für euch am besten ist. Traditionen müssen nicht sklavisch
nachgeahmt oder auf ewig erhalten werden! Sie müssen sich wandeln, damit
sie jetzt und heute zu unserem Leben passen. Auch unser Fest hat sich verändert,
zuerst wir zwei allein, dann mit den Babys, mit kleinen Kindern, und seit die
Kinder keine Kinder mehr sind, und erst Recht, seit sie nicht mehr bei uns wohnen,
machen wir wiederum einiges anders. Wenn sie vielleicht selbst einmal Kinder haben,
oder mal allein feiern möchten, wird sich bei uns wieder etwas verändern.
Und so werdet auch ihr immer wieder eure eigene Art finden müssen, Weihnachten
zu feiern, vielleicht macht ihr einiges so wie wir, wie eure Eltern, vielleicht
aber auch alles ganz anders...
Zur
Anregung: Wie in anderen Ländern Weihnachten gefeiert wird, könnt ihr
auch auf den Rabenseiten nachlesen: [RabenLink]

Seitenanfang

Grafiken:
Backgrounds:
die Rabenfrau
Bild vom Titel: Alte Postkarte
Ilex-Divider: alte Postkarte
Weihnachtsfenster:
Die Rabenfrau
Fonts: Mailart Rubberstamp, Old Script