Weltbilder

Die Menschheit hatte währen d ihrer langen Geschichte verschiedene Vorstellungen über den Aufbau der Welt. Hier kannst du alles darüber erfahren.

 

 

(Die Himmelsscheibe von Nebra)

Dieser Artikel ist eine Baustelle!

Schon sehr lange beobachten die Menschen ihre Umgebung und versuchen, das auf diese Weise erworbene Wissen in einen Zusammenhang zu bringen und zu erkunden, wie die Welt aufgebaut ist. Jede Kultur hat dafür eigene, oft recht abenteuerliche, Vorstellungen davon entwickelt, was alles, wie Goethe es ausgedrückt hat, "im Innersten zusammenhält".

 Inhalt:

DIE STERNE ALS GÖTTER

Bei den alten Kulturen war die Entstehung der Welt gleichbedeutend mit der Geburt der Götter. Sie glaubten, dass diesen die ganze Welt praktisch ausgeliefert sei.Oft wurden die Sterne mit den Göttern gleichgesetzt oder sie sollten doch wenigstens ihren Willen kund tun. So meinte man, aus der Bewegung der Sterne etwas ablesen zu können über den Willen der Götter und und damit etwas zu erfahren über das Schicksal der Menschen. So entstand die Astrologie, die damals noch nicht so getrennt war von der "ernsthafteren" Astronomie wie heute, denn die Astrologen waren gleichzeitig auch Astronomen, sie mussten sich ja auskennen mit den Bewegungen der Himmelskörper, um in ihnen möglichst genau den Willen der Götter sehen zu können.

Nach und nach beobachtetendie Menschen, dass die Sonne jeden Tag im Osten aufging und im Westen wieder unter. Man sah, dass sie, je nach Jahreszeit, mal hoch am Himmel ihre Bahn zog und mal ganz niedrig. Auch, dass die Bewegung der Sterne nach bestimmten Regeln erfolgte, wurde erkannt. Offenbar konnten die Götter am Himmel doch nicht einfach tun, was sie wollten. Die Sterne wurden nicht mehr mit den Göttern gleichgesetzt. Schließlich wurden dann auch die Naturgesetze entdeckt, nach denen das Universum aufgebaut ist, und die Erde verlor ihren Status als Mittelpunkt der Welt.

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Ägypten

Im alten Ägypten glaubten die Menschen, dass Sonne, Mond, die Planeten und all die Sterne Götter seien. Der Sonnengott Re war aus einer Lotusblüte gekommen, die auf einem Hügel im unendlichen Ozean wuchs. Die Kinder des Re waren der Luftgott Schu und die Wassergöttin Tefnut. Diese waren die Eltern von Geb, dem Erdgott, und Nut, der Himmelsgöttin. Schu musste Geb und Nut, also Erde und Himmel, von einander trennen.

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Stonehenge (~2000 vor Christus)

Wer die riesigen Steine von 4000 Jahren aufgestellt hat, ist nicht bekannt, auch über deren Lebensweise und Glauben und ihre Vorstellungen über die Welt weiß man recht wenig. Doch man hat heraus gefunden, dass die ganze Anlage vermutlich ein riesiger Kalender ist. Anscheinend kann man damit auch heute noch Sonnenwenden und sogar Sonnenfinsternisse voraus sagen. Ähnliches glaubt man auch von anderen großen Steinbauten in Europa, zum Beispiel den Alignements von Carnac in der Bretagne.

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Babylon (~ 1500 Jahre v. Chr.)

Die Babylonier glaubten, die Erde sei eine Scheibe, die auf dem Weltmeer schwimmt. Dieser Ozean erstreckt sich auch über die Scheibe. Erde und Ozean werden getrennt durch eine Art Glasglocke, das Firmament, in dem sich die Wetterphänomene abspielen und wo die Götter die Sterne bewegen. Dadurch, dass Sonne und Mond um den sogenannten Weltenberg in der Mitte der Erdscheibe kreisen, sollten Tag und Nacht entstehen. Der Berg, so glaubte man, sei hohl, in ihm befände sich eine große Höhle, die Unterwelt. Das Firmament wird von den Säulen der Erde getragen, einem Gebirge, was sich rund um die Erdscheibe erheben sollte.

