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deinen Weg und lass die Leute reden! Die
Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. Wer
in ein Land reist, ehe er einiges von dessen Sprache erlernt hat, geht in die
Schule, aber nicht auf Reisen. Wohl
oft fand ich, was Aug' und Herz ergötzte, doch nie, was meine Heimat mir
ersetzte. Aufgabe
ist nicht, das zu sehen, was undeutlich in weiter Ferne liegt, sondern das, was
klar auf der Hand liegt. Wenn
einer eine Reise tut, Der
ans Ziel getragen wurde, darf nicht glauben, es erreicht zu haben. Und
wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu finden: Wir mögen
es in uns tragen, sonst finden wir es nicht. Alle Welt reist. So gewiss in alten Tagen eine Wetterunterhaltung war, so gewiss ist jetzt eine Reiseunterhaltung. "Wo waren Sie in diesem Sommer?" Übrigens
darf ich bei allem Respekt vor meinem berühmten Hotel sagen, unberühmte
sind meistens interessanter. Von
weitem ist es was und in der Näh' ist's nichts.
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah! Eine Reise gleicht einem Spiel. Es ist immer etwas Gewinn und Verlust dabei - meist von der unerwarteten Seite. Alles in der Welt läßt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen. Vom Ziel haben viele Menschen einen Begriff, nur möchten sie es gerne schlendernd erreichen. Das
ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und
Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.
Eine
Reise ist ein vortreffliches Heilmittel für verworrene Zustände. Ich
meinersets halte es für äußerst lächerlich, wenn ich Männer
von einer Umrundung der Erde sprechen höre. Ohne den geringsten Grad an Wahrscheinlichkeit
behaupten sie, dass der Ozean die Erde umspannt, dass die Welt rund ist, als wäre
sie künstlich so gemacht. Der
Sinn des Reisens besteht darin, die Meinung mit der Realität auszugleichen,
und anstatt zu denken, wie die Dinge sein könnten sie so zu
sehen, wie sie sind. Zum
Reisen gehört Geduld, Mut, Humor und daß man sich durch kleine widrige
Zufälle nicht niederschlagen lasse. Zukünftig
wird es nicht mehr darauf ankommen, daß wir überall hinfahren können,
sondern, ob es sich lohnt, dort anzukommen. Wer
an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken. Dem
weht kein Wind, der keinen Hafen hat, nach dem er segelt. Was
ist das erste, wenn Herr und Frau Müller in den Himmel kommen? Sie bitten
um Ansichtskarten. Wer
von Anfang an genau weiß, wohin sein Weg führt, wird es nie weit bringen. Von
dem, was du erkennen und messen willst, mußt du Abschied nehmen, wenigstens
auf eine Zeit. Erst wenn du die Stadt verlassen hast, siehst du, wie hoch sich
ihre Türme über die Häuser erheben. Wir
träumen von Reisen in das Weltall: Ist denn das Weltall nicht in uns?
Jean Paul (1763-1825) Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist. Ein
Ziel muß man früher kennen als die Bahn
Eine
kleine Reise ist genug, um uns und die Welt zu erneuern. Nur
aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen. Wenn
ein Seemann nicht weiß, welches Ufer er ansteuern muß, dann ist kein
Wind der richtige. Urlaub ohne Unterlaß wäre ein gutes Training für den Aufenthalt in der Hölle. Folgte
man aber dem Drängen, es zöge einen immer weiter in die Ferne. Reisen
ist tödlich für Vorurteile. Einen
gepackten Reisewagen und einen Dolch sollte ein jeder haben; dass, wenn er sich
fühlt, er gleich abreisen kann. Der
Mensch hat immer eine Heimat und wär es nur der Ort, wo er gestern war und
heute nicht mehr ist. Entfernung macht Heimat, Verlust Besitz. Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf. Ich
reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen
bei sich haben.
Mary Wollstonecraft, 1759-1779 Reisende,
die verlangen, daß jede Nation ihrer eigenen gleichen soll, täten besser
daran, zu Hause zu bleiben.
Reisen
ist kein' Schand, zu Wasser und zu Land. Es
führen viele Wege zum Gipfel eines Berges, doch die Aussicht bleibt die gleiche. Lange
Reisen, lange Lügen. Wer
nicht reist, wird nicht den Wert der Menschen schätzen lernen. Das
Beste, was man von Reisen nach Hause bringt, ist die heile Haut. Wenn
du zu lange unter einem Baum hockst, machen dir die Vögel auf den Kopf.
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