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DIE MACHT DER KIRCHE - Die Erde als Scheibe und im Mittelpunkt der Welt

Lange blieb den Menschen in Europa das Weltbild mit der flachen Erde und einer Art Glaskuppel darüber als Himmel erhalten. Maßgeblich daran beteiligt war die Kirche. Dabei hat es durchaus früher schon andere Erkenntnisse gegeben.

Indien

Alte vedische Sanskrit-Texte aus dem Indien des 9. - 8. Jhdt. vor Christus beweisen, dass man dort damals bereits erkannt hatte, dass die Erde eine Kugel ist, die sich mit den anderen Planeten um die viel größere Sonne bewegt. Auch die Abstände Erde-Mond und Erde-Sonne waren schon ziemlich genau bekannt, ebenso die Länge eines Jahres.

Der indische Astronom und Mathematiker Aryabhata erkannte im 7. Jhdt. als erster, dass Mond und Planeten das Licht der Sonne reflektieren und die Planeten um die Sonne kreisen.

im 12. Jhdt. befasste sich Bhaskara mit diesem Modell und erweiterte es dahingehend, dass die Planeten die Sonne nicht auf einer einzigen Bahn umkreisen und befasste sich auch bereits mit dem Gesetz der Schwerkraft.

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Griechenland

Der griechische Philosoph Anaximander (611 -546 v. Chr.); die Sterne, glaubte die Sterne seien die Köpfe goldener Nägel, die in das kristallene Himmelsgewölbe eingeschlagen sind. 2000 Jahre lang stellte man sich das Universum so ähnlich vor.

Auch Aristoteles glaubte zunächst noch, die Erde sei eine Scheibe, allerdings meinte er, sie sei von verschiedenen "Sphären" (Kugelschalen) umgeben wie eine Zwiebel von ihren Häuten. An diesen Spähren, die aus einem unsichtbaren Kristall bestünden, seien die Sterne befestigt. Die Sphären bewegten sich, und mit ihnen die Sterne.

Doch er beobachtete, dass bei Schiffen immer zuerst die Masten auftauchen, egal aus welcher Richtung sie kommen. Außerdem stellte er fest, dass die Erde bei Mondfinsternissen jedes Mal einen kreisrunden Schatten warf, und schloss daraus immerhin, dass die Erde keine Scheibe sein könne, sondern eine Kugel sein müsste.

Claudius Ptolemäus lebte im 2. Jhdt. n. Chr. vermutlich in Alexandria (Ägypten). Er beschrieb die Welt folgendermaßen:

In der Mitte dreht sich die Erde, darum herum kreisen die Sonne und die Planeten, außen dann noch die Sterne in den bekannten Sternbildern. Dieses "geozentrische" Weltbild setzte sich gegenüber dem "heliozentrischen" Weltbild, bei dem sich die Sonne im Mittelpunkt befand, für lange Zeit durch.

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Europa

Im Mittelalter war die Kirche eine alles beherrschende Macht. Sie übernahm das Weltbild von der Scheibenerde als Mittelpunkt der Welt. Doch wo hatte der Gott der Christen darin seinen Platz? Er wurde zu dem, der das ganze erschaffen hatte und dafür sorgte, dass es sich bewegte. Man glaubte, dass er jenseits des Himmelsgewölbes wohnte, das sich über der Erde befand. Unter der Erde wohnte der Teufel in der Hölle. Der Platz der Menschen war die Erde. Dieses Weltbild beherrschte mehr als 1000 Jahre die christlichen Menschen.

Obwohl zumindest die Texte von Ayabhata zuerst ins Arabische und später auch ins Lateinische übersetzt wurden und vermutlich auch europäischen Wissenschaftlern schon im 12. Jhdt. bekannt waren, konnten sich diese Erkenntnisse zunächst nicht allgemein durchsetzen. Ganz abgesehen davon, dass die Kirche diese Erkenntnisse unterdrückte, konnte man sich auch nicht erklären, warum Menschen und Gegenstände wegen der Bewegung der Erde nicht schräg fielen oder sogar in den Weltraum hinaus flogen. Eine Antwort auf diese Fragen erforderte ein größeres Verständnis über Physik, als man damals hatte.

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SIEGESZUG DER WISSENSCHAFT - Die Erde rückt aus dem Mittelpunkt


(Alter Holzschnitt aus dem 16. Jdt.)

Wie man an dem Holzschnitt oben sehen kann, machten sich die Menschen auch in Europa langsam Gedanken darüber, was sich wohl am Rande der Erdscheibe befinden könnte und ob man einfach herunter fiele, wenn man ihn denn erreichen könne. Spätestens nach der ersten Weltumsegelung des portugiesischen Seefahrers Fernando Magellan im 16. Jahrhundert wurde offensichtilich: Die Erde ist keine Scheibe, sondern eine Kugel! Denn Magellan wäre sonst mit seinem Schiff am Rand heruntergefallen.

Nikolaus Kopernikus gelang es im 16. Jhdt. , das Weltbild von der Erde als Mittelpunkt zu erschüttern. Er vertrat die Auffassung, die Erde sei nicht das Zentrum der Welt. Stattdessen betrachtete er die Sonne als Zentralgestirn und erkannte, dass sich die Erde und die anderen Planeten in Kreisbahnen um die Sonne bewegen. Die scheinbaren Bewegungen der Sterne würde durch die Drehung der Erde um ihre Achse verursacht, verkündete er. So (als Folge der Bewegung der Erde und der Planeten auf ihren Kreisbahnen) ließ sich auch die scheinbare Bewegung der Planeten relativ zu den Sternen erklären.

Allerdings verteidigte die Kirche vehement ihre Ansicht von der Erde als Mittelpunkt der Welt, und alle, die andere Vorstellungen hatten, wurden noch lange Zeit als Ketzer angesehen. Auch Kopernikus entging dem vermutlich nur, weil er seine Erkenntnisse nicht als Realität darstellte, sondern als mathematische Theorie.

Schließlich stand ja in der Bibel, dass die Sonne um die Erde kreist. Noch immer nahm man allgemein an, dass alle Himmelskörper an Kristallkugeln befestigt waren. Nur die immer wieder auftretenden Kometen passten nicht in diese Vorstellungen. Da man sie aber sowieso als "Teufelswerk" ansah, war das nicht weiter wichtig.

Im 17. Jahrhundert machten die Menschen dann neue Entdeckungen, die das Weltbild der Kirche immer mehr ins Wanken brachten (Tycho Brahe, Johannes Keppler). Galileo Galilei entdeckte schließlich die Jupitermonde, die sich um den Planeten Jupiter bewegten und sich so nicht auf den angenommenen Kristallschalen um die Erde bewegen konnten, sondern quasi eigene Schalen um den Jupiter haben mussten.

Die Kirche versuchte, Galilei dazu zu bringen, seine Entdeckungen zu leugnen und sperrte ihn ein, als er das ablehnte. Trotzdem waren die neuen Erkenntnisse nicht mehr aufzuhalten. Nach und nach verlor die Kirche immer mehr an Einfluss, die Wissenschaft trat ihren Siegeszug an:

Isaac Newton (er lebte um 1700) entwickelte die Theorie von der Schwerkraft (Gravitation), die die Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne hält, so dass die "Kristallschalen" endgültig in der Versenkung verschwanden.

Im 19. Jhdt. wurden weitere Planeten im Sonnensystem entdeckt, und die Erde verlor ihren Status als Mittelpunkt der Welt ganz und gar, sogar unser Sonnensystem wurde zu einem winzigen Etwas am Rande einer Galaxie, die ihrerseits nur eine unter vielen ist.

Albert Einstein ( 1879 -1955) erkannte dass die Schwerkraft nicht nur die Materie, sondern auch das Licht, also Energie beeinflussen kann, und entwickelte die Relativitätstheorie.

Die Wissenschaft der Atomphysik konnte schließlich erklären, woher die Sterne ihre Energie haben.

Die Raumfahrttechnik brachte weitere Erkenntnisse, und Menschen konnten die Erde verlassen und tatsächlich auf dem Mond landen.

Dennoch konnte die Wissenschaft bis heute noch nicht alle Rätsel des Universums klären. Auch für kommende Generationen gibt es noch viel darüber herauszufinden, "was die Welt im Innersten zusammen hält"...

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